115: Ist die Merkel-Hotline-Nummer eigentlich auch verwanzt?

Schutz gegen Totalüberwachung

Vom Bundesinnenministerium werde ich in regelmäßigen Abständen mit Jubelmeldungen über die Ausbreitung der 115-Merkel-Hotline beehrt. Heute ist es mal wieder soweit:

„Behördennummer 115 expandiert in Niedersachsen – Bürger entscheiden sich für einheitliche Behördennummer“.

Anlässlich der offiziellen Freischaltung der 115 in Friesland erklärt die IT-Beauftragte der Bundesregierung, Staatssekretärin Cornelia Rogall-Grothe euphorich:

„Mit der Behördennummer 115 schaffen wir eine zentrale Anlaufstelle für alle Behördenanliegen und ebnen den Weg für eine interaktive Verwaltung. Ich hoffe, dass viele Kommunen und auch das Land Niedersachsen selbst dem positiven Beispiel des Landkreises Friesland folgen.“

Mal unabhängig vom eher bescheidenen technologischen Niveau dieser profanen Behörden-Hotline – siehe dazu: Wenn der Tester zweimal klingelt: Merkel-Hotline #D115 im Servicestress – eignet sich die 115 doch zu einem beliebten Spähobjekt für NSA und Co.

Bevor das Innenministerium das PR-Gemurmel für den telefonischen Auskunftdienst als zentrale Anlaufstelle für Behörden weiter trällert, sollte Mister Friedrich erst einmal eindeutig klären, ob auch nicht diese Anrufe von „befreundeten“ Diensten abgehört werden.

Werde das zumindest mal in der nächsten Woche in eine Anfrage via fragdenstaat.de kleiden. Anregungen für die Formulierung der Anfrage sind willkommen – man muss ja genau überlegen, in welchem Behördendeutsch das geschrieben werden muss, um nicht sofort wieder eine Ablehnung zu kassieren wegen Geheimhaltungsvorschriften und so….

Wie die Aufklärungsarbeit der Bundesregierung im Prism-Skandal verläuft ist “absolut unerträglich und unzulässig”.

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