Über die Milchmädchen-Rechnungen der #Drosselkom

Protest bei der Telekom

Bis zur Demo am Donnerstag möchte ich von der Telekom-Pressestelle noch ein paar Details wissen, die mir bislang nicht übermittelt wurden. Folgend Fragen habe ich heute an die entsprechende Abteilung des Magenta-Konzerns gemailt.

Die Aussage Ihres Hauses, dass nur drei Prozent der Telekom-Kunden von der Drosselung betroffen sind, halte ich immer noch für schwer überprüfbar. Details wollten Sie bislang nicht verraten. Aber vielleicht könnten Sie mir auf der Metaebene Informationen übermitteln. Handelt es sich bei den 100 Prozent nur um Kunden mit T-DSL-Vertrag, oder werden auch alle Telekom-Kunden mit reingerechnet, die nur über einen Festnetzanschluss, nicht aber über einen DSL-Anschluss verfügen? Und was ist mit Mobilfunk-Nutzern? Das sind genau genommen ja auch Telekom-Kunden.

Aber auch abseits dieser unklaren Berechnungsgrundlage kommen starke Zweifel an dieser Berechnung auf. So spricht die Telekom einerseits von nur drei Prozent der Kunden, die mehr als das ab sofort in Neuverträgen verankerte Inklusivvolumen benötigen. Andererseits schreibt die Telekom in ihrer Pressemitteilung aber auch, dass sie davon ausgeht, dass sich das benötigte Datenvolumen bis 2016 vervierfachen wird. Selbst mit der simplen Rechnung der Telekom wären demnach 2016 nicht nur drei Prozent, sondern ein vielfaches davon von der Drosselung betroffen. Wie viele werden es denn 2016 sein?

Über eine kurzfristige schriftliche Beantwortung wäre ich Ihnen dankbar.

Wären Sie oder ein anderer Vertreter der Telekom bereit, am Rande der Demonstration vor der Köln Arena am Willy-Brandt-Platz 2 (zur Hauptversammlung am Donnerstag) ein Video-Interview mit mir zu führen?

Über eine Rückmeldung würde ich mich freuen.

Mal schauen, ob das wieder unter die Kategorie Betriebsgeheimnis eingestuft wie bei meiner Disputation in der ehemaligen T-Mobile-Zentrale in Bonn-Beuel. Nun ist mir auch klar, welchen Herren ich da gegenüberstand…

Habt Ihr noch weitere Fragen, die man stellen sollte????????????????

Dieses Bekenntnis kann ich übrigens gut verstehen:

https://twitter.com/gr4y/status/333888105104932867

Siehe: Gewähren Sie ein Sonderkündigungsrecht für Bestandskunden, Herr van Damme!

Telekom “liebt jeden Kunden” und findet Drosselung fair.

Donnerstag in Köln: Vogelbeobachtung vor der Telekom-Hauptversammlung. Vielleicht sollten keine Drosseln zum Einsatz kommen, sonder Geier.

2 Gedanken zu “Über die Milchmädchen-Rechnungen der #Drosselkom

  1. Hier nun die Antwort der Telekom (bei meiner Interviewanfrage für Donnerstag reagiert der Sprecher nicht ganz so souverän….)

    Sehr geehrter Herr Sohn,

    die Zahl der drei Prozent, die nach heutiger Sicht von der Volumenbegrenzung betroffen wären, bezieht sich natürlich auf tatsächliche Internet-Kunden im Festnetz. Dass das Datenvolumen bis 2016 größer sein wird, ist uns klar: Im Schnitt braucht ein Kunde heute 15 bis 20 GB. Das kleinste Volumen umfasst 75 GB und wäre damit ausreichend für eine Vervierfachung. Zudem haben wir betont, dass wir uns die weitere Entwicklung ansehen und die Werte ggf. anpassen werden. Wir haben kein Interesse daran, Kunden zu verlieren, sondern werden ihnen auch in Zukunft attraktive Angebote machen. Deshalb wird es auch weiterhin Tarife mit unbegrenztem Highspeed-Volumen geben.

    Was Ihre Frage nach einem Video-Interview betrifft, darf ich aus Ihrem Blog zitieren: „… folgte die arrogante Zurechtweisung eines aalglatten Telekom-Managers…“ „…Dieses Managerlein grinste die ganze Zeit auf mich herab, wenn es denn die Körpergröße zulassen würde. Wohl ein Jurist wie aus dem Bilderbuch mit braunem Tweed-Sakko, brauner Hornbrille (Marke “Ich möchte aussehen wie ein Intellektueller”), Timberland-Boatshoe und Halstuch…“ Diese Art der Berichterstattung ist wohl eher eine schlechte Basis für weitere Zusammenarbeit.

    Mit freundlichen Grüßen
    Philipp Blank

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