Die Facebook-Heuchelei der Bild-Zeitung #Carta

Vergangene Woche setzte ich mich noch kritisch mit der dümmlichen Schlagzeile der Bild-Zeitung auseinander: Todesfalle Facebook. Jetzt hat Carta ein interessantes Stück veröffentlicht, wie sich das Sensationsblättchen zu Privatfotos auf Facebook positioniert: „Vor wem sollten sich Facebook-Nutzer fürchten, wenn es um die unrechtmäßige Veröffentlichung ihrer Partyfotos geht? Na, vor der Bild-Zeitung, höhnte vor wenigen Tagen der Medienjournalist Stefan Niggemeier auf einer Diskussionsveranstaltung. Neben Niggemeier auf dem Podium saß Axel-Springer-Vertreter Dietrich von Klaeden, der abstritt, dass sein Verlag Facebook-Fotos ohne Rechtsgrundlage verwende — und versprach, das im Zweifelsfall ‚in Ordnung‘ zu bringen“, schreibt Carta. Passiert ist allerdings wenig. Selbst die Fragen zur Herkunft der Fotos für die Blöd-Story über die Todesfalle Facebook wurden ausweichend beantwortet.

Klaeden erklärte sich auf Carta-Anfrage für Medienanfragen nicht zuständig und verweist auf Bild-Pressesprecher Tobias Fröhlich als „geeigneten Ansprechpartner“. Fröhlich wiederum erklärt:

„Wir legen selbstverständlich Wert darauf, die rechtliche Situation von Fotos zu klären. Allerdings muss ich Sie bezogen auf Ihre aktuelle Frage um Verständnis bitten, dass wir uns zu Redaktionsinterna oder Quellen grundsätzlich nicht äußern.“ Das klingt doch sehr glaubwürdig. „Am Dienstag erweckt Dietrich von Klaeden, bei Springer zuständig für Regierungsbeziehungen, den Eindruck, dass er bei der rechtlich fragwürdigen Verwendung von Facebook-Fotos durch sein Haus als Ansprechpartner zur Verfügung stünde und zur Aufklärung beitragen würde. Am Freitag verweist er auf die Pressestelle — und ein Bild-Sprecher ergänzt, dass man sich grundsätzlich nicht zu Redaktionsinterna und Quellen äußere. Merke: Ausgesprochen glaubwürdige Lobbyisten versprechen auf Podien nur Dinge, die ihr Haus dem Eindruck nach auch vollständig halten kann“, resümiert Carta.

Kommentar verfassen