Die Verödung der Presselandschaft in Bonn

„Die Nachricht, dass der General-Anzeiger ab dem 1. Januar 2010 stufenweise die Produktion des Rundschau-Mantels übernehmen wird, kam völlig überraschend. Der Vorstand der Bonner Journalistenvereinigung ist der Überzeugung, dass ein weiteres Mal die – wohl bald endgültig nicht mehr gegebene – Pressevielfalt im Köln-Bonner Raum geschwächt wird“, so der BJV.

Diese neue Entwicklung gehe in eine völlig falsche Richtung, die letztlich, da sie im ganzen Bundesgebiet zu beobachten ist, auch zu einer Schwächung unserer Demokratie führen kann. „Mit der Maßnahme wird aus unserer Sicht nicht die Qualität des Mantels gesichert und das Lokale gestärkt, wie die Verleger verlauten ließen, sondern eine schrittweise Verödung der Presselandschaft in unserer Region bewirkt und eine immer stärkere Abhängigkeit von Politik, Vereinen, Unternehmen und Organisationen von einem sich abzeichnenden Einzeitungsgebiet. Konkurrenz belebt nicht nur das Geschäft, sondern sorgt auch für Qualität, die wir ganz besonders im Bereich der Medien erwarten dürfen“, schreibt der BJV auf seiner Website.

Von der Entwicklung seien einige DJV-Kolleginnen und Kollegen direkt betroffen. Geplant sei, dass ihnen Stellen in den Lokalredaktionen der Rundschau angeboten werden.

„Bei auftretenden Problemen beim Umstellungsprozess raten wir den Betroffenen, sowohl fest Angestellten wie auch freien Mitarbeitern, dringend – falls noch nicht erfolgt – mit unserer Geschäftsstelle in Düsseldorf Kontakt aufzunehmen und zwar mit Christian Weihe, weihe@djv-nrw.de, und sich rechtlichen Rat und Beistand zu holen“, führt der BJV aus.

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