Microsoft-Yahoo-Kooperation ist eine Totgeburt – Die Google-Dominanz wird wachsen

Stadt der BlindenEine Übernahme von Yahoo durch den Software-Konzern Microsoft hätte nach Ansicht von Voice Days Plus-Sprecher Bernhard Steimel noch Sinn gemacht. Allerdings nur beim Kampf um die Hoheit des mobilen Internets. Beim stationären Internet sei gegen Google kein Blumentopf mehr zu gewinnen. „Mit dem Handy kommen Menschen ins Internet, die den Weg über den PC nie genutzt haben oder nutzen werden. Aufgrund des Formfaktors, den Screengrößen, Bedienungslimitierungen und verfügbaren Bandbreiten muss die Suche, also der primäre Zugang zu allen Inhalten und Diensten, auf dem Handy erschwerten Anforderungen gerecht werden. Sie muss sich zur Antwortmaschine weiter entwickeln, die aus der Verknüpfung von Web 2.0 und dem Semantischen Web richtige ‚Antworten’ produziert, statt lange Linklisten auszuspucken. Zudem muss die mobile Suche einfach zu bedienen sein“, weiß Steimel.

Wer von den Suchanbietern schließlich das Rennen gewinnen werde, hängt nach seiner Auffassung davon ab, wer den „Kampf um die besten Köpfe“ mit der größten Marktmacht verbinden kann. „Den Kampf um die Köpfe hat Google bereits gewonnen – besonders durch die Art von Google, immer alles neu zu entwickeln und die geniale Strategie, mit GOOG411 im weltgrößten ‚Freiland-Versuch’ das eigene Sprachmodell zu validieren und mit einer exzellenten Qualität aufzuwarten. Und auch bei der Marktmacht hat Google noch die Nase vorn. Auf der ersten Seite der meisten TK-Unternehmen, die ihren mobilen Kunden eine Suche anbieten, steht in der Regel die mobile Google-Suche“, führte Steimel aus.

Das gestern verkündete Kooperationsmodell zwischen Microsoft und Yahoo sei allerdings eine Totgeburt. Hier stimme Steimel mit der Analyse von netzwertig überein. Wenn der Blinde mit dem Lahmen marschiert, entstehe kein Weltklassesprinter. „17 Monate nach den ersten Fusionsgerüchten haben Microsoft und Yahoo sich nun endlich auf eine langjährige Zusammenarbeit geeinigt. Doch auch wenn dieser ausgesprochen wirre Deal kurzfristig ein Gegengewicht zu Google schafft, wird er die beiden Firmen nicht vor ihrem Abstieg im Internetgeschäft retten“, spekuliert netzwertig. Es könne sehr gut sein, dass Microsoft und Yahoo mit diesem überkomplizierten Deal Google endgültig die Dominanz bei der Websuche geschenkt haben.

„Der Deal ist aus der Not geboren und wird in der praktischen Umsetzung scheitern, wie viele anderen strategischen Kooperationen zuvor. Wenn man mit aller Macht konsolidieren will, dann wäre eine Fusion wohl der bessere Weg gewesen“, resümiert der Kundenservice-Experte Steimel.

3 Gedanken zu “Microsoft-Yahoo-Kooperation ist eine Totgeburt – Die Google-Dominanz wird wachsen

  1. google wird sicherlich eine Marke in den Köpfen der Menschen für lange Zeit – vielleicht für ewig – sein und bleiben, wie dies z.B. Coca-Cola geschafft hat. Aber auch Coke wandelt sich und bekam Konkurrenz von Pepsi oder lokalen Getränkemarken. Im Internet – und das darf man in der Diskussion nie vergessen – agieren weltweit MASSEN in Echtzeit und ohne Barrieren. Der nächste Hype, die nächste Technologie und die nächste Suchmaschine sind nur einen Klick entfernt. Ich beurteile die Versuche von Microsoft und Yahoo sich zusammenzuschließen nicht als Totgeburt sondern einen Anfang. Wir sind erst am Anfang. Das Internet ist erst am Anfang. Wir haben noch nichts gesehen, von dem was in 50 Jahren softwaretechnisch unsere Leben dominieren wird. Es wäre doch fatal, wenn sich Microsoft als derzeitiger Desktop- und Betriebssystem-Platzhirsch nicht besser für die kommenden Web3.0-x.x aufstellen würde und sich dazu Internetkompetenz vom ehemaligen Portalhirschen dazuholt. Good luck and may the force be with you! Der Weg wird lang und steinig aber profitabel!

  2. so etwas wie strategische Partnerschaften oder Kooperationen sind doch nur das Eingeständnis, dass man nur heiße Luft produziert. Mehr nicht.

  3. Pingback: Wer gewinnt das Rennen um die beste Welterklärungsmaschine? Wird Google überflüssig? | Ich sag mal

Kommentar verfassen