Generation 50plus – Erfahrung als Wettbewerbsvorteil

Das hat mir auch Udo Nadolski vom IT-Beratungshaus Harvey Nash im Interview bestätigt. Selbst in der IT-Branche ist es sinnvoll, auf die Erfahrung der Senioren zu setzen. Nennen wir sie einfach mal „Computerveteranen“: Dazu sagt Nadolski:

Durch die Erfahrung dieser 20 Jahre kannten und kennen wir die Systeme und Anwendungslandschaften in Deutschland sehr gut. Und uns war natürlich trotz dieses Internethypes und dieser Trends die da entstanden klar, dass sich die Datenverarbeitung auf absehbare Zeit auf altbewährte Systeme abstützen wird. Was auch heute noch der Fall ist. Wir haben frühzeitig im Jahr 2000 angefangen, eine spezielle Gruppe aufzubauen von Seniorberatern und Managern, die eigentlich nichts anderes gemacht haben als sich auf die alten Technologien weiterzubilden und weiterzuentwickeln. Und auf dem neusten Stand der Technik zu sein. Und mit diesem Konzept sind wir bis zum heutigen Tage sehr erfolgreich“, so Nadolski.

Gunnar Sohn: Wie stark wird das immer noch nachgefragt. Das ist wahrscheinlich auch ein Migrationsthema. Wenn man auf neue Technologien setzen will, muss man natürlich auch etwas mit den Altbeständen machen. Ist das immer noch der Punkt wo die Computerveteranen zum Einsatz kommen?

Udo Nadolski: Wir haben nach wie vor die Situation, dass es nicht unerheblich viele Rechenzentren mit alten Technologien gibt und das wesentliche Teile von geschäftswichtigen Anwendungen nach wie vor auf diesen so genannten alten Technologien ablaufen. Das muss gewartet werden, da muss ein Service erfolgen und auch eine Weiterentwicklung stattfinden. 
Das ist das eine Thema, dem wir uns widmen. Wo wir einfach dafür sorgen, dass diese alten Technologien möglichst lange weiter laufen.

Das zweite Thema ist in der Tat die Migration auf andere Technologien. Auf verteilte Technologien, auf andere Plattformen. Das gestaltet sich gemeinhin doch sehr langwierig und schwierig. Da redet man dann schon häufig über Projektlaufzeiten von drei bis sieben Jahren. Und auch in diesem Umfeld können sie so eine Migration nur starten wenn sie die alte Welt als Basis für das was sie machen sehr genau verstehen, analysieren können und das in Funktionalität für das neue System umsetzen.

Siehe auch den NeueNachricht-Bericht: Auch alte IT-Eisen können noch glühen.

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