iPad und die notwendige Demut der Kopisten

Basic Thinking hat sehr schön das PR-Desaster der Firma Nefonie bei der großspurig angekündigten Einführung eines iPad-Konkurrenz-Gerätes nachgezeichnet. Kopisten sollten nicht nur auf die Sahne hauen, sondern einfach besser sein. Jedenfalls sollte das neofonetische Wunderwerk alles das können, was die Apple-Flunder noch nicht kann. „Als Betriebssystem ist zunächst von Android die Rede, Hardware-seitig soll das WePad praktisch alles können, was Apple beim iPad ausgespart hat: USB-Slots, Webcam, Kartenleser. Dafür mit geplanten 800 Gramm etwas schwerer – was bei der größeren Bilddiagonalen von 11,6 Zoll in Ordnung ginge (iPad: 9,7 Zoll, 680-730 Gramm). Ein Original Design Manufacturer (ODM) in China oder Taiwan sollte das Gerät genau nach den Wünschen und Vorlagen von Neofonie herstellen. Auch auf die Wünsche der Kunden solle bei der Fertigung eingegangen werden – daher der Name WePad (später dann WeTab,gs). ‚Designed in Germany‘ wäre von der Definition her also in Ordnung gewesen. Der Vorteil: Neofonie arbeitete bereits mit Verlagen über die Digitalisierung von Zeitschriften zusammen. Das Tablet wäre also nur ein zusätzlicher Absatzweg. Es klang fast zu gut um wahr zu sein“, so Basic Thinking. In dem Beitrag wird die Chronik der Pannen sehr gut dokumentiert.

Vielleicht sollten Kopisten generell mehr Demut an den Tag legen. Sie könnten ja mit vorschnellen Ankündigungen etwas sparsamer umgehen und nicht krampfhaft probieren, Steve Jobs zu imitieren. Also Demut-Marketing statt Phrasendrescherei. Roter Schal und Adelstitel reichen zur Inszenierung nicht aus.

Siehe auch:
Steve Jobs und das Blöken der Kopisten.

Ein Gedanke zu “iPad und die notwendige Demut der Kopisten

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