Die Pfründe-Wirtschaft der #Drosselkom: Wenn die Politik nicht handelt, sollten die Kunden reagieren

Ehrenwerte Telefon-Gesellschaft

Alles, was das Brot-und-Butter-Geschäft des Ex-Monopolisten Telekom bedroht, ist in den vergangenen Jahren massiv torpediert worden. Die Telekom nutzte ihre Vorherrschaft bei DSL, um WLAN als echten Wettbewerb auszuschalten und schuf über ein ausgedehntes Netz von WLAN-Hotspots für T-Mobile die besten Voraussetzungen für ein 4G-Mobilfunknetz. Ergebnis: Die Telekom kann auf eine WLAN-Verbreitung zurückgreifen, die keiner der Wettbewerber im Mobilfunk hat. Selbst kleine Initiativen zur Etablierung von Hotspots an Zigaretten-Automaten sind in der Vergangenheit massiv vom Magenta-Konzern bekämpft worden.

Oder wie war das mit der Skype-App auf dem iPhone? Er wurde von T-Mobile blockiert. Und die Begründung kommt einem doch irgendwie bekannt vor: Würden iPhone-Anwender ihre Datenverbindung für Skype-Gespräche nutzen, würde die Leistung des Netzes leiden. Datenübertragungen würden verlangsamt, das Netz könnte überlastet werden. Davor müsse man sich schützen.

Zudem müsse man eine gleichbleibende Qualität der Sprachverbindungen garantieren. Probleme mit Skype könnten von den Kunden als Telekom-Probleme fehlinterpretiert werden. In Wahrheit ging und geht es um die Bewahrung des Kerngeschäftes mit Sprachtelefonie. Die Telekom ist getrieben von Abschottungs-Strategien. Sie war schon immer Drosselkom und sie setzt in diesen Auseinandersetzungen stets die gleichen Rhetorik-Schablonen ein.

Ähnlich agitiert sie bei der Telefonie über das Internet Protokoll (VoIP), wie Constanze Kurz in der FAZ eindrucksvoll nachweist.

„Die Regeln, nach denen Sprachverkehr zwischen den Telefongesellschaften vermittelt wird, sind eigentlich klar und eindeutig: Über Vermittlungsknoten werden Anrufe zwischen den Netzen ausgetauscht, dem Kunden soll es egal sein können, bei welchem Anbieter er seinen Anschluss hat. Anrufen kann er jede Nummer, und umgekehrt auch angerufen werden – zumindest in der Theorie.“

Die Telekom habe die Erreichbarkeit ihrer eigenen 0180-Nummern aus dem Netz von sipgate eingestellt.

„Sipgate-Kunden können daher etwa die verbreiteten Service-Rufnummern, die viele Unternehmen und Behörden betreiben, nicht mehr erreichen, soweit diese im marktbeherrschenden Telekom-Netz geschaltet sind. Auch die für ähnliche Zwecke genutzten 0700-Nummern von Telekom-Kunden sind derzeit nicht aus den Netzen von kleineren Konkurrenten erreichbar“, so Kurz.

Harte Eingriffe sind von der zuständigen Bundesnetzagentur nicht zu erwarten – auch nicht beim Angriff der Telekom auf die Netzneutralität, schließlich besitzt der Bund noch einen sattes Telekom-Aktienpaket. Wie soll da eine Bundesbehörde wirklich neutral vorgehen? Jetzt sind die Kunden gefragt, die ihre gestiegene Macht ausspielen sollten. Mit den Füße abstimmen und kündigen – das lädiert den Börsenkurs und zwingt den Bonner Konzern vielleicht doch in die Knie.

Von der Politik wird nichts kommen – auch nicht von der Regierungsopposition. Beim Leistungsschutzrecht und der Bestandsdatenauskunft ist das ja schon unter Beweis gestellt worden.

Statt zu blockieren, sollte die Telekom das eigene Netz besser pflegen.

5 Gedanken zu “Die Pfründe-Wirtschaft der #Drosselkom: Wenn die Politik nicht handelt, sollten die Kunden reagieren

  1. Mal wieder wunderbar ausgeführt! Leider sehe ich dies Problem von langer Hand angelegt. Weder Politik noch BundesNetz wollten in der Vergangenheit und werden hier auch in der Zukunft keine Anstrengungen rein bringen. Wird völlig richtig im Bericht dargestellt: Sie verdienen ja letztlich noch daran.
    Jetzt sind wir an dem Punkt angekommen, an dem die ‚Kreativität‘ mal wieder gefragt ist. Telekom wird vehement versuchen, Neukundenakquise in den Markt zu pflanzen. (Ganz was neues …!) Denn der Aktienkurs wird reichlich verschlucken wollen. Jetzt werden sicher Altkunden darüber informiert, dass es heute wichtig ist, auch mindestens 2 DSL Verträge abzuschließen. Für den Fall, dass …
    Empfehlung: Wechseln! Nur dadurch kann Kunde dieser ‚Jagd‘ entkommen.

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