Fotos im Schuhkarton und die digitale Privatsphäre #Spackeria #ccw12

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Hier noch der Impulsvortrag von Spackeria-Bloggerin Julia Schramm auf der Call Center World in Berlin. Der fehlte noch in meinen Blogpostings.


Zur Vervollständigung die Rede des Hamburger Datenschützers Johannes Caspar:

Und das Gespräch zwischen Schramm und Caspar:

Passend zur Thematik die heutige Heise-Meldung: Google führt Dienste trotz Datenschutzbedenken zusammen

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Spackeria trifft Datenschützer #ccw12

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So, die Expertenrunde ist zu Ende und ich muss die Videoaufnahme noch verarbeiten. Hier, wie versprochen, noch das Gespräch zwischen Spackeria-Bloggerin Julia Schramm und dem Hamburger Datenschützer Johannes Caspar auf der Call Center World in Berlin. Es fehlte ein wenig das Feuer. Aber das war wohl auch durch die Moderation und die fehlende Einbindung des Auditoriums nicht möglich. In den nächsten Tagen folgen dann noch Berichte über die vernetzte Service-Ökonomie. Warum klassische Call Center den Bach runtergehen – nicht wegen Self Service, sondern wegen der Digitalisierung der Wirtschaft mit völlig neuen Wertschöpfungsmodellen. Dazu dann mehr in meiner Freitagskolumne für den Fachdienst Service Insiders.

Update: Habe gerade festgestellt, dass die Tonqualität der Videoaufzeichnung der Expertenrunde über unsichtbare Servicekommunikation nicht so prickelnd ist. Parallel habe ich ja zur Sicherheit noch auf Audio gesetzt. Das ist gut geworden, wird aber von mir noch bearbeitet, um die Hintergrundgeräusche zu reduzieren. Mache ich morgen in den Abendstunden.

Datenschutzvergehen vor allem im privaten Sektor? #ccw12

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In seiner Eröffnungsrede auf der Call Center World in Berlin skizzierte der Hamburger Datenschützer Professor Johannes Caspar die Veränderungen der Netzwirklichkeit. Beschwerden über Datenschutzvergehen gab es in der Vergangenheit vor allem in Richtung des Staates. Durch die zunehmende Digitalisierung verschiebe sich das in den privaten Sektor. Hier liege eine 80/20-Verteilung vor. Also in 80 Prozent der Beschwerden geht es um private Datenschutzverstöße. Der Staat habe mehr oder weniger seine Hausaufgaben gemacht. Nun ja. Wenn ich nicht merke, wie mein E-Mail-Verkehr ausspioniert wird oder ich einen Staatstrojaner eingepflanzt bekomme, kann ich mich auch nicht beschweren. Caspar hat dazu wenig bis gar nichts gesagt. Und genau die Spionage-Aktionen der Schlapphüte ist ein schwerwiegender Eingriff in die Privatsphäre. Soweit meine ersten Überlegungen frisch aus Berlin. Gleich startet die Expertenrunde über die unsichtbare Servicekommunikation und Welterklärungsmaschinen. Ihr könnt Euch ja mal den Vortrag von Caspar anschauen und mir Eure Meinung mitteilen. Etwas später poste ich noch das Gespräch zwischen Caspar und der Spackeria-Bloggerin Julia Schramm. Fragen konnte man aus dem Auditorium leider nicht stellen. Schade.

Siehe auch meine gestrige Kolumne über “Bomber der Nation”.

Oder auch: Geheimdienste überwachen mehr als 37 Millionen E-Mails – kaum Erfolg.

Was ich vom Hamburger Datenschutz-Kasperle auf der Call Center World in Berlin erwarte

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Es ist rührend, wie sich der Hamburger Datenschützer um mein Wohl als Netzbürger sorgt: So wird in einer Pressemittelung Professor Johannes Caspar als Einführungsredner der Berliner Call Center World-Kongressmesse mit folgendem Bekenntnis angepriesen. „Persönliche Daten werden immer mehr zu einer Handelsware, an der private Unternehmen mehr Interesse haben, als der Staat. Um Bürgerinnen und Bürger vor einem Ausverkauf dieser Daten zu schützen, bedarf es einer modernen Datenschutzstrategie.“ Aber was, liebwertester Datenschutz-Gichtling, hast Du bis jetzt wirklich für mich getan?

Er möchte mich vor dem Ausverkauf meiner Daten schützen, weil gewinnsüchtige Konzerne, in der Regel in den USA angesiedelt, begierig meine Privatsphäre und geheimen Wünschen ausspionieren wollen? Hat der Staat also keine Interessen, mich kollektiv in die Kategorie von Kinderpornografie-Konsumenten einzustufen? Oder wie sieht es mit dem Vorhaben der „vorauseilenden Volksüberwachung“ aus – besser bekannt unter dem Namen „Vorratsdatenspeicherung“ (siehe die Spiegel Online-Kolumne von Sascha Lobo)? Gegenwind bekommt hier der obsessive Kontrollwahn des Staates nur von den Netzaktivisten und nicht von den Datenschutz-Bürokraten.

Auf der Call Center World erwarte ich deshalb vom Hamburger Datenschutz-Kasperle endlich eine nachprüfbare Bilanz seines Tuns und keine Bla-Bla-Empörungs-Powerpoint-Weisheiten. Es reicht jetzt mit dem Social-Plugins-ach-wie-schlimm-Dilettantismus. Meine Privatsphäre schütze ich selbst. Die Datenschutz-Bürokraten schützen eher ihre eigenen Planstellen. Verwaltung bleibt eben Verwaltung. „Die=Alle könn‘ mich lumbeckn!“ (Arno Schmidt, Zettel’s Traum). Nachzulesen in meiner heutigen Kolumne für das Debattenmagazin “The European”.

Gespannt bin ich übrigens auf den Konter von Spackeria-Bloggerin Julia Schramm, die nach Caspar reden wird.

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PERSONALISIERTE SUCHE: Wieso Google sich selbst schadet

Wunsch an die Spackeria: Staatlichen Datenschutz sezieren!

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Auf der Spackeriade in Berlin hielt der Spiegel Online-Redakteur Ole Reißmann einen sehr guten Vortrag über Themen, die von den Spackos stärker aufgegriffen werden könnten. Im Zuge der Datenschutz-Debatte sind die Positionen der Spackeria im vergangenen Jahr doch recht gut wahrgenommen worden. Die Empfehlungen von Reißmann sind da sehr hilfreich, um in dem Netz-Diskurs noch besser punkten zu können, ohne sich über irgendwelche Organisationsstrukturen, Sprecherfunktionen oder sonstige Vereinsmeiereien Gedanken zu machen. Auch eine gemeinsame Linie ist nicht vonnöten, die sich kritisch mit den Grenzen des Datenschutzes auseinandersetzen. Verstecken braucht man sich vor den Positionen von Kurz, Rieger und Co. nicht, wenn man sich die Vorschläge des CCC zur Stiftung Datenschutz und die Positionen zur personalisieren Werbung betrachtet – das ist doch häufig politisch naiv und dämlich. Siehe auch: Mist, Facebook will bestimmen, welche Badehose ich demnächst kaufe #Timeline #Open-Graph.

Die Spackos könnten beispielsweise den staatlichen Datenschützern stärker auf die Finger schauen. Was bringt das inszenierte Datenschutz-Theater den Bürgern wirklich? Was haben die Datenschutz-Bürokraten erreicht? Wie viel kündigen sie an und am Ende kommt nichts heraus? Was wurde denn nun ermittelt beim Staatstrojaner-Skandal? Da ist uns der Bundesbeauftragte noch ein paar Antworten schuldig. Reißmann hat diesen Wunsch an die Spackeria ab der Sendeminute 10:40 ausgeführt.

“Es gibt mindestens 17 Datenschutzbehörden mit vielen Mitarbeitern. Da würden uns natürlich Zahlen, Daten und Fakten interessieren. Kann man nicht mal genauer hingucken und sich überlegen, was kostet das und was machen die eigentlich? Jedes Mal, wenn in den Medien jemand auftritt und sagt, da wird der Datenschutz eingeschaltet und das wird vom Datenschutz überprüft, dann dauert es ja immer Monate und man könnte fragen, was am Ende nun wirklich dabei raus gekommen ist. Warum stellt sich die Spackeria nicht hin und seziert das Ganze”, fragt sich Reißmann.

Der staatliche Datenschutz versagt seit Jahrzehnten und niemand recherchiert die Sache systematisch. Bei der Staatstrojaner-Geschichte könnte man doch mal anfangen.