Wunsch an das „hochkarätige“ DVTM-Beiratsmitglied Professor Thoma: Entwickeln Sie bitte einen Kodex für die TV-Einschaltquote

Der Deutsche Verband für Telekommunikation und Medien (DVTM) benennt nach eigenen Angaben „drei hochkarätige Mitglieder“ des Kodex-Beirats: Zukünftig werden Prof. Dr. Helmut Thoma (Medienberater und Gründer von RTL), Dr. Karl-Heinz Neumann (Geschäftsführer und Direktor WIK Wissenschaftliches Institut für Infrastruktur und Kommunikationsdienste GmbH) sowie Prof. Dr. Norbert Schneider (ehemaliger Direktor Landesanstalt für Medien NRW) die Weiterentwicklung des Kodex mit ihrer Expertise unterstützen. Der Beirat berät die Expertenkommission, die den seit 14 Jahren etablierten Kodex Deutschland für Telekommunikation und Medien kontinuierlich fortschreibt und weiterentwickelt. In regelmäßigen Treffen bewertet der Beirat rückblickend Entwicklungen im TK- und Medienmarkt und blickt zudem präventiv nach vorn, um zukünftige Trends frühzeitig in den Kodex einfließen zu lassen. Eines der wichtigsten Zukunftsthemen ist die kommende All IP-Welt.

Professor Helmut Thoma: „Wir freuen uns sehr, einen Beitrag zur stetigen Fortschreibung des Kodex Deutschland für Telekommunikation und Medien und damit zu einer positiven Entwicklung im konvergenten TK- und Medienmarkt leisten zu können. Allzu häufig werden nur die technischen Rahmenbedingungen der TK-Branche thematisiert. Der Kodex hingegen legt erfreulicherweise auch Wert auf Inhaltsangebote und Dienste.“ Soweit so gut oder auch nicht. Wenn der Herr Professor Thoma da nun hochkarätig für TK und Medien einen Kodex mit entwickeln soll, kann er doch gleich einige Ideen einbringen, die von ihm erfundene Mumpitz-Einschaltquote fürs Fernsehen abzuschaffen und einen validen statistischen Messwert in die Welt zu setzen – er ist ja nicht mehr bei RTL. Warum die noch heute so gern von Meedia und Co. zitierte Einschaltquote ein Marketing-Gag ist, hatte ich ja schon vor einigen Jahren hier gepostet:

Die so genannte „werberelevante Kernzielgruppe“ der 14- bis 49-Jährigen ist ein Marketing-Mythos des Privatsenders RTL. Das enthüllte der frühere RTL-Vermartungschef Uli Bellieno gegenüber der NDR-Sendung Zapp. Große Auswirkungen hatte das bislang nicht: „Schaut man sich die einschlägigen Fachzeitschriften an, steht bei der Veröffentlichung der Fernsehquoten immer noch die Altersabgrenzung im Vordergrund“, kritisierte Hans-Joachim Strauch, Geschäftsführer des ZDF-Werbefernsehens, auf dem Deutschen Handels-Werbekongress in Düsseldorf. Das Ganze war ein Vermarktungstrick von Helmut Thoma. Der damalige RTL-Chef habe es mit seiner Eloquenz geschafft, diese Zielgruppe im Markt zu verankern, berichtet Zapp: „Die Kukidents überlasse ich gern dem ZDF“, so der legendäre Ausspruch des Österreichers.

Ich hoffe mal, dass Thoma noch nicht zur Kukident-Fraktion zählt und den Willen aufbringt, seine Quoten-Kreation zu revidieren.

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