Die Netzweisheiten des Unionspolitikers Stephan Eisel – Kritik seiner Quellen #socialbar

Stepan EiselAls kritischer Rationalist hat sich der CDU-Politiker Stephan Eisel am Schluss der Bonner Socialbar-Debatte ja so vehement für die wissenschaftliche Notwendigkeit von Quellen-Kritik eingesetzt.

Seine Interpretation von Online-Studien, seine politischen Exkurse über die Unmöglichkeit der Partizipation, die fragmentierte gesellschaftliche Netzblase (also die Filterbubble-These von Pariser in etwas anderem Gewand), seine Beispiele für gescheiterte Projekte zur liquiden Demokratie und generell sein etwas herablassender Ton zum netzpolitischen Geschehen schreien nach einer ausführlichen Quellen-Kritik.

Das Netz ist gefragt. Hört Euch die 20 Minuten mal an und setzt dann Eure Recherchen in Gang, die ich hier gerne wiedergeben möchte. Wenn gewünscht, auch gerne via Hangout-Interviews.

15 Gedanken zu “Die Netzweisheiten des Unionspolitikers Stephan Eisel – Kritik seiner Quellen #socialbar

  1. Trollololola

    Interessant ist ja, dass der so quellenkritische Herr Eisel leider keine einzige seiner eigenen Quellen nannte. Es gibt ja lediglich nur regelmäßige Verweise, dass „alle Studien“ das so sagen würden. Abgesehen davon: seiner vehementen Kritik an Wikipedia würde ich mich ja zu Teilen anschließen, allerdings nicht im Bezug darauf, dass da Politik manipuliert wird – wahrscheinlich hat er die Diskussion-Seite bislang nie gefunden, aber, das gab er ja auch zu, wir brauchen mehr Medienkompetenz.

  2. Die Kritik an den Abschottungstendenzen von Wikipedia habe ich hier im Blog ja auch schon ausführlich behandelt. Das stimmt – zum Teil. Aber anerkennen muss man die hohe Qualität der lexikalischen Einträge, sonst würden ja nicht alle Lexika-Verlag ihre gedruckten Reihen einstellen, wie Brockhaus und Co. Und die wissenschaftliche Qualität braucht sich hinter den einschlägigen prominenten Lexika nicht verstecken – auch das ist schon hoch und runter überprüft worden. Und in der Tat nerven die Pauschalurteile und Zahleninterpretationen von Eisel. Aber darauf werde ich noch gesondert eingehen.

  3. So gerne es mir leid tut: er hat in weiten Teilen Recht, verkürzt allerdings den Inhalt der Studien auf seinen Blickwinkel – die kann man auch anders lesen. Der Tonfall ist wirklich arg oberlehrerhaft.

  4. Darum geht es ja. Ein paar Meta-Zahlen zitiert und recht merkwürdig interpretiert. Zudem einiges auch fehlerhaft.

  5. Welche Möglichkeiten der Partizipation hast Du denn in der Eifel, Vera, wenn wir schon bei Hangouts auf Audio-Modus gehen müssen und selbst in diesem Modus Deine O-Töne mehr schlecht als recht übertragen können. Es gibt in Deutschland auch technische Restriktionen, die eine Netz-Partizipation erschweren.

  6. Pingback: Social Bar Bonn – Ein Besuch

  7. mo.

    Ich finde es ja immer angenehm, wenn man von anderen in seinem Gefühl bestätigt wird. Auch ich fand viele Thesen nachvollziehbar, aber was einfach negativ aufgefallen ist, ist die fehlende Bereitschaft zur Diskussion.

    Eine Quelle hat er aber genannt, ich meine das wäre eine ZDF-Studie gewesen. Der Fairheit halber, müsste man ihn einfach noch einmal direkt fragen oder in seinem Blog unter http://internetunddemokratie.wordpress.com/ nachschauen.

  8. Er hat insofern Recht, als ‚wir‘ immer annehmen, ‚alle‘ seien im Netz, oder daran interessiert. Das ist de facto nicht so. Für die Bildung ist das ebenso schlimm wie mangelhafter oder zu teurer Internetzugang. Der Rest hier.

  9. ellebil

    Es hätte mir ja ausgereicht, wenn Sie einfach nur den Namen der Studie genannt hätten, Herr Eisel – ich bin nämlich einer von diesen schlimmen Menschen, die im Internet während des Vortrags nachlesen und gegenchecken, vielleicht nehmen Sie das als Anregung für künftige Vorträge mit ;).

  10. Nun, ich sehe den Vortrag ja nur als Startschuss für eine tiefergehende Quellenkritik. Und via Google stößt man ja recht schnell auf den WordPress-Blog, der wiederum auf das Buch verweist. Aber das gedruckte Opus habe ich ohnehin schon gelesen. Das fließt zumindest in meine Beiträge ein. Aber die freie Rede markiert ja schon recht deutlich die Stoßrichtung des Denkens.

  11. @ellebil Sie haben es wohl überhört: Ich habe ausdrücklich auf die aktuelle (N)Onliner-Studie und die ARD/ZDF-Onlinestudie hingewiesen

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