Wenn Schmeetings und Exceme zur Plage werden

Meine Freitagskolumne für Service Insiders wird sich Übermorgen (also am Freitag) mit den Sprachinnovationen von Sascha Lobo beschäftigen – mit seinem Opus-Langnese-Magnum sozusagen. Das digitale Universum schreit ja nicht nur nach neuen Regeln in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Auch der tägliche mit Leerformeln durchsetzte Sprachduktus von ambitionierten Führungskräften verlangt nach semantischen Innovationen: Ganzheitlich gut aufgestellt an Lösungen für Synergien eines effizienten und effektiven Daseins zu suchen, um weltweit führend seine Powerpoint-Bullshitpoints in die Welt zu sabbeln ist von vorgestern. Gefragt ist ein radikal neuer Wortschatz für das Kaschieren der eigenen Dünnbrettbohrer-Weisheiten. Ein neues Lexikon aus der Edelfeder des allgegenwärtigen Bloggers Sascha Lobo schafft Abhilfe. Es ist der kleine Duden für die Zukunft, den man auch während der Entspannungszeiten auf dem Klo zu Rate ziehen oder als Ablenkungslektüre für sinnfreie Sitzungen nutzen kann. Das Standardwerk liefert 698 schnell zu erlernende neue Worte und philosophische Erhellungen für alle Lebenslagen.

Man muss sich ja nicht mit geistesschwachen Meetings zufrieden geben, die über die Frage brüten, ob schon die results für Q2 vorliegen und eine Antwort erntet wie: „Ja, und Sales performt schon wieder under!“ Passend zu dieser lachhaften Nichtkommunikation sind nach den Ausführungen von Sascha Lobo rund 90 Prozent aller Arbeiten im Büro nur vorgetäuschte Scheintätigkeiten zur Selbstvergewisserung der eigenen Nützlichkeit: „Büroarbeit am Anfang des dritten Jahrtausends ist abgesehen vom notwendigen Geldverdienen die kollektive Illusion, man sei geschäftig und betriebsam im Geschäft oder Betrieb, während man in Wirklichkeit einen Lebenspartner sucht oder jemanden, um den Lebenspartner zu betrügen, oder wenigstens einen Grund, um zu saufen“, schreibt Lobo in seinem Opus der Klugheitslehre. Wenn man schon tief in der Sackgasse des beruflichen Hospitalismus schmort, dann sollte man die Dinge wenigstens beim Namen nennen. Das ganze Stück dann am Freitag lesen auf Service Insiders – mit Schmeetings, Excemen und mehr.

Lesenswert übrigens auch die heutige Spon-Story von Sascha Lobo:

Netzpöbeleien: Igelbabys gegen Trolle.

2 Gedanken zu “Wenn Schmeetings und Exceme zur Plage werden

Kommentar verfassen