Hangout-Interview um 12 Uhr mit @wbenedikt: Das Flüchtige lässt sich nicht zementieren – Unternehmen und ihre Social Web-Kommunikation

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Über Social Web-Aktivitäten von Firmenchefs

Über Social Web-Aktivitäten von Firmenchefs

Der Diskussionsreigen mit Firmenchefs, die im Social Web aktiv sind, geht weiter. Heute um 12 Uhr spreche ich mit Walter Benedikt @wbenedikt, Geschäftsführer von 3CDialog.

Wenn Ihr auf der Google Plus-Eventseite auf den Fragen-Button klickt (rechts oben am Video sichtbar), könnt Ihr während der Liveübertragung kräftig mitdiskutieren. Die Einwürfe werden mir dann im Hangout angezeigt und ich kann sie direkt als Moderator aufgreifen.

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Wo ist der nächste gute Bäcker? Liebe Zeit-Freunde, Penkert in Bonn-Duisdorf

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Bäckerei Penkert

Gibt es in Ihrer Nähe einen Bäcker, der selbst backt, fragt Zeit-Online. Auf einer interaktiven Karte findet man Bäckereien in ganz Deutschland – und Tipps, was dort am besten schmeckt. Man braucht nur die Postleitzahl eingeben. In meinem Fall ist es die 53123 für Bonn-Duisdorf und da wird doch glatt nur ein Laden im benachbarten Alfter angegeben. Nee. Die Bäckerei Penkert ist meine erste Wahl. Eine traditionelle Handwerksbäckerei, die in der zweiten Generation von Bäckermeistern geführt wird.

Siehe auch:

Bonn zu Fuß: Duisdorf

Das “Konzept” Fernsehsender wird überflüssig und die TV-Macher merken es nicht – Streaming-Dienste erobern den Bildschirm

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Da war die TV-Welt noch in Ordnung

Da war die TV-Welt noch in Ordnung

Videostreaming verändert die Fernsehgewohnheiten vieler Verbraucher, wenn sie denn in der Lage sind, diese Streaming-Dienste zu empfangen. Jeder dritte Nutzer von Videostreaming (33 Prozent) ab 14 Jahren ersetzt das klassische Fernsehen ganz oder teilweise durch Streaming-Angebote. Das entspricht gut 13 Millionen Bundesbürgern. So lautet das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des BITKOM-Branchenverbands. Danach schaut laut eigener Aussage fast jeder zweite Streaming-Nutzer (44 Prozent) weniger Fernsehen über Kabel oder Satellit, seitdem er Videoinhalte im Internet ansteuert. Fast jeder Fünfte (18 Prozent) würde künftig sogar komplett auf klassisches Fernsehen verzichten.

„Die kommende Zuschauergeneration wird kaum noch feste TV-Sendezeiten kennen. Über Mediatheken, Videoportale oder On-Demand-Angebote wird man sich sein eigenes TV-Programm im Internet zusammenstellen”, sagt BITKOM-Experte Timm Hoffmann.

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Per Videostreaming können Nutzer selbst entscheiden, wann und wo sie Filme, Serien oder Nachrichten sehen möchten. Viele machen dies bereits heute schon. Sechs von zehn Streaming-Nutzern (59 Prozent) sagen, dass sie sich grundsätzlich nicht unter Zeitdruck setzen, um zu bestimmten Sendungen rechtzeitig einzuschalten. Fast die Hälfte der Nutzer bestätigt (46 Prozent), dass sie durch die Möglichkeit des Videostreaming bereits einmal darauf verzichtet hätten, eine Sendung zur Sendezeit zu sehen. Selbst bei Live-Übertragungen setzen viele Verbraucher auf das Internet statt auf klassisches Fernsehen: Mehr als jeder dritte Streaming-Nutzer (37 Prozent) bestätigt dies.

„Videostreaming verändert den gesamten Markt für bewegte Bilder”, so Hoffmann.

Insgesamt nutzen drei von vier Internetnutzern (73 Prozent) ab 14 Jahren Video-Streams. Dies entspricht gut 40 Millionen Bundesbürgern. Dagegen speichert nur gut jeder vierte Internetnutzer (27 Prozent) Videos zunächst per Download, um sie anschließend anzuschauen.

Um die Zukunft von digitalen Inhalten und neuen Übertragungswegen geht es auch am 25. November auf dem BITKOM Trendkongress in Berlin.

Was hier in empirischen Zahlen dokumentiert hat, bestätigt die persönlichen Erfahrungen von Richard Gutjahr. Er macht das am Erfolg der Video on demand-Blockbuster wie Homeland fest. Die würden sich für das lineare Fernsehen überhaupt nicht eignen. Und wenn sie dann irgendwann ins klassische TV-Programm gehoben werden, landen sie schnell auf dem Abstellgleis mit Sendezeiten nach Mitternacht.

Richard verwies auf die altertümlichen Mess-Methoden für die Einschaltquote, die vor rund 50 Jahren von der BBC übernommen und sich seit dieser Zeit kaum verändert hätten. Gemeint ist das GfK-Meter, das die Streaming-Formate gar nicht auf dem Schirm hat. Gleiches gilt übrigens für die Youtube-Zuschauer.

Das will man zwar mit einem Online-Panel der Firma Nielsen ändern. Allerdings hat auch diese Methode noch gravierende Schwächen, wie der Fachdienst Meedia konstatiert. Der gesamte Videokonsum im Netz werde nicht erfasst, sondern nur die Angebote der an der Messung teilnehmenden Unternehmen. Ein Beispiel: Schaut sich jemand eine ZDF-Sendung in der Sender-eigenen Mediathek an, wird sie gemessen. Schaut er sie sich über Anbieter wie YouTube an, wird sie nicht gemessen, da dort der Nielsen-Code nicht eingebaut wurde. Sprich: Vorerst spielt für die neuen Zahlen nur die Nutzung der Sender-eigenen Angebote wie Mediatheken eine Rolle.

Letztlich beruhen alle Maßnahmen auf Beruhigungspillen der mehr als zweifelhaften und unwissenschaftlichen Mediaforschung. Es geht schließlich um eine Menge Geld. Und da wollen Media-Planer und Werbewirtschaft die Illusion der Werbewirkung über das klassische Fernsehen so lange aufrecht erhalten, wie es nur geht. Irgendwann werden halt die Auftraggeber die Reißleine ziehen.

Irgendwann müssen sich die Massenmedien dann auch keine Sorgen mehr über die Scheiße-Kommentare auf ihren Online-Seiten machen.

Vom ewigen Katzenjammer der Netzbetreiber – Staatseingriffe statt Innovationen

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Drosseln und staatliche Regulierung, mehr fällt der Telekom wohl nicht ein

Drosseln und staatliche Regulierung, mehr fällt der Telekom wohl nicht ein

Wenn ich das Jammern der Telekommunikationsbranche über Google und Co. höre – kombiniert mit Forderungen nach staatlichen Restriktionen – muss ich an einen Vortrag denken, den ich vor einigen Jahren auf der Berliner Wissenschaftskonferenz Informare gehalten habe. An Aktualität hat er eigentlich nichts verloren: Erinnert sich noch jemand an die erste Versteigerung der UMTS-Lizenzen zur Jahrtausendwende und die Jubeltöne der TK-Branche? Der Champagner-Laune folgte bald der Katzenjammer. 50,8 Milliarden Euro spielte die Vergabe der Mobilfunklizenzen in die Kasse des Bundes. Schon vier Jahre später wurde klar, dass die Netzbetreiber nicht in der Lage waren, die enormen Ausgaben wieder zu Geld zu machen. Trotz der „Alles-wird-gut-Kommentare“ zu UMTS auf der 3GSM Summit in Cannes waren die Zeichen nicht zu übersehen, dass die Hoffnungen auf Erfolge und Geschäfte mit UMTS im Grunde ad acta gelegt wurden. Bis 2006 hatten es die Netzbetreiber und auch die Hersteller nicht einmal geschafft, attraktive und leistungsfähige Endgeräte bereitzustellen. Betreiber und Hersteller zerhackten sich damals mit gegenseitigen Schuldzuweisungen. Wo lag die Ursache für das UMTS-Debakel? Es existierten keine überzeugenden Dienste, die mobiler Datenverkehr mit höheren Bandbreiten auf einem Handy oder Smartphone erfordern.

Als der große Run auf die UMTS-Lizenzen stattfand, träumte die Branche vom mobilen Surfen, Location Based Services und Navigationssystemen auf Smartphones, mobilem Payment und vielfältigem M-Commerce. Außer den eher wenig erfolgreichen Versuchen, den japanischen i-Mode Service auch in Europa zu platzieren, war jeder Versuch, werthaltigen Content bereit zu stellen, bereits schon in der Produktentwicklung steckengeblieben. Display-Logos und Klingeltöne stellten den einzigen mobilen Content dar, für den bezahlt wurde.

Die grundlegenden Probleme der 3G-Netze waren nicht technischer Natur. Es fehlten nutzerfreundliche Endgeräte, smarte Dienstprogramme und Marketingideen. Die gesamte Telekommunikation hat mit wenigen Ausnahmen nie Inhalte bereitgestellt, sondern immer als Transportmedium fungiert und damit ihre Profite erzielt. Die stolzen Geschäftsmodelle für UMTS basierten aber substantiell auf Erlösen für Content. Der durchschnittliche monatliche Umsatz pro Subscriber im 3G-Netze wurde durchaus in Bereichen von 60 Euro und mehr angenommen. Das haben die Mobilfunker aber nie erreicht. Es zeichnete sich ab, dass genau das eintreten wird, wovor Experten schon vor Jahren gewarnt haben: Wenn die Mobilfunkbranche es nicht schafft, das Nutzerverhalten und damit auch die alltäglichen Gewohnheiten der Anwender in Richtung mobile Anwendungen zu modifizieren, wenn die Mobilität sich nicht in den täglichen Bedürfnissen der Anwender und in ihren Lebensprozessen wiederfindet, bleibt der Mobilfunk im bloßen mobilen Telefonieren stecken und somit weiterhin ein Transportmedium. Für den Durchbruch von werthaltigem Content und profitablem M-Commerce im Mobilfunkmarkt zählen nicht die technischen Features der Handys, sondern überzeugende Anwendungen, die schnell die kritische Masse im Markt erreichen und dann einen Anwendungs-Standard bilden. Hier hat das Marketing der Mobilfunkbranche versagt. Und was passierte dann? Dann kam der 9. Januar 2007. Apple-Chef Steve Jobs stellte der Öffentlichkeit einen Prototyp des iPhones auf seiner Macworld Conference & Expo in San Francisco vor. 

Erst ab diesem Zeitpunkt entfaltete sich das mobile Internet. Kleiner Auszug meiner Berliner Rede, um die Erinnerungslücken der Telcos zu füllen.

Eigentlich unfassbar, wie man die Innovationsträgheit der Netzbetreiber jetzt auch noch mit regulativen Eingriffen belohnen will: EU-Digitalkommissar Günther Oettinger will die Wechselmöglichkeit der Kunden von Netzbetreibern einschränken, um die Investitionen der Konzerne zu schützen.

Twitternde Chefs und die Social Web-Kompetenz von deutschen Unternehmen

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Wie viel digitale Aufklärung brauchen Führungskräfte?

Wie viel digitale Aufklärung brauchen Führungskräfte?

Meike Leopold, die als Mitherausgeberin des Buches “Erste Hilfe für Social Media Manager” Interviewgast in der vergangenen Bloggercamp.tv-Sendung war, geht in einem Blogbeitrag ausführlich auf meine Eingangsfrage ein:

“Moderator Gunnar Sohn ließ es sich nicht nehmen, gleich am Anfang der Sendung die beliebte Chefnummer zu stressen: Welche deutschen Firmenlenker sind überhaupt aktiv auf Twitter & Co.? Warum werden deutsche Manager nicht sichtbar in Digitalien, und geht es überhaupt ohne sie bei diesem Thema? Legitime Fragen. Und es lassen sich tatsächlich nicht viele leuchtende Vorbilder im Ach-so-gern-zitierten-Mittelstand hervorzaubern (ich hätte zumindest den Jan Westerbarkey – habt ihr noch welche? Danke!). Da half auch mein absolut ernstgemeinter Positionierungsversuch pro Salesforce-Deutschland-Chef Joachim Schreiner nicht, der gerade Twitter-Follower sammelt wie andere Leute Rewe-Rabattmarken ;-) – schließlich seien wir ein US-Unternehmen, da liefe das ganz anders, hieß es. Ich lasse das mal dezent unkommentiert – schließlich wird im TV gerne mal zugespitzt argumentiert ;-) (ich habe ja explizit nach deutschen Unternehmen gefragt, gs). Wichtiger ist doch die Frage: richten es tatsächlich die Chefs, wenn es darum geht, innen wie außen eine digitale Unternehmensstrategie zu befördern? Klar ist: Ohne Zweifel braucht der Social Media Manager oder der Chief Digital Officer (oder wer auch immer sich darum kümmert, dass die Unternehmenskommunikation transparenter wird und bisherige Geschäftsmodelle in Frage gestellt bzw. an die neuen Gegebenheiten angepasst werden) grünes Licht von Oben , damit es bei der Transformation wirklich voran geht. Im Orchideen-Eckchen oder mit U-Boot-Projekten wird sich da nicht viel entwickeln.”

Manager und ihr Like-Daumen pro digitale Strategie seien gut und hilfreich – aber das ist nur EIN wichtiger Faktor.

“Führungskräfte haben viel um die Ohren. Außerdem ist es nicht unbedingt gesagt, dass sie auf Twitter & Co. präsent sein müssen. Kommt darauf an, welche Strategie das Unternehmen verfolgt”, schreibt Meike Leopold.

Nun war mein Einwurf in der Sendung eher metaphorisch gemeint. Ob Führungskräfte nun bei Twitter, Facebook und Co. aktiv sind, ist nur ein kleiner Indikator für die Ausrichtung der Unternehmensorganisation in Richtung social, vernetzt und offen. Weitaus wichtiger ist die grundsätzliche Frage, wie viel Social Web-Kompetenz auf den Führungsetagen vorliegt. Agieren Top-Manager mit dem Rücken zum Internet? Sind sie wirklich bereit, in der internen und externen Kommunikation auf Mitmachwerkzeuge des Social Webs zu setzen – in welcher Ausprägung auch immer? Oder ist das Ganze nur eine Mimikry-Aktion, um zu dokumentieren, wie fortschrittlich die Unternehmensorganisation ausgerichtet ist? Selbstorganisation, Autonomie, Individualität, Kommunikation auf Augenhöhe, Partizipation, die Ökonomie des Gebens und Nehmens sind mit den Kontrollsehnsüchten vieler Führungskräfte nicht gerade kompatibel. Haben Chefs wirklich keine Zeit, sich direkt mit der Netzöffentlichkeit ohne den weltweit führenden Sprachregelungsmist auseinanderzusetzen? Gibt es keine sinnvollen Social Web-Anwendungen für die tägliche Arbeit für den Unternehmensboss? Von Wissensmanagement bis zur Marktbeobachtung fallen mir da einige sinnvolle Applikationen ein, die sich in den Arbeitsalltag integrieren lassen.

Die Social Web-Aversionen vieler Führungskräfte liegen tiefer. Nachzulesen in meinem Beitrag “Pawlowsche Hunde, egozentrische Führungskräfte und der digitale Kulturschock”.

Wer kennt denn twitternde Chefs, die man in eine Bloggecamp.tv-Sendung einladen könnte (also Chefs von deutschen Unternehmen)?

In der Medienbranche sieht es übrigens nicht besser aus:

Siehe auch den Beitrag von Thomas Knüwer: Deutschlands Zeitungs-Köpfe: Eine unvernetzte Gesellschaft.