Ehrliches Marketing und kein öffentlicher Raub: Das Erfolgsrezept von Comedy-Star Mario Barth

Mario Barth hat die Comedy-Szene in eine neue Dimension geführt – auch was das Business anbelangt. Der Berliner dirigiert eine kleine Firmengruppe mit vier Unternehmen, die sich um Produktion, Vermarktung und den Verkauf von Merchandising-Artikeln kümmern. Dabei vertreibt er nicht nur Produkte der eigenen Marke „Mario Barth“, sondern auch Produkte von den Simpsons, von Playboy oder Jägermeister. Im Interview mit dem Fachmagazin absatzwirtschaft erklärt Barth sein Erfolgsrezept: „Marketing ist total einfach, wenn man den Ursprung des Marketings nimmt. Wenn du ehrlich bist und deinen Fan oder Kunden nicht verarscht, dann passiert das, was im Olympia-Stadion zu sehen war“.

Mit den 70.000 Besuchern hat er einen neuen Weltrekord in der Comedy-Branche aufgestellt, den bisher Chris Rock in London mit 15.900 Zuschauern hielt. Warum war Madonna in Berlin nicht ausverkauft, fragt sich Barth. „Nur 45.000 Zuschauer im Olympia-Stadion. Ich nehme keine 250 Euro für eine Karte. Das hat nämlich nichts mehr mit Karte zu tun, sondern das ist öffentlicher Raub. Wie rechtfertige ich ein Ticket für 250 Euro? Was kann das Ticket noch? Wäsche waschen, Auto fahren? Dann geht man zu zweit hin, dann sind schon mal 500 Euro weg. Dann kostet so ein T-Shirt nicht wie bei uns 15, sondern 55 Euro und ist noch von schlechter Qualität. Zweimal gewaschen, und die Farbe ist raus. Wie haben Analysen gemacht zu unseren T-Shirts. Das ist alles fair gehandelte Baumwolle und wird in Europa produziert. Wir haben nichts aus Bangladesch“, so Barth gegenüber absatzwirtschaft.

Kritikern, die seine Programme für flach befinden, hält er seinen Markterfolg entgegen. „Zwei Millionen Leute haben mein Programm live gesehen. Dazu knapp zwei Millionen verkaufte Bücher und über eine Million verkaufte Tonträger. Mein Buch wurde in fünf Sprachen übersetzt. Hunderte von Leuten arbeiten an dem Produkt ‚Mario Barth’. Das sind doch Leute, die haben erstens eine Arbeit, und zweitens haben die Fans Spaß. Um das noch mal zu verdeutlichen. Zwei Stunden lachen die Fans, vergessen dabei den ganzen Alltagsscheiß und gehen gutgelaunt und positiv nach Hause“, kontert Barth. Die Verkaufszahlen geben ihm recht. Allein am ersten Tag des Kartenvorverkaufs für sein neues Programm, das im Mai startet, verkaufte der Comedy-Star mehr als 125.000 Karten. 24 Termine waren zunächst geplant. Dabei wird es nicht bleiben. Mittlerweile sind bereits weit über 400.000 Tickets für 2009 und 2010 verkauft.

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