Die Atomfreunde

Lobby Control hat die von der Agentur Jung von Matt entwickelte Anzeigenkampagne der Atomfreunde recht hübsch auseinander genommen. So wollten die Lobbyisten durch einen breiten und vielfältigen Unterzeichnerkreis eine starke Glaubwürdigkeit übermitteln und mit einem Gutmenschen-Deutsch von den eigentlichen Interessen ablenken. Entsprechend dürfen auch nicht Begriffe fehlen wie „ökologischer Umbau“ oder „Zukunftsfähigkeit“ und deshalb wurden auch Leute wie der Publizist Manfred Bissinger oder Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff präsentiert.

Die meisten Unterzeichner kommen allerdings von Energiekonzernen, aus energie-intensiven Unternehmen und dem Bundesverband der Deutschen Industrie. „Dazu kommen mit Kurt Lauk und Michael Fuchs zwei unternehmensnahe Unionspolitiker sowie altgediente Seitenwechsler zwischen Politik und Lobbyismus wie Wolfgang Clement, Friedrich Merz und Otto Schily. Interessanterweise wird Clement als ehemaliger Ministerpräsident und Bundesminister vorgestellt, seinen Aufsichtsratposten bei RWE Power lässt man unter den Tisch fallen. Merz und Schily werden dagegen nicht als ehemaliger Politiker sondern als Rechtsanwälte vorgestellt. Für welche Kunden sie aktuell tätig sind, weiß man nicht“, schreibt Lobby Control.

Auffallend ist, dass nur 9 von 30 Dax-Vorstandschefs unterzeichnet haben. „Da die Anzeige offensichtlich einen breiten Unterstützerkreis haben sollte, kann man vor allem das Ergebnis außerhalb der Unternehmenswelt als mager einschätzen“, so Lobby Control.

Meine Wertung kann man hier nachlesen.

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