Wahlfreiheit und überall der gleiche Service? Wenn Kunden sich für Online-Einkäufe entschuldigen müssen

Dosentelefon-Blogger Christoph Pause, Chefredakteur der Zeitschrift acquisa, hat endlich DSL. Hallelujah!

„Hat ja auch nur alles zusammen vier Monate gedauert. Und bei der Telekom von Bestellung bis Freischaltung 23 Tage. Ohne Anna aus dem Team von Telekom_hilft hätte es noch viel länger gedauert. (An dieser Stelle ein tief empfundenes Dankeschön! an Anna)“, so Pause.

Mit der Hotline hatte das nicht funktioniert. Aber hier fängt die Geschichte eigentlich erst an, denn der Service-Spaß ging nach dem Technikerbesuch weiter:

Er brauchte den Router der Telekom, weil der O2-Router natürlich nicht kompatibel ist. Also ging Christoph Pause in „seinen“ in Kirchzarten. Dort entspinnt sich nach 10 Minuten Wartezeit (am Samstag nur zwei Leute in den Laden zu stellen, wenn jeder kommt, der unter der Woche keine Zeit hat: Tolle Idee!) folgender Dialog:

Ich: “Hallo, ich bin Neukunde, ich brauche einen Speedport.”

Verkäufer: “Gut, da nehmen Sie den Speedport W732, kostet 129,99.”

Ich: “Na gut. Bei O2 gabs den Router gratis zum Vertragsabschluss.”

Verkäufer: “War aber sicher auch das Einzige, was bei O2 funktioniert hat…”

Ich: “Nein, auch sonst war alles wunderbar.”

Verkäufer: “Wo haben Sie denn den Anschluss bestellt?”

Ich: “Im Online-Shop.”

Verkäufer: “Haben Sie davon irgendwelche Vorteile, oder warum haben Sie online gekauft?”

Ich: “Weil ich grad online war.”

Verkäufer: “Hätten Sie bei mir bestellt, hätten Sie den Router für 79 Euro bekommen.”

Ich: “Toll, dass einem im Online-Shop das nicht auch angeboten wird. Ich erwarte von der Telekom, dass auf allen Kanälen derselbe Service geboten wird.”

Verkäufer: “Nein, das geht nicht. Besser ist es im Laden, dafür sind wir Händler da. Es geht nicht alles so über das Internet.”

„Toller Service, toller Verkäufer. Ob es wirklich sinnvoll ist, Neukunden zu beschimpfen, weil sie online gekauft haben, was er im Laden anbietet, weiß ich nicht. Ich weiß nur eins: ich geh nie wieder hin. Und falls es in Kirchzarten Menschen gibt, die in einen Telekom-Shop müssen: Geht nach Freiburg, dort weiß man eher, was Multichannel heute heißt. Kirchzarten ist eben doch ein Dorf.“

Soweit zur Frage der Wahlfreiheit, selbst zu entscheiden, wie man Produkte und Services erwerben möchte. Da bekomme ich sofort einen Kaffee-Vollautomaten-Flash :-(….…„weshalb wir keine Kosten in Garantie oder Kulanz übernehmen“ #juravollautomat

Aber was sagte noch Brian Solis?

Customer behavior is changing quicker then the ability of companies to adapt. What is the key game changer and which industries are bound to die?

Siehe auch: Wollen Unternehmen im digitalen Darwinismus überleben, müssen sie sich dem Wandel stellen!

Schöne übrigens auch: Von der Vergeblichkeit, einen Festnetzanschluss zu bekommen, Teil II

Wo die Reise im Handel hingeht, beleuchtet t3n: M-Commerce: ebay-Studie zeigt Trends und Entwicklungen.

Wie soziale Netzwerke Unternehmen radikal verändern, beantwortet Hannes Schleeh im Interview mit Heinrich Bruns im Vorfeld der Berliner Wissenschaftskonferenz Informare:

4 Gedanken zu “Wahlfreiheit und überall der gleiche Service? Wenn Kunden sich für Online-Einkäufe entschuldigen müssen

  1. sklepy15890

    Bei soviel T-com (munikativen) Service macht auch am Ende beim Kunden selbst ein noch so toller „t-Com hilft“ Twitter-account nix mehr wett. Die aussterbende Spezies der „Fachverkäufer“ hat offenbar begonnen, die Kunden selbst zu verkaufen. In Ermangelung anderer oder auch sonst absetzbarer Produkte dürfte diese nicht geschehen, weil die gleichen Produkte ja über den „Kanal Onlineshop“ absetzbar sind. Aber so lange offenbar die Rendite stimmt, ist der Kunde selbst, dann nicht so wichtig.

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