Merkels Stein-Strategie und eine erste Wahlprognose nach dem TV-Duell

Mein Favorit für die Bundestagswahl
Mein Favorit für die Bundestagswahl

Den Ausgang des TV-Duells von Kanzlerin und Kanzlerkandidat beschreibt der Handelsblatt-Chefredakteur Gabor Steingart in seiner Frühstücksbotschaft so:

„Unentschieden zugunsten von Angela Merkel. SPD-Herausforderer Peer Steinbrück war angriffslustig, präzise und wortgewaltig, aber er bekam die Amtsinhaberin nicht zu packen. Ob bei der Griechenlandrettung oder den offenen Fragen in der Innenpolitik, die Frau mit der schwarz-rot-goldenen Halskette schlug Haken und entkam im Gebüsch der politischen Allgemeinplätze.“

Egal, wie man das Unentschieden jetzt wertet, wie gut oder schlecht die vier Moderatoren waren – entscheidend ist die Wertung von Steingart:

„Er bekam die Amtsinhaberin nicht zu packen“.

So schrieb ich es schon vergangene Woche in meiner Kolumne über das neue Buch von Holm Friebe „Die Stein-Strategie“:

Der SPD-Spitzenkandidat versucht sich zwar abzugrenzen und als Macher zu profilieren. Er findet allerdings keinen Widerhaken bei seiner Gegnerin.

Da Politik sowieso ein zähes, langwieriges und zeitraubendes Überzeugungsgeschäft ist und aus dem Bohren dicker Bretter besteht (Max Weber), fehlt es den hemdsärmeligen Sprücheklopfern in Macher-Pose häufig an Glaubwürdigkeit. Etwas weniger auf die Sahne hauen, etwas realpolitischer argumentieren und auf die Schwierigkeiten der Umsetzung verweisen. Patentrezept-Rhetorik hat eine zu kurze Halbwertzeit – auch das durchschauen die Wählerinnen und Wähler.

Merkel-Hangout-Mashup
Merkel-Hangout-Mashup
Da die TV-Kuschel-Runde gestern keinen Sieger sah, hier nun meine erste Wahlprognose für die Bundestagswahl: CDU/CSU: 40 Prozent; SPD: 24 Prozent; Grüne: 12 Prozent; Die Linke: 8 Prozent; FDP: 6 Prozent – der Rest kommt nicht über die 5 Prozent-Hürde. Nächste Woche folgt eine neue Prognose. Einen Tag vor der Bundestagswahl folgt dann die letzte und ultimative Prognose, die man ja dann sehr schnell abgleichen kann.

Alles berechnet mit einem allumfassenden Big Data-Prognose-System, das in Echtzeit neue Ergebnisse ausspuckt und über einen ichsagmal.com-Gewichtungsfaktor zu den optimalen Zahlen kommt. Erst am Wahlabend nach 18 Uhr werde ich das System im Detail vorstellen. Wer Big Data anwendet, muss schließlich zu Open Data bereit sein. Fordere ich ja ständig.

Siehe auch:

TV-Duell Merkel gegen Steinbrück: Das war 0:0.

Was bei der Debatte wirklich wichtig war: „Hätte, hätte, Deutschlandkette“

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