App statt Kreditkarte? Wie sich der mPayment-Markt in Deutschland entwickelt

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Laut dem „zanox Mobile Performance Barometer“ entwickelt sich der Umsatz auf mobilen Endgeräten prächtig: Im vergangenen Jahr lag der Zuwachs in Deutschland bei 143 Prozent.

„Dabei profitierten Retail- und Shopping-Anbieter am meisten vom Wachstum in den mobilen Absatzmärkten. Der durchschnittliche Warenkorb liegt im Durchschnitt bei 237 Euro – damit ergibt sich im mCommerce ein höherer durchschnittlicher Bestellwert als im stationären eCommerce. Smartphones dienen immer häufiger der schnellen Suche nach Produkten, die immer öfter auch zum Kauf führen – wie ein Marktwachstum von 143 Prozent pro Jahr eindrücklich beweist. Mobile Einkäufe stehen in Deutschland bereits heute für etwa 4 Prozent des gesamten eCommerce-Umsatzes, auch hier mit stark steigender Tendenz“, schreiben Jens Leinert und Sebastian Paulke in ihrer mPayment-Marktstudie 2013.

Die Nutzung von Smartphones bei Kaufhandlungen sei unabhängig von Ort und Zeit: Sie könne ebenso gut auf der Couch von einem TV-Spot wie im Bus von einem Produktplakat getriggert sein.

„Selbst am POS, wie im Elektronikdiscounter oder in der Parfumeriekette machen immer mehr Kunden einen schnellen Preisvergleich per Smartphone und bestellen, wenn es billiger ist, im Internet“, so die Studienautoren.

Laut einer aktuellen Studie des Bundesverband des Deutschen Versandhandels und der Creditreform Boniversum findet bereits eine Verdrängung von Rechnung und Kreditkarte zugunsten mobiler Bezahldienste statt: Demnach nutzen bereits 40 Prozent der Smartphonebesitzer in Deutschland das Handy zum Einkaufen, knapp 60 Prozent dieser mobilen Einkäufer seien jüngere Nutzer zwischen 18 und 29 Jahren. Unter Verbrauchern, die in Vollzeit arbeiten und wenig Zeit zum Einkaufen haben, würden bereits 47,3 Prozent mobil shoppen (2012: 33,1 Prozent).

„Ziel der Anbieter im mPayment-Markt ist, den Griff ins Portemonnaie überflüssig zu machen. Experten prognostizieren bereits, dass schon 2016 kaum noch mehr per Karte, sondern per App bezahlt werden wird, weil Banken und Kreditkartenunternehmen mit Providern und anderen Firmenzusammenarbeiten, um die Handys als Zahlungsmittel im Alltag der Konsumenten zu verankern“, so Leinert und Paulke.

In einer Zukunft ohne Geldtasche gibt es dann auch keine Kreditkarten mehr, mutmaßt die Los Angeles Times. Für Geschäftsreisende bedeutet das riesige Umwälzungen der aktuell üblichen Zahlungs- aber auch Identifizierungsmodalitäten, für Privatleute ein völlig neues Einkaufsverhalten „um die Ecke“ ebenso wie im Netz.

„Denn zukünftig werden immer mehr Rechnungen, wie man sie täglich zugeschickt bekommt, mit einem QR-Code ausgestattet. Statt den Überweisungsträger ‚händisch‘ auszufüllen oder erst den Computer hochzufahren, um dann per Online-Banking die Überweisung anzustoßen, kann die Zahlung dann auch mit einem Scan und der PIN umstandslos und bequem durchgeführt werden. Dass die Revolution des mobilen Bezahlens bereits begonnen hat, zeigen die aktuellen Prognosen: 2016 sollen mobile Zahlungen bereits 617 Milliarden Dollar umsetzen – gegenüber den 105 Milliarden Dollar Umsatz aus dem Vorjahr wäre dies ein Anstieg um das Sechsfache. Vor diesem Hintergrund ist es keine Frage, ob mPayment sich schnell verbreiten wird, sondern welche Systeme sich durchsetzen werden.“

Genau das beleuchtet die Analyse von Leinert und Paulke ausführlich. Die Systeme müssen einfacher werden, um auch spontane Käufe zu ermöglichen. Deshalb führe kein vorbei am Einsatz von mPayment-Methoden, die für den Einsatz im mobilen und stationären Internet gleichermaßen optimiert sind, dem kleinen wie dem großen Monitor gerecht werden und vor allem die komplizierte Eingabe der Versandadresse und der Bezahldaten mit den resultierenden hohen Kaufabbrüchen obsolet machen.

Und setzen sich solche One Click-Zahlmethoden durch, sei es nur noch ein kleiner Schritt, bis auch Händler in der Offline-Welt, Geschäfte, Restaurants, öffentliche Einrichtungen nachziehen und ihren Kunden die dann bereits gewohnte, so komfortable, schnelle, sichere und einfache Bezahlung per Smartphone anbieten, resümieren Leinert und Paulke.

Die Marktstudie kann man übrigens bei Amazon als Kindle Edition für schlappe 1,02 Euro günstig abschießen. Alle wichtigen Anbieter und Systeme sind mit ihren Vor- und Nachteilen kompakt dargestellt.

3 Gedanken zu “App statt Kreditkarte? Wie sich der mPayment-Markt in Deutschland entwickelt

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