Moskau-Inkasso für klamme Kommunen? Es wird immer lustiger

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Angesichts der prekären Finanzlage der Kommunen wird angeblich vielerorts über Einnahmeverbesserungen nachgedacht.

„Die Außenstände der Städte und Gemeinden in Deutschland summieren sich auf fast 20 Milliarden Euro“, behauptet Wolfgang Spitz, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Inkasso-Unternehmen (BDIU) und er kommt wenig überraschend zu der Empfehlung: „Wenn auch nur ein Teil davon durch ein konsequentes und nachhaltiges Forderungsmanagement eingezogen wird, bedeutet das erhebliche Mehreinnahmen, von denen die Bürgerinnen und Bürger vor Ort direkt profitieren können.“

Immer mehr Kommunen erwägen daher die Zusammenarbeit mit privaten Inkassounternehmen. Für diese Kooperation haben sich zwei Wege etabliert: Bei der sogenannten „Wiesbadener Lösung“ seinen Inkassodienstleister als Verwaltungshelfer für die Behörden tätig. Schon seit zehn Jahren „unterstützen“ private Unternehmen die hessische Landeshauptstadt – zum Beispiel bei der Recherche zu zahlungsgestörten Forderungen, sie nehmen Bonitätsbewertungen vor und schreiben gegebenenfalls die Zahlungspflichtigen direkt an.

Beim sogenannten „Modell Marzahn-Hellersdorf“ werden Forderungen – gegen einen bestimmten Abschlag – an ein privates Unternehmen verkauft. So hat es der namensgebende Berliner Bezirk mit einem Paket von niedergeschlagenen Forderungen aus Miet- und Pachtverträgen durchgeführt. Das private Unternehmen zieht diese Forderungen nun auf eigene Rechnung ein.

„Das Inkassounternehmen braucht nur wenige Informationen, etwa zur Forderungshöhe sowie die zuletzt bekannte Anschrift der Zahlungspflichtigen“, erläutert BDIU-Präsident Spitz.

Hat jemand Erfahrungen gesammelt, wie die Geld-Eintreiber nach dem „Modell Marzahn-Hellersdorf“ auftreten?

Ich halte das schlichtweg für einen Skandal, öffentliche Abgaben durch private Unternehmen einkassieren zu lassen.

Mit welchen Tricks gearbeitet wird, kennt man von den Typen, die sich an der Haustür wie Ordnungshüter aufführen:

Siehe auch:

Die Gebühren-Abzocker: Wer zügelt die Kommunen? #Kartellamt

Geisterblitzer: Die neuen Abzock-Methoden der Knöllchenjäger

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