Aseptische Büros oder individuelle Note: Über Arbeitsplätze von morgen oder so….Meinung gefragt

Update: Das erste Foto bildet ja nur den „Rückraum“ meines Schreibtisches ab. Die Vorderansicht dürfte aber bereits bekannt sein aus diversen Beiträgen. Aber dennoch zur Vervollständigung hier noch die Vorderansicht.

Und hier noch die Seitenansicht:

Mein Büro ist mit Sicherheit keine Oase der Ordnung. Aber das war schon immer so, wie frühere Kollegen aus meiner Zeit als Leibeigener Angestellter sicherlich bestätigen können. Das ist halt meine persönliche Note. Ich arbeite mit dem Material und wenn ich es wegstelle und die Unterlagen aus meinem Blickwinkel verschwinden, dann verschwindet das Ganze auch aus meinem Hirn. Jeder hat da so seine Macken. Wäre aber mein Chaos erträglich für ein Büro im Post-Tower? Glaspaläste, die einen aseptischen Schreibtisch erfordern, mit Glastüren und einer Fassade, die von außen die Farbe des Strumpfes erkennen lässt? Fehlt nur noch, dass auch die Klo-Räume verglast sind und der Abteilungsleiter erkennt, wie lange ich für einen Stuhlgang benötige. Feine Räume, die dem Gestaltungsdiktat des Architekten unterliegen bis zum Lichtkonzept der Hausbeleuchtung? Faktisch bleibt die Individualität und die persönliche Note auf der Strecke. Die Wirtschaftswoche stellt seit Jahren irgendwelche Führungskräfte in ihren Büros vor. Meistens ist man peinlich berührt ob der gekünstelten Szenerie. Hier mal drei Beispiele aus den wenigen Printausgaben, die ich von der Wiwo noch habe:

Jetzt kommt mein Favorit. Diese entschlossene PossePose:

Statt um Zeitlosigkeit, geht es um immer schnellere Trends, statt um Funktionalität, um immer stärker spezialisierte Nischenprodukte, meint Mateo Kries, Chefkurator des Vitra Design Museums in Weil am Rhein. Die Heilsversprechen der Gestalter, unser Leben einfacher, schöner und praktischer zu machen, seien nicht in Erfüllung gegangen. Wie muss also ein Büro als Gesamtkunstwerk ausschauen? Wie sollte das Büro der Zukunft ausschauen in Zeiten der Mobilität, der digitalen Arbeit und den Anforderungen an flexible Arbeitszeiten (Desk-Sharing und solche Späße)? Wie sollten also die Arbeitsplätze idealerweise aussehen? Mir ist es ja eigentlich völlig wurscht. Wo mein Laptop ist, da ist auch mein Arbeitsplatz – könnte auch ein gläsernes Klo sein. Aber was habt Ihr für Ideen und Gedanken? Mal schauen, ob ich daraus eine Geschichte mache für die nächste Woche. Statements oder Kritik an aseptischen Bürokonzepten bitte bis Sonntagabend hier als Kommentar posten oder per E-Mail an: gunnareriksohn@googlemail.com.

7 Gedanken zu “Aseptische Büros oder individuelle Note: Über Arbeitsplätze von morgen oder so….Meinung gefragt

  1. Mein Büro ist noch viel schlimmer, lässt sich nicht mal fotografieren! Und mein Computer bricht regelmässig zusammen, weil ich über 800 Ordner, 28.396 e-Mails und endlos viele Anwendungen habe. Er wurde in einem Projekt sogar als Beispiel für die Notwendigkeit eines ‚intelligenten Desktop‘ aufgeführt.
    Ja, da gibt es gute Geschichten zu machen!
    Arnoud de Kemp

  2. Wie wohl Coworking nicht schlecht ist. Aber das sieht mir zu aufgeräumt aus. Übrigens fehlen solche Projekte in Bonn. Vergangene Woche hatte ich ein Treffen mit Bloggern aus der Bundesstadt. Die sagten alle, dass in unserer beschaulichen Stadt die Treffpunkte fehlen.

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