Die Kommandowirtschaft von Hausdame Hofmann: Draußen-nur-Kännchen-Philosophie der Stadthalle Godesberg

Nein, ein Skandal war es natürlich nicht, was mir gestern beim Abi-Ball meiner Tochter in der Stadthalle Godesberg widerfuhr. Es ist nur ein Indikator für die Service-Orientierung, die man täglich in Gaststätten erleben kann.

Frau Hofmann hat mir im Kasernen-Ton übrigens klar gemacht, dass ich froh sein könne, im „Ball-Saal“ keinen Wein-Zwang zu erleben. Da sei man schon Kompromisse eingegangen. Ich könnte ja ein Kölsch bestellen. Radler-Bestellungen würden zur Überlastung des Servicepersonals beitragen und zu einem Stau bei der Bedienung der Tische führen. Die Kellnerin an unserem Tisch sah das allerdings völlig anders. Ihr seien die Hände gebunden, sie dürfe einfach meine Wünsche nicht erfüllen. Das habe ihr die Hausdame untersagt. Basta.

„Da haben wir uns schon etwas dabei gedacht.“

Vielleicht leiden die Verantwortlichen der Stadthalle auch unter einem mentalen Stau bei der Erfüllung von Kundenwünschen, die schwarz auf weiß auf der Getränkekarte standen. Auf Facebook wurden dann noch recht nette Vorschläge gemacht. Etwa vom Marketingfachmann Günter Greff:

„Einfach Radler beim nächsten mal mitbringen. Ist eh billiger und Du brauchst ihn nicht zu bestellen!“

Ralf Korb meint:

„Unterirdisch. Aber demnächst Pleite anmelden oder von der Stadt Subventionen wollen…alles Profis…“

Meiner Tanzfreude hat das Radler-Debakel übrigens nicht geschadet. Schließlich konnte ich die zwei schönsten Frauen des Abends aufs Parkett führen 🙂

Mit ihrer Kommandowirtschaft ist die Hausdame Hofmann übrigens in bester Gesellschaft. Sie zählt zur Avantgarde der deutschen Service-Bewegung.

Siehe auch:

Kein Bock mehr auf Service-Bürokratie: Wo bleibt die vernetzte Ökonomie?

Wahlfreiheit und überall der gleiche Service? Wenn Kunden sich für Online-Einkäufe entschuldigen müssen.

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