Über die fehlenden Außenposten im Social Web

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Oftmals versucht man dem Neuen mit den Rezepten aus der Vergangenheit zu begegnen, schreibt Bernhard Steimel in einem Beitrag für den Smart Service-Blog:

„Neue Medien verändern jedoch die Spielregeln grundlegend. Das Internet im Allgemeinen und die Digitalisierung im Besonderen führen dazu, dass ganze Branchen durch Software neu gestaltet werden. Erfahrungswerte und das Wissen über das Bewährte dürfen daher nicht als Wegweiser für die digitale Transformation herangezogen werden. Denn immer dann, wenn Produkte und Dienstleistungen zu Software werden, verlieren sie ihre physikalischen Eigenschaften und Beschränkungen“, so Steimel, der nicht davon ausgeht, dass Organisationen den Blick für die Veränderungen von alleine entwickeln.

Als Methode zum Aufbrechen der Verkrustungen bringt er das „War-Gaming“ in die Diskussion:

„Das Prinzip ist schnell erklärt: Ein Vorbereitungsteam entwickelt die Spielsituation mit der Beschreibung der Akteure. Zur Spielvorbereitung werden zusätzlich Internet-Startups eingeladen, um neue überraschende Attacken auf das Geschäftsmodell zu entwickeln. Denn der Blick der Fachleute aus der eignen Organisation reicht für das Erkennen von Überraschungen der Zukunft nicht aus!“

Zumindest sollte in Organisationen ein Bewusstsein für die veränderte Gemengelage existieren, die Yussi Pick in dem Opus „Das Echo-Prinzip“ auf den Punkt gebracht hat:

„Vieles, was für Menschen innerhalb einer Organisation selbstverständlich, logisch und leicht verständlich ist, ist für Menschen außerhalb der Organisation nicht immer nachzuvollziehen. Die Differenz zwischen Innensicht und Außensicht wird erst durch das Social Web sichtbar.“

Und das wollen viele Entscheider nicht wahrhaben, aus welchen Gründen auch immer. Zuvor hatten die Menschen keine Möglichkeiten für Feedback und die Organisationen mussten sich nur auf die klassischen Medien verlassen, um sich zu erklären.

„Kein Wunder, dass sich im alten System beide Seiten unverstanden fühlten – und kein Wunder, dass jene Kritik, die sich seit Jahren aufgestaut hat, jetzt wo es ein Ventil gibt, plötzlich zum Ausdruck kommt. Etwa bei Verspätungen im öffentlichen Nahverkehr“, schreibt Pick.

Egal, ob es um den Diskurs mit Wählern oder Kunden geht oder um die Notwendigkeit für eine Umstellung der Geschäftsmodelle. Es fehlt an Außenposten in den sozialen Netzwerken, um eine Spürnase für den Wandel zu bekommen. Da verschanzt man sich lieber in seinem Schneckenhaus, klebt an alten Mechanismen und meidet die Öffentlichkeit.

Im Digitalen dominiert der Dialog, nichts ist wirklich abgeschlossen oder unveränderlich. Wissen wird geteilt, weiterverbreitet, überarbeitet und fortgeschrieben. Liquide Organisationsstrukturen sind vonnöten!

Dieses Thema würde ich gerne über Hangout-Interviews vertiefen. Wer sich also angesprochen fühlt, sollte sich bei mir melden. Nachricht entweder als Blog-Kommentar hinterlassen oder eine E-Mail schicken an gunnareriksohn@gmail.com. Man hört und sieht sich 🙂

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