Internet “kann” Unternehmen erfolgreicher machen: Nicht als Megabit-Gesellschaft herumdümpeln

Maschinen fressen Daten

Unternehmen, die das Internet in ihre Geschäftsmodelle integrieren, seien erfolgreicher als der Rest der Wirtschaft. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die BITKOM, das IW Köln und Google auf der Hannover Messe vorgestellt haben. Demnach erwarten rund 60 Prozent der internetaffinen Unternehmen im Geschäftsjahr 2013 ein deutliches Umsatzwachstum. Unter den Unternehmen, für die das Internet eine untergeordnete Rolle spielt, waren es nur 46 Prozent (Industrie) und 38 Prozent (Dienstleister).

Internetaffine Industrieunternehmen erwirtschaften zusammen bereits etwa 44 Prozent des Branchenumsatzes. Diese Unternehmen sind überdurchschnittlich innovativ, wollen in diesem Jahr verstärkt investieren und Arbeitsplätze aufbauen. Hier macht sich der Trend zu Industrie 4.0 bemerkbar. Unter dem Begriff versteht man die Steuerung von Entwicklung und Produktion über das Internet.

„Der industrielle Sektor steht vor einem massiven Umbruch, die kommende industrielle Revolution wird durch Vernetzung und das Internet angetrieben“, sagt Marco Junk von der BITKOM- Geschäftsleitung.

Über 80 Prozent der IT-Unternehmen sehen in der Industrie 4.0 ein wichtiges Geschäftsfeld für die Branche. Das bestätigt auch Udo Nadolski vom Düsseldorfer Beratungshaus Harvey Nash: Alles, was unter dem Stichwort „Industrie 4.0“ derzeit auf der Hannover Messe vorgestellt werde, sei eindrucksvoll und zeigt, wie weit das Internet mittlerweile in die klassische Industrie eindringt.

„Das Internet der Dinge oder der intelligenten Objekte ist schon lange keine Fiktion mehr. Derzeitig gibt es rund zehn Milliarden Verknüpfungen zischen Maschinen und Produkten. Bis 2020 liegen wir nach Prognosen von Cisco bei 50 Milliarden Gegenständen. Diesen anschwellenden Datenstrom können wir nur bewältigen, wenn wir bereits jetzt konsequent in den Breitbandausbau investieren. Ansonsten können wir in Deutschland die Früchte unserer Grundlagenforschung und Innovationen der vierten industriellen Revolution nicht ernten. Fortschritt braucht die entsprechende Infrastruktur, damit er nicht abgewürgt wird”, resümiert Nadolski.

Auf dem nächsten IT-Gipfel der Bundesregierung sollte daher ein ehrlicher Kassensturz vorgenommen werden, damit wir international nicht weiter als Megabit-Gesellschaft herumdümpeln.

“Wir geben uns keine Mühe, um an der Spitze dabei zu sein. Die Digitalisierung von Wirtschaft, Gesellschaft und Politik hat in Deutschland keinen hohen Stellenwert. Bei der Politik erstaunt mich das nicht. Aber die Industrie müsste doch stärker auf den Putz hauen”, fordert bwlzweinull-Blogger Matthias Schwenk.

Und dann wollte ich nur sagen:

Das hier entscheidet.

Wir wollen im Bloggercamp einige netzökonomische Runden machen. Vielleicht sogar mal die generelle Frage, ob die Netzökonomie ein blinder Fleck der Netzgemeinde ist. Oder, oder, oder. Vorschläge willkommen. Fließen auch in unser Unbuch-Projekt zur Streaming-Revolution ein.

Wir unterstützen Euch, bitte unterstützt unser Startnext-Ding.

Siehe auch:

3 vor 6: 10 Thesen zur Zukunft von Social Media, der Erfolg internetaffiner Unternehmen, Posting-Strategie für Facebook.

Netzpräsente Firmen sind erfolgreicher.

Wächst beeindruckend: Fab: Entdecken statt suchen

Schädlich auch für die Netzökonomie: Netzpolitik mit Geschmäckle.

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Kontroll-Illusionen: Marketingforum auf der Hannover Messe

Klaus Stallbaum hat ein feines Programm auf der Hannover Messe realisiert. Nicht nur das Thema der Podiumsdiskussion am 25.04.2012: “Privatsphäre günstig abzugeben? Der Umgang mit dem Datenrohstoff des 21. Jahrhunderts”.

Heute diskutierten – nach ihren jeweiligen Vorträgen – Dr. Stefan Groß-Selbeck (CEO Xing AG, Hamburg), Tom Noeding (Community Manager evangelisch.de, Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik gGmbH, Frankfurt) , Dr. Carsten Ulbricht (Rechtsanwalt M.C.L., Diem & Partner Rechtsanwälte, Stuttgart) und der Wirtschaftspublizist und Blogger Gunnar Sohn (Bonn) – also ich.

Danach kam dann mein Vortrag: Außer Kontrolle: Die Macht ist nicht mehr mit Dir – Die Stimme der Vielen im Netz. Eine Videoaufzeichnung wird in den nächsten Tagen erscheinen.

Hier schon mal der Vortrag in Schriftform:

Außer Kontrolle

Oder:

Bis zum 27. April geht das Marketingforum weiter.

Außer Kontrolle: Die Macht ist nicht mehr mit Dir – Anregungen?


Das ist ja der Titel meines Vortrages am Mittwoch auf dem marketingforum der Hannover Messe. Ankündigungstext:

Es geht im Schwarm des Netzes nicht um Hierarchisierungen und Positionierungen im Machtgefüge, sondern um schnell vermittelte Informationen, die immer in der Ebene des Schwarms bleiben, um beispielsweise eine effektivere Abwehr größerer Feinde zu gewährleisten. Im Internet wird es für die Funktions- und Positionselite in Unternehmen, Parlamenten und Parteien immer schwerer, den Dirigentenstab zu schwingen, um Kunden, Bürger und Wähler zu orchestrieren.

Die Dialogformen der sozialen Medien seien nichts anderes als die demokratisierte Form der Salonkonversation, die früher nur in elitären Kreisen geführt wurde – heute ist es ein Jedermann-Phänomen, so Professor Peter Weibel vom Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) in Karlsruhe. Das Internet habe das Gespräch als politische Kraft zu einem Instrument der gemeinsamen Lebensgestaltung gemacht. Diese Dialoge müsse man als Philosophie des Sprechaktes sehen. „Hier werden Dinge mit Worten gemacht”, sagt Weibel.

Habt Ihr noch Anregungen für den Vortrag. Bis morgen Abend könnte ich ein paar Ideen noch ganz gut gebrauchen.

Ich könnte in meiner Rede einige Kuscheltiere der Kommunikation anführen, wie es Dr. Gerhard Wohland vom Institut für Höchstleister gemacht hat :-)

Die Lautsprecher der Gestern-Branchen haben jedenfalls die neuen Machtkonstellationen im Netz noch nicht kapiert und schon gar nicht akzeptiert.

Lustig im übrigen die von Thomas Knüwer beschriebenen Urheberrechtsverletzungen bei Handelsblatt.com und Bild.de.

Vollkommen richtig ist der Ausspruch von Brian Solis: Marken werden nicht mehr durch die Unternehmen selbst, sondern durch den vernetzten Kunden geschaffen!

Siehe auch: The rise of Generation-C…and what to do about it

Privatsphäre günstig abzugeben? Disputation auf der Hannover Messe am 25. April #marketingforum

“Es wird hohe Zeit, dass wir ein neues, zeitgemäßes und europäisiertes Urheberrecht bekommen zwischen purer Anarchie (was hat er nur gegen Anarchie? gs) und den verschrobenen und zumeist lobbyistischen Positionen vieler staatlich bestellter Datenschützer”, meint Klaus Stallbaum in einem Kommentar zu meiner Montagskolumne: Die Rückzugsgefechte der Alt-Verleger. Das ist auch das Thema der Podiumsdiskussion am 25.04.2012 im marketing forum hannover zwischen 11 und 13 Uhr: “Privatsphäre günstig abzugeben? Der Umgang mit dem Datenrohstoff des 21. Jahrhunderts”.

Es diskutieren – nach ihren jeweiligen Vorträgen – Dr. Stefan Groß-Selbeck (CEO Xing AG, Hamburg), Tom Noeding (Community Manager evangelisch.de, Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik gGmbH, Frankfurt) , Dr. Carsten Ulbricht (Rechtsanwalt M.C.L., Diem & Partner Rechtsanwälte, Stuttgart) und der Wirtschaftspublizist und Blogger Gunnar Sohn (Bonn) – also ich. Moderation: Dr. Klaus Stallbaum, bei dem es auch Freikarten für die Veranstaltung gibt.

Einen kleinen Vortrag halte ich dort auch: Außer Kontrolle: Die Macht ist nicht mehr mit Dir – Die Stimme der Vielen im Netz. Und der dazu gehörige Text zur Ankündigung:

Es geht im Schwarm des Netzes nicht um Hierarchisierungen und Positionierungen im Machtgefüge, sondern um schnell vermittelte Informationen, die immer in der Ebene des Schwarms bleiben, um beispielsweise eine effektivere Abwehr größerer Feinde zu gewährleisten. Im Internet wird es für die Funktions- und Positionselite in Unternehmen, Parlamenten und Parteien immer schwerer, den Dirigentenstab zu schwingen, um Kunden, Bürger und Wähler zu orchestrieren.

Die Dialogformen der sozialen Medien seien nichts anderes als die demokratisierte Form der Salonkonversation, die früher nur in elitären Kreisen geführt wurde – heute ist es ein Jedermann-Phänomen, so Professor Peter Weibel vom Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) in Karlsruhe. Das Internet habe das Gespräch als politische Kraft zu einem Instrument der gemeinsamen Lebensgestaltung gemacht. Diese Dialoge müsse man als Philosophie des Sprechaktes sehen.

„Hier werden Dinge mit Worten gemacht”, sagt Weibel.

Mal schauen, was so auf dem marketingforum gemacht wird.

Das ganze Programm unter http://www.stapag.com/marketingforum2012.pdf

Kommet in Scharen nach Hannover und befruchtet die Disputation :-)