Beethoven und der Bonner IHK-Präsident

Lieber Herr IHK-Präsident Wolfgang Grießl, würden Sie folgende Zeilen gerne in den Medien lesen?

„Dem Musikleben ist ein neues Zentrum entstanden, ein hegender Raum für das Werk Beethoovens und aller Musik vor ihm und nach ihm. Bonn als Stadt am Rhein, als Universitätsstadt und ehemalige Bundeshauptstadt hat einen Mittelpunkt menschlicher Begegnung gefunden, der den vielbeklagten Abstand zwischen dem alten und dem neuen Bonn spürbar schmäler werden ließ. In gemeinsamen Stolz, in Bewunderung und Anerkennung des Bauwerkes treffen sich die Bürger dieser Stadt und ihre Gäste, schwindet die Furcht vor Enge und Beschränktheit. Die einen haben Vertrauen zur eigenen Fähigkeit gewonnen, die anderen trauen nun der Stadt besondere Leistungen zu. Der neu errichtete Musiktempel ist ein architektonisches, musikalisches, wenn nicht politisches Ereignis. Zu rühmen ist die kommunale Großtat und der planerische Mut, mit der man Bonn vom Adjektiv ‚provinziell‘ befreit. In anderen Städten ist man das Wagnis nicht eingegangen, einen avantgardistischen Bauentwurf zu wählen und auch kommunalpolitisch gegen Widerstände durchzusetzen. Von Experten wird vor allem die raumakustische Planung des neuen Konzertsaales gepriesen. So ist alle wissenschaftliche Sorgfalt aufgewendet worden, die einem solchen weit wirkenden Zentrum der Musikpflege zukommt. Entstanden ist einer der modernsten und akustisch einwandfreisten Konzertsäle, von dem sich die Beethovenstadt Bonn im deutschen Musikleben eine beträchtliche Rangerhöhung verspricht. Die ersten Akustikproben brachten glänzende Ergebnisse. Jeder der 1420 Plätze, im Parkett wie auf den Rängen, ist mitten im Schallgeschehen: die dynamischen Schwankungen sind, welchen Standort man im Raum auch immer einnimmt, kaum merklich. Andererseits ist aber auch dafür gesorgt, dass die Akustik nicht nur für eine bestimmte Art von Musik, etwa für romantische Klangmassen, vorzüglich ist, sondern ebenso der klaren Linearität eines barocken oder auch modernen Werkes gerecht wird.“

Dann sollten Sie, lieber Herr Grießl, und die Freunde Beethovens meine morgige Kolumne für das Debattenmagazin „The European“ lesen, die so ab 9 Uhr abrufbar ist. Das schreibe ich Ihnen als Mitglied der IHK-Bonn.

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