GuessWhapp und die Kultur der Beteiligung: Neuer Dienst sucht kreative Blogger

Fragen und die Kunst der Interaktion
Fragen und die Kunst der Interaktion

2006 hat Jakob Nielsen bekanntlich die 90-9-1-Regel für Online-Communities formuliert. Demnach konsumieren 90 Prozent die Informationen eher passiv, neun Prozent tragen gelegentlich etwas mit eignen Beiträgen bei und nur ein Prozent sind wirklich aktiv bei der Erstellung von Inhalten. Nielsen spricht von einem “Ungleichgewicht der Partizipation” und empfiehlt Maßnahmen wie Vereinfachung der Anwendungen, Belohnungssysteme, Editiermöglichkeiten auf Basis von Vorlagen und dergleichen mehr, um das Phänomen der mangelhaften Beteiligung zu ändern.

Nach Analysen von BBC ist die Nielsen-Verteilung wohl nicht mehr zu halten, da sich heute bereits 17 Prozent der Menschen intensiv im Social Web beteiligen. 60 Prozent sind aktiv beim Hochladen von Fotos, beim Start von Diskussionen oder bei der Gründung von Initiativen, da das technische Rüstzeug für die Beteiligung im Social Web immer komfortabler und einfacher in der Handhabung wird. Nachzulesen in dem Beitrag „90-9-1 war gestern“.

Egal, welcher Wert nun wirklich den Tatsachen entspricht, jede Maßnahme zur Verbesserung der Partizipation ist sinnvoll. So auch das Düsseldorfer Projekt GuessWhapp.

„Wir wollen die Verbindung zwischen Lesern und Autoren eines Blogs verbessern. Selbst als Fan von Blogs habe ich nicht immer die Zeit und die Möglichkeit, einen langen Kommentar zu schreiben. Und selbst ein Like oder das Weiterempfehlen über Twitter sind manchmal nicht ausreichend genug, um eine Verbindung zum Blog-Autor aufzunehmen. Vielleicht gibt es etwas, was dazwischen liegt, was nicht so aufwändig ist, aber gleichzeitig mehr ist als ein Ja oder Nein, Plus oder Like“, sagt Olaf Peters, der zu den fünf Initiatoren von GuessWhapp zählt, im ichsagmal-Interview.

Olaf Peters
Olaf Peters
Hier könnte man Umfragen verwenden, die sich schnell an unterschiedlichen Stellen eines Textes einbetten lassen, um den Blog-Autoren ein Instrument an die Hand zu geben, die Leser inhaltlich besser zu engagieren und das mit einem Klick. Schon bei der Formulieren eines Texte könnte der Autor sich provokative, sachliche oder lustige Fragen überlegen, um zu verschiedenen Aspekten seines Beitrages Rückmeldungen zu bekommen.

„Ich hoffe, dass wir viele Blogger finden, die mit diesem Dienst kreativ umgehen“, so Peters.

Überall, wo man html einbinden könne, sei der Einsatz des Umfrage-Tools möglich. Man registriert sich kostenlos auf der Website von GuessWhapp, wird freigeschaltet und kann sich mit Fragen austoben. Ist man mit der Frage und den Antworten fertig, wird ein html-Code eingeblendet. Kopieren und an der Stelle des Textes setzen, die die Interaktion befördern soll. Hier noch eine pdf, die das Ganze erklärt: Fragen und Antworten anlegen

Also, liebe Blogosphäre, legt los und berichtet über Eure Erfahrungen mit GuessWhapp. In ein paar Wochen laden wir dann Olaf Peters zu Bloggercamp.tv ein, um mit ihm über die Resonanz bei den Bloggerinnen und Bloggern zu sprechen.

2 Gedanken zu “GuessWhapp und die Kultur der Beteiligung: Neuer Dienst sucht kreative Blogger

  1. Liebe „Ich sag mal“ Leser, vorerst möchte ich mich bei Gunnar für die tolle Blog-Post und Interview bedanken!
    Leider habe ich an einer Stelle etwas versprochen was ich hier schnellstens korrigieren möchte: Die Einbindung von GuessWhapp in wordpress.org läuft sehr gut. Bei der Einbindung von GuessWhapp in wordpress.com gibt es aufgrund der JavaScript Einschränkung noch ein Problem auf das wir Euch hinweisen möchten! Ich bitte um entschuldigung und verspreche auch an dieser Stelle Euch zu informieren sobald dies gelöst ist. Olaf

  2. Wer nichts macht, macht auch keine Fehler. Also das gehört einfach zu Lernkurve und erweist sich erst beim Praxistest. Es lebe die Fehlerkultur – nur dadurch wird man besser.

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