Live-Hangouts sind eher Abrufdienste und kein Rundfunk #MerkelHangout


Merkel-Hangout-Mashup

Die Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) und die Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM) haben heute in Stuttgart getagt und sich mit dem für den 19. April geplanten Live-Hangout von Bundeskanzlerin Angela Merkel beschäftigt. Einen Handlungsbedarf sieht die Medienaufsicht nicht, da es sich bei diesen Formaten, die live ins Netz übertragen werden, eher um Abrufdienste handelt.

Selbst die Formulierung einer optionalen Reichweite von mindestens 500 Zuschauern, die in der Checkliste der Landesmedienanstalten festgelegt ist, reiche nicht aus, um solche Sendungen als Rundfunk einzustufen. Hier sieht man eher Änderungsbedarf bei der Checkliste.

Die Medienaufsicht wird nicht aktiv eingreifen mit Genehmigungsnotwendigkeiten, sondern die Entwicklungen im Netz beobachten. Ein formeller Beschluss wurde nicht gefasst.

Da wohl eine digitale Medienordnung noch einige Zeit auf sich warten lässt, sollten vernünftige Zwischenlösungen gefunden werden. Im Interview mit dem Bloggercamp sprach sich Dr. Jürgen Brautmeier, Vorsitzender von ZAK und DLM, für eine abgestufte Prüfung aus:

„Wir müssen das Medienrecht novellieren und vernünftige Zwischenlösungen finden. Das gilt auch für die Öffentlichkeitsarbeit von Regierungen und Parlamenten. Wir müssen von einer ex-ante-Regulierung zu einer ex-post-Regulierung kommen. Erst einmal die Dinge laufen lassen und dann nachschauen”, so Brautmeier.

Also braucht sich derzeitig keiner in der Netzszene ernsthaft Gedanken über eine Rundfunklizenz für Streaming-Dienste wie Hangout on Air zu machen. Das Ganze eher als Abrufdienste einzustufen, halte ich für eine sinnvolle Lösung – egal, ob Ausstrahlungen nun einmalig oder regelmäßig stattfinden. Und Beobachtung statt restriktiver Eingriffe scheint mir ebenfalls ein probates Mittel zu sein.

Den Rundfunkstaatsvertrag in eine digitale Medienordnung zu verwandeln, dürfte wohl einige Jahre in Anspruch nehmen. Deshalb ist die Devise von Brautmeier zu begrüßen. Die Dinge laufen lassen und dann nachschauen.

Die Streaming-Revolution kann also jetzt durchstarten 🙂

Zudem wurde auch noch eine Sendung von RTL 2 beanstandet. Trifft die Richtigen….

15 Gedanken zu “Live-Hangouts sind eher Abrufdienste und kein Rundfunk #MerkelHangout

  1. Um die restriktive Auslegung des Rundfunkstaatsvertrages beim Livestreaming-Diensten wie Hangout on Air vom Tisch zu bekommen. Einiges haben wir dabei wohl in Gang gesetzt.

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  2. […] Lerninhalte: Grundlagen des Video-Bloggings; Longtail-Effekte über Youtube und Co.; die Kunst des Teilens (Einbettung und Nutzung von Streaming-Diensten und Video-Portalen); vom Suchen und Finden im Netz (Aufmerksamkeit im Social Web: Hash-Tags, Suchmaschinen-Optimierung, virale Effekte); Technische Ausstattung für den schnellen und mobilen Einsatz; Stellschrauben für Beleuchtung, Ton und Bild; Video-Studio für kleines Budget (Scheinwerfer, Kamera, Greenscreen, Mikrofon); Software und Open Source-Programme; medienrechtliche Fußnoten (nach der neuen Linie der Landesmedienanstalten, Hangouts nicht mehr als Rundfunk zu betrachten, sind…). […]

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  3. […] Das sind nur einige der Möglichkeiten, die sich für Unternehmen und Marken anbieten. Gerade in den USA gibt es eine große Anzahl an Marken, die mit Hangouts on Air arbeiten. In Deutschland würde man eine Vorreiterrolle einnehmen, wirklich aktiv sind die Unternehmen hier noch nicht. Eventuelle liegt das auch an der Struktur von Google+: Konkrete Daten gibt es nicht, aber es deutet einiges daraufhin, dass in Deutschland vor allem technik-affine Männer bei Google+ aktiv sind. Zumindest diese Zielgruppe sollte aber jetzt schon abgeholt werden, um die Grundlagen zur weiteren Vermarktung zu schaffen. Und über das Streaming und die Aufzeichnung der Hangouts on Air bei YouTube lassen sich auch noch weitere Nutzergruppen finden. Interessant ist zudem die Frage, wie Hangouts on Air in Bezug auf die Rundfunklizenzen gehandhabt werden. Eine feste Regelung gibt es auch nach dem Hangout von Kanzlerin Merkel nicht, aber die Landesmedienanstalten sehen im Moment wohl keinen Grund, die Hangouts on Air allgemein als Rundfunk anzusehen. […]

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