Virtuelle Shopping-Assistenten werden die letzte Meile im Einzelhandel umpflügen

Netzwertig.com berichtet über biometrische Erkennungsverfahren, die zur nächsten Revolution im E-Commerce führen können.

„Technologie zur Fern-Körpervermessung erscheint auf den ersten Blick noch futuristisch. Händler, die dieses Verfahren zur Reife bringen, haben jedoch die Chance, im Textil-Versand eine Marktmacht zu erlangen, die diesen Bereich des elektronischen Handels grundlegend verändern könnte.“

Die Geschäftsidee des 2010 gegründeten Berliner Startups Upcload offenbare im aktuellen Entwicklungsstadium lediglich einen Bruchteil ihres Potentials.

„Kunden im Textilien-Onlineversandhandel via Webcam per Körperscan aus der Ferne von der Notwendigkeit einer Anprobe zu befreien, wirkt zwar von technischer Seite aus innovativ, eine Einschätzung der Einsatzgebiete über Nischenmärkte im Bereich der Maßanfertigung des Textilhandels hinaus erschließt sich bei vordergründiger Beurteilung jedoch nicht ohne weiteres.Legt man jedoch einen Fokus auf die Wertschöpfungskette in dieser Industrie und unterstellt entlang derer einen ganzheitlichen Einsatz dieser Technik, dann werden die Anwendungsmöglichkeiten in einer Tragweite deutlich, die sich für die weitere Entwicklung der Branche als Meilenstein herausstellen könnte: Eine automatisierte Zuordnung von passenden Kleidergrößen für Käufer im Versandhandel, die die individuellen Maße jedes einzelnen Kunden berücksichtigt. Logistische Systeme wären bereits jetzt dazu in Lage, individuelle Körpermaße der Kunden mit den Fertigungsmaßen der Kleidungshersteller abzugleichen. Das entscheidende Merkmal, das die bahnbrechende Neuerung für den Fashion-Versandhandel bedeuten würde, wäre vielmehr eine Logistik-IT in Kombination mit diesem neuen biometrischen Erkennungsverfahren. Diese könnte selbst die hohen Ungenauigkeiten innerhalb der Größenangaben von Konfektionswaren ausgleichen“, so netzwertig.

Der sehr ausführliche und interessante Beitrag beleuchtet noch weitere Aspekte. Witzig ist die Analogie zu einem Posting von mir aus dem Jahr 2008: IBM-Innovationstrends: Sprechendes Internet und digitale Shopping-Assistenten.

Intelligente Assistenten werden die Shopping-Welt verändern:

„Dabei wird die symbiotische Verknüpfung einer neuen Technologie und einer neuen Generation von Mobilgeräten den Einkaufserfahrungen im Einzelhandel dramatische Impulse verleihen. So werden Ankleideräume bald mit digitalen Shopping-Assistenten ausgestattet sein – Touchscreens und sprachgesteuerte Kioske werden Kunden zudem die Möglichkeit eröffnen, Bekleidungsstücke und Accessoires auszuwählen als Ergänzung oder Ersatz für die bereits zusammen gestellte Garderobe“, führt IBM aus.

Die letzte Meile im Einzelhandel werde in einigen Jahren völlig anders aussehen.

„Das klassische Ladengeschäft muss nicht mehr Teil des Distributionsnetzes sein. Als Konsument möchte ich nur die allernötigsten Artikel an Ort und Stelle mitnehmen. Was darüber hinausgeht, soll mir nach Hause gebracht werden. Statt weit zu fahren, damit ich zu einem großen Sortiment komme, werde ich zu einem Showroom gehen, wo man mir das ganze Sortiment zeigt – echt oder virtuell“, sagt Moshe Rappaport, IBM- Experte für Technologie- und Innovationstrends.

Es müssten nicht mehr alle Artikel im Laden vorrätig sein. Es reiche vollkommen aus, alles zeigen zu können. Nicht mehr das Produkte steht im Vordergrund, sondern der Service.

„Nehmen wir Kleider als Beispiel. Ich muss nicht alle Größen in allen Farben haben. Das kann ich in einem elektronischen Dressing-Room in allen Varianten ausprobieren und meine Kaufentscheidung treffen. Komme ich nach meiner Shopping-Tour wieder ins eigene Heim, wartet das Paket schon auf mich und ich kann die Kleidung anziehen“, so der Ausblick von Rapport vor drei Jahren.

So langsam kann man die Konturen dieser Visionen erkennen.

5 Gedanken zu “Virtuelle Shopping-Assistenten werden die letzte Meile im Einzelhandel umpflügen

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  4. Online-Shopping auf dem Vormarsch ;)! Also wenn ich samstags in die Stadt gehe, ist es immer noch überall voll.

  5. Mag sein. Vielleicht noch im Stadtzentrum. In der Bonner Innenstadt ist es auch noch voll. In den Fußgängerzonen der anderen Bezirke ist dagegen gähnende Leere und die Fluktuation der Geschäftsinhaber nimmt zu.

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