Social Media und der Verlust von Gewissheiten in der Markenkommunikation: Warum Monitoring-Tools auch weiche Faktoren und Long Tail-Effekte berücksichtigen müssen

Wie angekündigt, kommt hier noch eine Story zur Fliegenbein-Zählerei. Die DAX-Konzerne bauen ihr Engagement in sozialen Netzwerken aus, so eine Studie der Düsseldorfer Agentur Vierpartner. Teilweise konnten die Unternehmen die Zahl ihrer Facebook-Fans verfünffachen und die Twitter-Follower versechsfachen. Angeblich sei jetzt die Zeit des Experimentierens bei einigen Konzernen vorbei. Hier regt sich allerdings Widerspruch. Soweit die Kurzfassung der Studie. In meiner Abhandlung gehe ich kritisch auf diesen Befund ein:

„Die Zahl der Fans, Follower oder Abrufzahlen sagt überhaupt nichts über den Grad der Interaktion oder über eine Veränderung der Unternehmenskultur. Ich bezweifle, dass sich die Ziegelsteinmentalität in vielen großen Organisationen des Staates und der Wirtschaftgeändert hat“, erwidert Peter B. Záboji, Chairman des After Sales-Spezialisten Bitronic. Wer Social Media nur als zusätzliche Spielwiese für die Markenkommunikation betrachtet, habe nicht begriffen, was sich im Netz abspielt.

Die Angst vor dem Kontrollverlust bestimme in der Regel noch die Markenkommunikation, so der Blogger und Strategieberater Sascha Lobo. Fast jeder hänge noch der Illusion nach, dass einem die Marke gehöre. Man könne allerdings nicht mehr bestimmen, was damit passiert: „Die Marke findet in den Köpfen der Menschen statt.“

Die Entwicklung eines Social Media Index zur Erfolgskontrolle von Aktivitäten im sozialen Netz erfordert nach Auffassung der Marketingprofessorin Heike Simmet eine Kombination von quantitativ erfassbaren Größen mit qualitativ orientierten Einflussfaktoren. Beziehungsreichweite, gemessen an Faktoren wie Anzahl der Fans oder Follower und Feedbackintensität, gemessen an Faktoren wie Zahl der Retweets und Empfehlungen, müssen kombiniert werden mit weichen Faktoren, die sich beispielsweise aus semantischen Analysen ableiten lassen.“ Ein kleiner Auszug des Artikels, den ich für MarketingIT geschrieben habe.

Hier geht es zur kompletten Story.

Thema wird uns sicherlich weiter beschäftigen. Neue Erkenntnisse liefert vielleicht die Erhebung der absatzwirtschaft in Kooperation mit dem Beratungshaus Mind Business.

Ein Gedanke zu “Social Media und der Verlust von Gewissheiten in der Markenkommunikation: Warum Monitoring-Tools auch weiche Faktoren und Long Tail-Effekte berücksichtigen müssen

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