Kampfpreise für Windows-Tablets und tägliche Blog-Beiträge in Bonn, die den General Anzeiger toppen #wmbn

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Steve Paine aka „Chippy“ hat gestern beim Webmontag im Bonner Waschsalon einige mobile Gadgets vorgestellt, etwa das Tablet “Dell Venue 8 Pro”, das wohl auf dem amerikanischen Markt durch die Decke gegangen ist bei einem Preis, der anfänglich unter 200 Dollar lag. Innerhalb von Stunden war das Gerät am Wochenende ausverkauft und ist als Windows-Computer erfolgreicher als Laptops und stationäre Computer. Für Microsoft entwickeln sich vor allem die Einbrüche bei Laptops zu einem echten Problem, meint Chippy. Mit den Kampfpreisen für Windows-Tablets versucht man, diesem Trend entgegenzusteuern.

Chippy hatte einige Geräte dabei, die man ausgiebig testen konnte. Mehr dazu auf seinen Websites, die sich ausführlich mit der mobilen Welt beschäftigen: Ultrabook News, Carrypad und UMPCPortal – Ultra Mobile PCs. Chippy ist übrigens auf Youtube sehr erfolgreich unterwegs und experimentiert dort auch mit Hangout on Air. Beeindruckend die Interaktion mit den Zuschauern während der Liveübertragung.

Ebenso spannend ist das gestern vorgestellte Blog-Projekt von Sascha Foerster – ein Aggregator, der das gesamte Blog-Leben in Bonn einfängt und in Magazinform präsentiert. Über 170 Blogs aus Bonn hatte er bereits in seinem Fee­dre­a­der gesam­melt.

“Bon­ner blog­gen in allen Berei­chen, sei es Tech­no­lo­gie oder Life­style, seien es Foto– oder Musik­blogs. Die Bon­ner Blo­go­sphäre ist kaum noch über­schau­bar. Das soll sich ändern.”

Entstanden ist die Website http://www.bonnerblogs.de. Gute Idee, die täglich unter Beweis stellt, was in der Bonner Blogszene los ist. Mit monatlich 500 bis 600 Einträgen könne die Blogosphäre locker mit der Produktion des General Anzeigers mithalten.

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An die Zins-Gichtlinge des Finanzamtes Bonn-Außenstadt: Sollen wir spekulieren für Verzugszinsen?

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Die Zinsphantasien des Bonner Finanzamtes

Die Zinsphantasien des Bonner Finanzamtes

Gestern erklärte ich noch vollmündig, wie unsere öffentlich gemachten Service-Ärgernisse die Anbieter zur Umkehr bewegten und unsere Anliegen in Erfüllung gingen. Heute beschreibe ich einen Fall, bei dem mein netzöffentliches Bekenntnis wohl chancenlos ist. Es geht um das Finanzamt Bonn-Außenstadt. Vorbemerkung: Wir haben weder ein Konto in der Schweiz, noch irgendwelche Ambitionen, dubiose Zocker-Geschäfte in Steueroasen zu unterstützen. Wir kennen den Unterschied von Brutto und Netto, bilden brav nach dem Eichhörnchen-Prinzip Rücklagen für die Steuerabgaben und tasten das Tagesgeld-Konto erst an, wenn der Steuerbescheid ins Haus flattert.

Für das Steuerjahr 2011 haben wir unsere Unterlagen pünktlich vor dem 31. Dezember 2012 abgegeben. Alles wurde geprüft, es gab nicht eine einzige Beanstandung. Soweit so gut. Der Steuerbescheid ist erst vor einigen Tagen zugestellt worden. Das Finanzamt Bonn Außenstadt brauchte für unsere recht überschaubare Steuererklärung 14 Monate, um uns mitzuteilen, was denn nun an Vater Staat abgedrückt werden muss. Für diese Zeit berechnet uns der zuständige Mitarbeiter Verzugszinsen von rund 5 6 Prozent, obwohl wir fast in masochistischer Manier im vergangenen Jahr mehrmals nachfragten, wann denn nun endlich der Steuerbescheid eintrifft, schließlich brauchen wir Planungssicherheit für die laufende Steuerschuld und müssen kalkulieren, was von unseren Rücklagen übrig bleibt und was für die Zukunft an Reserven vorhanden sein muss.

Dass sich der Fiskus dann auch noch für die eigene Untätigkeit mit 56-prozentigen Verzugszinsen belohnt, ist eine Frechheit. Aber noch frecher ist die Begründung des Mitarbeiters:

“Sie konnten schließlich in dieser Zeit mit dem Geld ‘arbeiten’.”

Was wird einem hier eigentlich nahegelegt? Sollen wir irgendwelche Geschäfte am grauen Finanzmarkt machen und Fonds von Firmenjägern zeichnen, die mit ihren dubiosen Methoden mittelständische Unternehmen ausbluten lassen, um üppige Renditen ohne realwirtschaftliches Risiko zu “verdienen”? Soll ich die provisionsgetriebenen Finanzprodukte der Banken kaufen, die uns vor fünf Jahren in die Finanzkrise getrieben haben?

Wir müssen die Rücklagen liquide halten, da nur schwer berechenbar ist, in welchem Arbeitstempo unsere Steuererklärung bearbeitet wird und eine Zahlungsaufforderung bei uns eintrudelt. Entsprechend können diese Gelder nur auf ein Tagesgeldkonto mit einer mageren Verzinsung von 1,1 Prozent gehen. Die Niedrig-Zinspolitik ist für Kreditnehmer ein erfreulicher Tatbestand, für klassische Geldanlagen aber nicht.

In einer Fußnote möchte ich noch erwähnen, dass das Finanzamt zum wiederholten Male Kirchensteuern berechnet hat, obwohl ich vor Ewigkeiten dem klerikalen Glaubenszirkus den Mittelfinger mit Austritt gezeigt habe. Alle Unterlagen liegen der Behörde vor, trotzdem scheint ein Alzheimer-Virus im System zu stecken. Aber jetzt wird es noch lustiger. Der Betrag für die Kirchensteuer ist mir gut geschrieben worden, aber nicht die Verzugszinsen, die auch für diese Abgabe berechnet wurden.

Jetzt reicht es, liebwerteste Zins-Gichtlinge des Finanzamtes Bonn Außenstadt. Wir legen gegen diese fragwürdige Zinspolitik Widerspruch ein.

Was könnte man denn noch so machen? Dienstaufsichtsbeschwerde, Klagen oder?????

Dissonanzen beim Beethoven-Festspielhaus in Bonn: Planerischer Blindflug führt zum Absturz

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Fachurteil zur Beethovenhalle bevor sie von der Stadt heruntergewirtschaftet wurde: Von Exper­ten wird vor allem die raum­akus­ti­sche Pla­nung des neuen Kon­zert­saa­les geprie­sen. So ist alle wis­sen­schaft­li­che Sorg­falt auf­ge­wen­det wor­den, die einem sol­chen weit wir­ken­den Zen­trum der Musik­pflege zukommt. Ent­stan­den ist einer der moderns­ten und akus­tisch ein­wand­freis­ten Kon­zert­säle, von dem sich die Beet­ho­ven­stadt Bonn im deut­schen Musik­le­ben eine beträcht­li­che Ran­ger­hö­hung ver­spricht. Die ers­ten Akus­tik­pro­ben brach­ten glän­zende Ergeb­nisse. Jeder der 1420 Plätze, im Par­kett wie auf den Rän­gen, ist mit­ten im Schall­ge­sche­hen: die dyna­mi­schen Schwan­kun­gen sind, wel­chen Stand­ort man im Raum auch immer ein­nimmt, kaum merk­lich. Ande­rer­seits ist aber auch dafür gesorgt, dass die Akus­tik nicht nur für eine bestimmte Art von Musik, etwa für roman­ti­sche Klang-Massen, vor­züg­lich ist, son­dern ebenso der kla­ren Linea­ri­tät eines baro­cken oder auch moder­nen Wer­kes gerecht wird.

Fachurteil zur Beethovenhalle bevor sie von der Stadt heruntergewirtschaftet wurde: Von Exper­ten wird vor allem die raum­akus­ti­sche Pla­nung des neuen Kon­zert­saa­les geprie­sen. So ist alle wis­sen­schaft­li­che Sorg­falt auf­ge­wen­det wor­den, die einem sol­chen weit wir­ken­den Zen­trum der Musik­pflege zukommt. Ent­stan­den ist einer der moderns­ten und akus­tisch ein­wand­freis­ten Kon­zert­säle, von dem sich die Beet­ho­ven­stadt Bonn im deut­schen Musik­le­ben eine beträcht­li­che Ran­ger­hö­hung ver­spricht. Die ers­ten Akus­tik­pro­ben brach­ten glän­zende Ergeb­nisse. Jeder der 1420 Plätze, im Par­kett wie auf den Rän­gen, ist mit­ten im Schall­ge­sche­hen: die dyna­mi­schen Schwan­kun­gen sind, wel­chen Stand­ort man im Raum auch immer ein­nimmt, kaum merk­lich. Ande­rer­seits ist aber auch dafür gesorgt, dass die Akus­tik nicht nur für eine bestimmte Art von Musik, etwa für roman­ti­sche Klang-Massen, vor­züg­lich ist, son­dern ebenso der kla­ren Linea­ri­tät eines baro­cken oder auch moder­nen Wer­kes gerecht wird.

2020 soll der 250. Geburtstag des großen Bonner Sohnes gebührend gefeiert werden. Es geht natürlich um Beethoven und er soll einen neuen Musen-Tempel erhalten – ein Festspielhaus mit Bilbao-Effekt, Weltgeltung, touristischer Anziehungskraft und sonstigen phantastischen Wirkungen. So versprechen es zumindest die Festspielhaus-Freunde. Was aus den planerischen Peinlichkeiten nun geworden ist, habe ich gestern thematisiert und mich dafür ausgesprochen, wenigstens die Beethovenhalle wieder im alten Glanz herzurichten inklusive Konzertsaal-Anbei, was man bei den Festspielhaus-Freunden abschätzig als Wurmfortsatz bezeichnet. Wenn die so weiter machen, ist noch nicht mal ein Wurmfortsatz drin.

Rheinauenschreiber Sebastian Eckert sieht das noch pessimistischer und schreibt von einem Blindflug in den Abgrund:

“In sechs Jahren soll die Halle stehen. Noch gibt es allerdings weder einen Entwurf, noch einen Architekturwettbewerb, noch einen Bauplatz, noch einen Bauplan, noch eine Ausschreibung. Es gibt keine Vorlagen, aber es soll fix gehen. Bedenkt man, dass es Rat und Verwaltung in fünf Jahren nicht geschafft haben, das Planschbecken im Römerbad zu erneuern, bleibt einem das Lachen im Halse stecken. Bedenkt man, dass die Koalition in Bonn derzeit lieber zulässt, dass der Kämmerer durch Haushaltssperre spart, anstatt einen Nachtragshaushalt zu verabschieden, kann man nur noch nach Luft japsen. Wer weiß, ob nicht jeder Ratsbeschluss, sei es nur zum Umbau einer Straße an der Halle, sofort durch den Kämmerer gekippt wird? Von privaten juristischen Einsprüchen ganz zu schweigen. Denn ein Anwohner wird sicher klagen. Nicht nur wegen Lärmbelästigung durch Konzerte in der Halle. Und dass man sich da als Stadt nicht hinweg setzen kann, zeigt ein Bau an der Friedrich-Breuer Straße. Baustopps sind da vorprogrammiert.”

Christian Wendling vom Haus der Architektur in Köln sieht noch Chancen für eine Realisierung – allerdings müsste jetzt der gesamte Prozess ohne weitere Reibungsverluste ablaufen:

Das A und O sei eine optimale Vorbereitung des Wettbewerbs.

“Leider müssen zu viele Wettbewerbe Fragen klären statt Antworten zu geben; die Zielvorgabe sollte aber vorher schon klar sein, und zwar nicht in etwa, sondern konkret. Das bedeutet im kulturellen und politischen Raum eine sachliche Diskussion, ggf. auch in Rückkopplung mit der Öffentlichkeit und den üblichen Beteiligungsprozessen. Je mehr im Vorfeld geklärt ist, desto passender werden die im Wettbewerb gezeigten Lösungen sein können, desto breiter wird die Zustimmung sein, die man insbesondere bei öffentlichen Gebäuden benötigt, um Projekte zügig abzuwickeln und an ihnen nicht im Nachhinein wieder dogmatische Grundsatzdiskussionen zu führen oder Überraschungen zu erleben.”

Man sollte die kleine Lösung anstreben und die Beethovenhalle sanieren sowie modernisieren.

#StreamCamp13 als Weckdienst für Echtzeit-Kommunikation #SMCBN

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Streaming-Action

Blogger, Podcaster, Youtuber, Gamer, Journalisten, Unternehmer, Kulturschaffende, Laien und Profis trafen sich am Wochenende im Kölner Startzplatz zur StreamCamp-Weltpremiere, um sich über Ideen, Konzepte und technische Möglichkeiten sowie Erfordernisse für Liveübertragungen im Internet auszutauschen. Ein Hardware-Feuerwerk von quick & dirty bis pro und Greenscreen-Couch, wie es Thomas Riedel aka Droid Boy von Nerdhub ausdrückte. Es wächst eine autonome TV und Hörfunk-Szene heran, die im Vergleich mit den Webvideo-Größen noch in den Kinderschuhen steckt und mit unglaublicher Experimentierfreude neue Bildsprachen für Echtzeit-Kommunikation bastelt.

Therapeutisches Katzen-Livestreaming

Etwa die stundenlange Übertragung von Katzenbildern, die fast schon eine therapeutische Wirkung in der Web-Hektik entfalten – Schnodderpepe sei Dank (dramaturgisch wertvolle Katzenbewegtbilder bitte mit dem Hashtag #katzenlivestream versehen – ich werde demnächst das Ganze mit #katzenlivestream #fett bereichern).

Oder das kollektive Livestreaming in der Session des WDR-Fernsehjournalisten Kai Rüsberg, der über OneShotVideojournalismus sprach.

Sehr vielen klassischen Fernsehmachern fehlt das Mindset, um die richtigen Antworten für die Graswurzel-Bewegung zu finden, meint etwa Markus Hündgen vom Webvideopreis im Sammelband „Einfach fernsehen“ vom Grimme-Institut. Es sei mehr als ein Handwerk, um Bewegtbild zu produzieren. Es sei eine andere Herangehensweise, eine andere Denke und ein anderes Feeling, die hier zum Ausdruck kommt.

Wenn TV-Talkshows abnerven, macht man eigene Formate

Die Livestreaming-Technik bietet nach Ansicht von Youtube-Star Dr. Allwisend völlig neue Möglichkeiten. Auch aus dem kulturellen Blickwinkel heraus könnte da was entstehen – aber was genau, wird man noch sehen müssen. So sei Katerfrühstück ein Versuch, es anders als im Fernsehen zum machen. Was viele in den üblichen Talkshows abnerven würde, seien die immer gleichen Floskeln, die Politiker und Experten zum Besten geben.

Warum wandern millionenfach junge Menschen zu Plattformen wie Twitch.tv ab, um sich live die Pro-Gamer von Starcraft oder League of Legends anzuschauen? Auf dem StreamCamp gaben Constantin Sohn (der Sohn vom Sohn) und Dominik Warwass eine deftige Antwort.

Wetten, dass-Fernsehen vor der Ablösung

Die Pläne von ARD und ZDF zur Gründung eines neuen Jugendsenders seien nur noch Verzweiflungstaten. In der Gaming-Szene hätten diese Sender eh nichts zu bestellen. Serien, Filme oder Berichte über Computerspiele schauen die beiden Twitch.tv-Experten schon lange nicht mehr in der Flimmerkiste. Hier steht das Wetten, dass-Fernsehen vor der Ablösung (ziemlich blöd für die Berechnung der mehr als fragwürdigen TV-Quote – aber das ist ein ganz anderes Thema, das ich mir gesondert vorknöpfe).

Und wenn sich das seriöse Feuilleton nicht mehr mit Literatur, Literaturzeitschriften und unabhängigen Literaturverlagen fernab des Mainstreams beschäftigt, machen es die Kulturinteressierten in Eigenproduktion, wie beim Wortspiel-Radio mit meinem Freund Wolfgang Schiffer:

Veränderungen sieht man auch in der Unternehmenskommunikation, wie Agrarblogger Hannes Schleeh mit dem kleinsten Ü-Wagen der Welt auf der größten Hallenmesse Agritechnica unter Beweis stellte.

„Messemarketing mit bewegten Live-Bildern wird immer wichtiger, aber auch einfacher. Wo früher riesige Übertragungswagen mit mannshohen Satellitenschüsseln und enorm teures Equipment im Einsatz waren, genügt heute ein schneller Internetzugang über LAN, WLAN oder LTE, um die Livebilder ins Internet zu streamen.“

Die Sendungen fanden im Stundentakt statt und wurden direkt auf der Startseite der Messe http://www.agritechnica.com eingebettet. Schon nach kurzer Zeit hatten die Youtube-Clips über 40.000 Abrufe erreicht. Mit schwerer Technik ist das nicht machbar.

Kundenkommunikation ohne Separatismus

Die Unternehmen sollten sehr schnell ihre digitale Feindlichkeit gegenüber den neuen Kommunikationsformen im Social Web überwinden, fordert Andreas Klug vom Kölner Software-Unternehmen Ityx, der zu den StreamCamp-Sponsoren zählt.

Andreas Klug

Echtzeit-Kommunikation habe unendlich viele Vorteile, besonders für vernetzte Services. So ist es keine Hexerei, wenn Anbieter Plattformen anbieten, damit sich Kunden untereinander austauschen können, um Probleme bei der Bedienung von Geräten oder bei der Installation von Software für alle schnell zu beantworten – in der Netzöffentlichkeit. „Was machen die Firmen? Jeder Servicefall wird nach wie vor separat beantwortet, auch wenn das Serviceproblem bei tausenden von Kunden gleichzeitig auftritt. Das ist strategisch ein großer Fehler“, so Klug.

Etwas verschlafen reagiert auch noch die Medienaufsicht auf die Streaming-Revolution, weshalb wir in Bloggercamp.tv die Bundeskanzlerin wohl auch in Zukunft besiegen müssen. Deshalb stimme ich Ole Reißmann ausdrücklich zu: Wir brauchen eine Macht fürs Netz.

Wer beim Weckdienst für Echtzeitkommunikation mitmachen möchte, ist herzlich eingeladen, beim StreamCamp mitzumachen – und da braucht man nicht bis zum nächsten Barcamp für Live-Streaming am 15. und 16. November in München warten.

Wir starten eine StreamCamp-Academy für Studien, Tagungen, Seminare, Workshops, Stammtische und sonstige Formate, die sich nach unserem Zusammentreffen im Kölner Startplatz herauskristallisieren.

Siehe auch:

StreamCamp-Rückblick von Nicole Hundertmark.

Und von Christian Wendling von Phase 10.

Interessant auch:

Livestreams in HD jenseits vom Massenmarkt.

Weiteres Barcamp, was mich interessieren könnte: Krisenkommunikation als Chance im digitalen Zeitalter.

Und das Hamburger Barcamp muss auch sehr gut gewesen sein.

Heute Abend geht es dann weiter mit Livestreaming beim Social Media Club Bonn: “Was kommt nach dem Social Web?”, das beantwortet Gerhard Schröder (@PadLive) und wird über Echtzeit-Video-Kommunikation sprechen.

Missbrauchsopfer und die “Settings” eines katholischen Ordens

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Es ist erschütternd, was sich in der Internatszeit des Bonner Collegium Josephinum abspielte, wie viele Opfer viel zu lange schwiegen und wie die Verantwortlichen des Ordens mit diesen Fällen heute noch umgehen. In der Osnabrücker Zeitung wird auf einen Fall hingewiesen, der morgen am Bonner Landgericht verhandelt wird, da die Bonner Staatsanwaltschaft wieder einmal keine Grundlage sieht, ein Strafverfahren zu eröffnen – Verjährung.

“Sie kamen im Dunkeln, und sie rochen nach Schweiß, Alkohol und Zigaretten. Heinz M. legte sich auf den Bauch und stellte sich tot. Starr vor Angst und Scham ertrug er es, dass sich fremde Hände unter seine Bettdecke schoben und ihn befummelten, dass sich jemand auf ihn legte, ihn bedrängte und penetrierte. Immer wieder musste er den brutalen Ruhestörern auch noch oral zu Diensten sein. In manchen Nächten sogar mehrfach. Heinz M. erinnert sich, dass einige Male, noch während er einem Klosterbruder ausgeliefert war, der nächste schon die Zimmertür öffnete.
Schmerz, Ekel und Schuldgefühle quälten den frommen Messdiener aus Hagen. Gegen die körperliche Pein versuchte er sich mit Nivea-Creme als Gleitmittel zu wappnen, die ihm seine Mutter mitgegeben hatte. Mit seinem Seelennotstand ging er zur Beichte – und geriet vielleicht an dieselben Patres, die ihn zuvor behelligt hatten. Heinz M. glaubt, dass es drei oder vier waren.”

Schlimme Schilderungen, die man als Oper wohl ein ganzes Leben nicht mehr los wird. Und wie reagiert die Kirche? Weil er gegen die Redemptoristen klagt, habe ihn der Orden im Oktober nicht zu einem lange anberaumten Treffen von Missbrauchsopfern eingeladen. Man könne nicht „zur gleichen Zeit auf verschiedenen Settings sprechen“, erklärte Provinzial Johannes Römelt auf Anfrage unserer Zeitung. Wenn der Rechtsstreit beendet sei, werde er Heinz M. gerne wieder zu Gesprächen einladen.

Settings? Mir wird übel.

Siehe auch:

Sexueller Missbrauch an katholischen Einrichtungen: Wie aus Opfern Täter gemacht werden.

Offener Brief an Kardinal Meisner: Wann wird Eminenz wirklich tätig, wenn es um sexuellen Missbrauch geht? #cojobo

Anzeige gegen Pater Pädo.