Meine irrationale Konjunkturprognose für 2014: Wachstum wird bei knapp 3 Prozent liegen

Allensbach-Jahresfrage
Allensbach-Jahresfrage

Ein grundlegendes Problem Konjunkturprognosen besteht nach Ansicht des Wirtschaftswissenschaftlers Robert Shiller darin, dass die eigentlichen Ursachen der Wirtschaftsabkühlung psychologischer und soziologischer Natur sind und mit den veränderlichen Faktoren „Vertrauen“ und „Animal Spirits“ zusammenhängen.

„Gemeinsam mit George Akerlof habe ich ‚Animal Spirits‘, die nichtökonomischen Motive und die irrationalen Verhaltensmuster von Menschen, zum Gegenstand unseres Buches gemacht. Wir behaupten, dass sich in derartigen Verschiebungen Geschichten widerspiegeln, die sich ändern; neue Geschichten, die sich wie Lauffeuer verbreiten und die damit verbundenen Auffassungen von der Welt, die sich schwer in Zahlen ausdrücken lassen.”

Nachzulesen im Blog von Dirk Elster.

Die Thesen von Akerlof und Shiller habe ich ja bereits mehrfach aufgegriffen. Etwa in meinem Beitrag „VWL-Mechaniker im Machbarkeitswahn“.

Beide Forscher holen den Faktor „Ungewissheit” wieder zurück in die Volkswirtschaftslehre, die immer noch glaubt, dass die Wirtschaft berechenbar sei und sich mehr dafür interessiert, an mathematischen Formeln zu feilen und die Beobachtung der Realität vernachlässigt. Deshalb ist das Allensbacher-Stimmungsbarometer vielleicht auch so ein guter Indikator für den Verlauf der Konjunktur: „Sehen Sie dem neuen Jahr mit Hoffnungen oder Befürchtungen entgegen.“ Im vergangenen Jahr stagnierte der Hoffnungswert. Jetzt ist er aber wieder deutlich noch oben geschossen – von 49 auf 57 Prozent. Die Werte für Befürchtungen und Skepsis sind um jeweils vier Prozentpunkte gesunken. Die Unentschiedenen verharren bei 11 Prozent. Ich schließe mich daher der Wachstumsprognose des Manager Magazins an und rechne in diesem Jahr mit einer Zuwachsrate von 2,8 bis 3 Prozent.

Wie in jedem Jahr weise ich auf die Berechnungen des Statistik- und Informatik-Professors Karl Steinbuch hin, die er 1979 das erste Mal veröffentlichte. Steinbuch stellte eine Korrelation zwischen der Allensbach-Jahresumfrage und dem Konjunkturverlauf fest: Zuerst Optimismus, dann Wachstum.

Prognose des vergangenen Jahres. Am 15. Januar wird das Statistische Bundesamt den Wert für 2013 veröffentlichen – das könnt Ihr dann mit meiner Schätzung abgleichen: 1,5 Prozent

Wie weit die professionellen Konjunkturforscher, die teilweise vom Staat mit satten Beträgen alimentiert werden, beleuchtet Tagesschau.de.

2 Gedanken zu “Meine irrationale Konjunkturprognose für 2014: Wachstum wird bei knapp 3 Prozent liegen

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