Crowdfunding: Direkter Austausch zwischen Konsument und Produzent

Die amerikanische Crowdfunding-Plattform Indiegogo hat nach einem Bericht von WSJ Tech angekündigt, an einer deutschen und französischen Version zu arbeiten.

„Indiegogo gehört zu den weltweit führenden Crowdfunding-Anbietern. Der bekannteste darunter ist die US-Plattform Kickstarter, die erst vor zwei Monaten eine eigene Version für Großbritannien gestartet hat, bei der in britischen Pfund bezahlt wird“, schreibt WSJ Tech-Blogger Stephan Dörner.

Nach Angaben von Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de gebe es in Deutschland einen regelrechten Boom: „Es dürfte mittlerweile fast 30 Plattformen geben – und jede Woche kommen neue hinzu.“ Wie viele davon überleben werden, sei allerdings fraglich.

Was nicht so tragisch ist. Hauptsache einige kommen durch. Es ist vielleicht auch die Basis, das Wirtschaftsgeschehen generell umzukrempeln, wie ich in meiner The European-Kolumne ausführte:

Mit Evaluations-, Controlling- und Buchführungs-Diktaturen kommt man nicht mehr weit.

„Im System der Delegationen oder Abtretungen von Souveränität, oder anders, im System der stillen Entmächtigungen, spielt die Evaluation eine entscheidende Rolle. An ihr drückt sich die spezifische Ohnmacht des gouvernemental gesteuerten Angestellten aus. Der Apparat ist mächtiger denn je, und kaum irgendwo äußert sich gegen ihn die Bürger- und Angestelltenwut“, schreibt Bartmann.

Die Graswurzel-Bewegungen des Netzes könnten das ändern. Etwa die Crowdfunding-Initiativen, die auch in deutschsprachigen Ländern wie Pilze aus dem Boden schießen, wie Dirk von Gehlen am Beispiel seines Buchprojektes „Eine neue Version ist verfügbar“ beim Digitalen Quartett darlegte.

Hier werde ein direkter Austausch zwischen Produzent und Konsument ermöglicht. Es sei keine Bettelei, wie Kritiker meinen, sondern es gehe um die Beteiligung der Crowd an innovativen Projekten. Normalerweise gebe man sein Buchmanuskript bei einem Verlag ab und kümmert sich nicht um den Rest. Beim Crowdfunding begleiten die Kunden den Entstehungsprozess und werden danach gefragt, was ihnen das Projekt wert sei. Und diese Werte entstehen nur durch die aktive Unterstützung – das sei das genaue Gegenteil von Bettelei.

Die vernetzte, kollaborative und digitalisierte Welt reduziert die Eintrittsbarrieren, um als Produzent tätig zu werden. Es fördert die Autonomie und schwächt das Regime der Fremdbestimmung. Das spüren nicht nur die Zeitungsverlage….

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