Abrechnung mit der Publizisten-Stulle Hajo Schumacher

Benm.at hat einen schönen Konter gesetzt gegen das Apple-Bashing von Hajo Schumacher.

Sie schreiben unter der Überschrift “Apple, es reicht!“, dass immer mehr Bundestagsabgeordnete stolz auf ihr iPad sind, “ihr Fingerfett über den Touchscreen” verteilen. “Wenn alle Porsche fahren, wird der Golf wieder interessant.” Natürlich – wir blicken staunend auf jeden Trabbi, oh, lange nicht gesehen, und er fährt auch noch, Wahnsinn. Staunt man über ein Auto, heißt das noch lange nicht, dass man damit bis nach Oslo fahren möchte.

Selbst wenn fast jeder einen Porsche hat, kann der (theoretisch) immer noch schneller fahren als ein Trabbi, oder der von Ihnen genannte Golf.

Der Vergleich ist aber aus einem weiteren Punkt völlig daneben. Das iPhone ist kein Porsche, und will kein Porsche sein. Wissen Sie, was Apple herstellen will? Schön verpackte Technik, die gut funktioniert und leicht zu bedienen ist. Keine unkomfortablen Hochleistungsrennpferde. Das iPhone ist leistungfähig wie ein 7er BMW, praktisch wie ein Renault Espace und stylisch wie ein VW Beetle – um in Ihrer Autowelt zu bleiben.

Und ganz entscheidend:

Leicht zu bedienen – das bedeutet im Umkehrschluss: Das kann ja meine Oma! Das kann mein Bundestagsabgeordneter! Ja, auch für diese Menschen sind die Produkte da, nicht nur für die (/für uns) Hornbrillenträger mit Naturledertasche! Jetzt haben genau diese Menschen erkannt, dass die Apple-Produkte ihnen nützlich sind. Sie trauen sich heran, an die Technik, die nicht ihrer selbst Willen bestehen will, sondern Mittel zum Zweck ist (und wenn der Zweck nur “Unterhaltung” ist). Die Technik rückt in den Hintergrund. Die Technik lässt sich nicht einmal aufschrauben, um irgendwelche Chips und Akkus auszuwechseln. Nein, sie ist fertig, so wie sie ist.

Auf weitere Gegenargumente will ich nicht weiter eingehen. Merkwürdig finde ich allerdings die Telefonie-Erfahrungen von Schumacher: „Das iPhone 4 ist seit C-Netz-Zeiten das erste Handy, mit dem ich nur eingeschränkt telefonieren kann. Jedes zweite Gespräch reißt ab.“ Das ist doch völliger Quatsch. Bei mir ist noch nie ein Gespräch abgerissen. Aber bei Schumacher ist halt alles anders. Er nutzt jetzt wieder seine “Nokia-Stulle” – hoffentlich mit großen Tastaturen.

3 Gedanken zu “Abrechnung mit der Publizisten-Stulle Hajo Schumacher

  1. Auch Journalisten haben mal nen schlechten Tag und saugen sich was aus den Fingern. Es soll auch eine ganze besondere Spezies geben, die am besten über Dinge schreiben kann, wo sie null Ahnung hat.

  2. Pingback: Der Journalismus und die Verbreitung im Netz | Moritz Homann – Weil es immer irgendwas zu schreiben gibt.

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