Stefan Raab und seine geniale Casting-Show – Wie sich Medienkritiker irren können

Ich fand die Casting-Show „Unser Star für Oslo“ von Anfang an sehr sympathisch, fair und kompetent. Hier zeigte Stefan Raab, dass er nicht nur herumblödeln kann, sondern mit seriösem Engagement junge Musiktalente fördert – im Gegensatz zur polternden TV-Nervensäge Dieter Bohlen.

Mit dem Sieg von Lena beim Eurovision Song Contest ist das eindrucksvoll bestätigt worden. Auch wenn manche Medien sich jetzt nicht mehr an ihr Geschwätz von gestern erinnern wollen, ist es doch interessant, sich ein paar „alte“ Kommentare anzuschauen. Zum Beispiel die TV-Kritik Judith von Sternburg in der Frankfurter Rundschau: „Unterhaltung zum Wegdösen“.

„Gestern Abend blieb noch unklar, wie Deutschland mithilfe dieses Verfahrens beim Eurovision Song Contest in Oslo punkten soll. Auch wenn eine achtzehnjährige Gymnasiastin namens Lena tatsächlich hinreißend war. Die Kandidatenkür durch das Fernsehpublikum läuft außerdem über acht Shows und ist kompliziert genug, um noch Überraschungen zutage zu fördern und nicht nur motivierte junge Menschen, die ganz gut singen und sehr nett sind“, schrieb die Redakteurin vor ein paar Wochen.

Der Standort dieser erstmaligen privat-öffentlich-rechtlichen Kooperation würde zwischen Anständig- und Blödigkeit im Niemandsland der unauffälligen Unterhaltung liegen.

Tja, das haben Millionen Menschen in Europa wohl etwas anders gesehen!

Siehe auch:
Ein bisschen zu viel Frieden.

Gut gemeint, aber stinklangweilig.Alles superduper.

Nicht überraschen dürfte das Fehlurteil der FAZ:

Kommentar zum ersten Lena-Auftritt: „Der Jury-Präsident war ‚gekickt‘ und ‚geflasht‘, Marius Müller-Westernhagen sprach sogar von ‚Star-Appeal‘. Die Favoritin stand damit fest – und schaffte es am Ende auch beim alles entscheidenden Zuschauer-Votum in die nächste Runde. Ob sie in zwei Wochen dann allerdings ein anderes Lied genauso ‚geil‘ (Stefan Raab) rüberbringen kann, wie das eine, das so merkwürdig klingt und wohl darum so perfekt am Dienstagabend zu der Jüngsten im Felde passte, kann man schon jetzt bezweifeln“, so die FAZ-Kritik.

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