Drossel-Tarife der Telekom: Bundesnetzagentur überprüft Netzneutralität

Im ichsagmal-Interview äußerte sich René Henn, Sprecher der Bundesnetzagentur in Bonn, zu den neuen DSL-Tarifen der Telekom, die derzeitig die Gemüter in Wallung bringen.

„Grundsätzlich ist die Telekom, was die Ausgestaltung ihrer Endkundentarife anbelangt, frei. Sie muss darüber transparent informaieren und die Rahmenbedingungen der entsprechenden Verträge offenlegen“, so Henn.

Die Bundesnetzagentur wird das neue Tarifmodell jetzt aber wohl doch etwas genauer anschauen und prüfen, ob ein Verstoß gegen die Netzneutralität vorliegt.

Ob das neue Tarifmodell der Bundesnetzagentur vorgestellt wurde, wollte der Pressesprecher nicht beantworten:

„Zu internen Arbeitsabläufen gebe ich keine Auskunft.“

Sollten von der Drosselung des Internets auch Konkurrenten betroffen sein, die das Netz der Telekom als „Untermieter“ benutzen, könnte die Sachlage allerdings in einem neuen Licht erscheinen und die Netzagentur auf den Plan rufen.

„Ein Anbieterwechsel dürfte hier wenig Sinn haben: die meisten anderen Anbieter von DSL-Anschlüssen sind regionale Unternehmen, die zum größten Teil auf die Telekom und deren Technik zurückgreifen müssen. Das heißt: Wenn die Telekom auch ihre Großkundenverträge entsprechend anpasst, wird man irgendwann auch bei den anderen Anbietern eine Geschwindigkeitsbegrenzung haben. Eine Alternative können eventuell die Kabelnetze sein“, berichtet WDR 2.

Wann sich die Bundesnetzagentur zur Frage der Netzneutralität äußern wird, konnte mir Henn nicht sagen.

Technisch werde die Drosselung erst 2016 wirksam. Stellt die Netzagentur einen Verstoß gegen die Netzneutralität fest, ist sie als Regulierungsbehörde wieder im Spiel.

Auch die Bevorzugung von Diensten der Telekom dürfte dabei eine Rolle spielen und wird von den Konkurrenten kritisch beleuchtet. Hier könnte es um einen klaren Nachteil für Wettbewerber gehen.

Soweit die Recherchen für meine The European-Mittwochskolumne. Warte noch auf weitere Infos.

7 Gedanken zu “Drossel-Tarife der Telekom: Bundesnetzagentur überprüft Netzneutralität

  1. Ich habe bereits eine Petition gestartet, die in kürzester Zeit ziemlich großen Zuspruch bekam, je mehr Leute unterschreiben desto besser kann man der Telekom zeigen wie viele ein Problem mit der neuen Taktik haben:
    http://change.org/drosseldsl

  2. Pingback: Neue Langsamkeit oder geistig-moralische Netzwende: Über die Drosselpolitik der Telekom | Ich sag mal

  3. Pingback: Die Drosselpolitik der Telekom: Langsam ist Schluss - Netzpiloten.de

  4. Soweit ich das verstanden habe, nutzt die Telekom hier einfach nur ihre Vormachtstellung aus. Die letzte Meile der Netze gehört fast allerorts der Telekom. Konkurrenz-Telefonanbieter müssen hier gesonderte Verträge mit der Telekom abschließen. Werden diese Verträge mit der Drosselung versehen, können auch Konkurrenzanbieter nicht anders, als die Drosselung einzuführen. Von daher finde ich eine Überprüfung, die hoffentlich zugunsten der Verbraucher ausfällt, sehr, sehr wichtig.

Kommentar verfassen