Konsumfreude in Deutschland ungebrochen

In den Heute-Nachrichten konnte man erstaunliches vernehmen. Die Deutschen lassen sich ihre Kauflaune auch durch die permanente Krisenberieselung der Medien nicht verderben. Für Mai sagen die Marktforscher der Gesellschaft für Konsumgüterforschung (GfK) ein stabiles Konsumklima vorher. Das Barometer werde bei 2,5 Punkten liegen und damit auf dem Stand vom Frühjahrsbeginn, teilten die Experten am Montag zu ihrer Umfrage unter 2000 Verbrauchern mit. Dabei sei das Klima weiterhin erstaunlich robust.

Derzeit stütze die niedrige Inflation, gesunkene Energiepreise sowie Anzeichen für eine wirtschaftliche Trendwende das Konsumklima. Sowohl die Konjunktur- als auch die Einkommenserwartungen konnten im April zulegen, erklärten die Marktforscher.Die GfK sagt für 2009 einen Anstieg des privaten Verbrauchs um 0,5 Prozent vorher. Die Konjunkturforscher zeigten sich im Interview mit den Heute-Nachrichten überrascht von der positiven Stimmung in der Bevölkerung und halten das tatsächlich für einen Faktor, um einen raschen Konjunkturaufschwung zu schaffen. Wer hätte das gedacht.

„Kaufkraftstärkende Faktoren, wie eine niedrige Inflation, geringe Energiepreise sowie steigende Renten sowie erste vereinzelte Anzeichen, die auf eine konjunkturelle Trendwende zum Jahresende hoffen lassen, sorgen offenbar dafür, dass sowohl die Konjunktur- als auch die Einkommenserwartungen im April 2009 zulegen können“, so die GfK.

Siehe dazu auch: Haben die Deutschen keine Lust mehr auf Krise?

2 Gedanken zu “Konsumfreude in Deutschland ungebrochen

  1. Stephan Imhof

    Zeigt sich die wirkliche Dramatik der Wirtschaftskrise in steigendem Konsum? Haben die mündigen Deutschen das Szenario Krisenhype durchschaut oder fürchten sie anhand der prognostizierten Inflation eine Entwertung ihre baren Habe like anno 1932? Rätsel, die eine zentrale Frage aufwerfen: Dürfen sich die Wirtschaftswissenschaften in Anbetracht ihrer Erklärungsarmut noch als solche bezeichnen?
    Die fehlende geforderte methodische Objektivität, der eigene Vermarktungsansatz ihrer Ikonen und die politische Indienststellung lassen dies bezweifeln. Deshalb konnte der abschließende Satz nicht treffender formuliert werden können: „Wer hätte das gedacht.“

  2. zum ersten Punkt, wenn die Inflationserwartung den Konsum antreiben würde, wären wir schon wieder mitten drin in der neoklassischen Theorie. Das ist der Rationalitätsmythos der VWL-Formelakrobaten, der sich zur Zeit in Luft auflöst. Realistischer ist wohl die Allensbach-Umfrage, die vor einigen Wochen veröffentlicht wurde. Sie belegt, dass wir diesmal nicht in Panik verfallen und „die deutsche Angst“ wieder um sich greift. Überwiegend reagiert die Mehrheit recht pragmatisch auf das mediale Dauerfeuer zur Krise.

    Zur Demontage der Wirtschaftswissenschaften bin ich ganz Deiner Meinung.

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