Netzschlaf oder Dialoge? Über neue Formate der Netzkommunikation #BloggerCamp

Blecherne Stimmen, verkrampfte Moderation, kaum Interaktion und Referenten, die mit einer Flut von propagandistischen Powerpoint-Folien im sonoren Ton loslabern und wehrlose Zuschauer in den Netzschlaf wiegen: Man nennt das Ganze auch Heizdecken verkaufen über so genannte Webinare.

Dabei liegen die Vorteile von Online-Präsentationen und neuen Konzepten für die Netzkommunikation auf der Hand: Man erreicht wichtige Entscheider, die über wenig Zeit verfügen. Zielgruppen können mit einem kostengünstigen Format und größerer Reichweite erschlossen werden. Man kann die Teilnehmer sogar überraschen, wenn das Programm die ausgetretenen Pfade der Frontalberieselung klassischer Tagungen verlässt. Etwas, was mit Hangout On Air beispielsweise hervorragend gelingt.

Auch die Einbindung hochkarätiger Experten gelingt leichter, da sie sich räumlich nicht wegbewegen müssen und schon mal eine Stunde für einen Vortrag oder eine Diskussionsrunde am eigenen Laptop investieren. Es entsteht sogar ein asynchroner Nutzen durch die Aufzeichnung der Veranstaltungen und bietet Möglichkeiten der Zweitverwertung via Slideshare, Youtube, Blogs, Xing, Twitter und Co. Aber es gibt auch Gefahren: Selbstgefällige Redner, die sich als stotternde Vorleser von übel gestalteten Textfolien mit phrasenhaften Bullet-Points darstellen, nerven schon bei normalen Präsenzveranstaltungen. Virtuell wirken sie besser, als jedes handelsübliche Schlafmittel.

Wenn man das Gehirn dieser Zuhörer nun mit dem Computertomografen analysieren könnte, leuchtet nicht das Belohnungssystem auf, sondern die Neigung zur Bestrafung. Im Auditorium eines Kongresses unterhält man sich dann mit seinem Nachbarn, studiert die neuesten Nachrichten auf dem iPad oder übersät seine Tagungsunterlagen mit „Das-ist-das-Haus-vom-Nikolaus“-Zeichnungen.

Und wenn das der Fall ist, sollte man lieber Chuck Norris vor das Mikrofon setzen!

Und wenn Chucki-Boy nicht buchbar ist, sollte man sich zumindest mal die zweite Session des heutigen Blogger Camps um 19,30 Uhr anschauen: Neue Konzepte der vernetzten Kommunikation – von virtuellen Messen bis zur Kundenberatung via Google Hangout.

Hashtag für Zwischenrufe während der Liveübertragung #BloggerCamp

Dazu der Beitrag von Hannes Schleeh, der auch die Idee für diese Runde hatte:

Reale Messen mit virtuellen Möglichkeiten verbinden. Man muss sich als Unternehmer dankenswerterweise nicht entscheiden, ob nur real oder nur virtuell. Denn eine perfekte Kombination aus beiden Formen bietet den größtmöglichen Erfolg.

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