Vine-Parade: Produktionen mit Darth Vader, Lego und Co.

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Vine Studio

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Anregungen bekommt Ihr übrigens beim #vinewalkde – findet alle sechs Wochen statt. Und natürlich bei den Workshops, die Vine-Meister Franz-Josef Baldus anbietet.

Also mach Deinen eigenen Godzilla-Film mit der Vine-App :-)

Man hört und sieht sich beim nächsten Vinewalkde.

Siehe auch:

„Twitter muss einfacher für Neueinsteiger werden“

Twitter-Themen deutscher Journalisten.

Vine in der Nachrichtenbranche – 5 Beispiele.

Vine update mit Loop Zähler.

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Wirtschaftsembargo gegen Russland: Warum man stets in den gleichen Abgrund springt

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Alte Arbeit wieder aktuell

Alte Arbeit wieder aktuell

Über die zweifelhafte Rolle von USA und NATO beim Bürgerkrieg in der Ukraine habe ich mich bereits ausführlich geäußert. Nur zur Erinnerung: Die Tatsache, dass der russische Präsident ein autokratisches Arschloch ist, der die Menschenrechte als Wegwerf-Ware betrachtet, macht nicht automatisch das Handeln des westlichen Militärbündnisses und der USA in den internationalen Konflikten seit dem Fall des Eisernen Vorhangs besser.

Warum wurde die NATO eigentlich nicht aufgelöst, wie der Warschauer Pakt? Warum nehmen die EU-Staaten die sicherheits- und außenpolitischen Belange nicht selbst in die Hand? Warum steht in Paragraf 7 des EU-Assoziierungsabkommens mit der Ukraine ein Passus zur militärischen Zusammenarbeit und Konvergenz mit dem Westen – also mit der NATO, da die EU kein eigenes Verteidigungsbündnis hat?

Auf der Suche nach neuen Gegnern

Schon nach dem Ende des Kalten Krieges und der Auflösung des Warschauer Paktes als östliches Militärbündnis gab es massive Bewegungen in der NATO, die Welt geopolitisch neu zu denken und strategisch so zu ordnen, um Gegnerschaften anders zu definieren. Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion ist die Bedrohung verschwunden, auf der die Existenz der NATO gründete. Um der drohenden Bedeutungslosigkeit vorzubeugen, verpassten sich die liebwertesten NATO-Gichtlinge im Jahr 1999 kurzerhand eine neue Aufgaben-Zuschreibung und Legitimation. Auf der Suche nach einer neuen Daseinsberechtigung wurde der „erweiterte Sicherheitsbegriff“ entworfen: Fortan galt es, Menschenrechte zu verteidigen. Nebenbei hält der „erweiterte Sicherheitsbegriff“ genügend Krisenpotenzial bereit, um das Brüsseler Headquarter und das Pentagon dauerhaft zu beschäftigen und auch die Rüstungsindustrie am Laufen zu halten.

Selbst der pastorale Bundespräsident Joachim Gauck ist ganz auf Linie – er forderte auf der Münchner Sicherheitskonferenz im Januar 2014 „zur Sicherung von Menschenrechten und Rechtsstaatlichkeit könnte Deutschland entschlossener weitergehen“, im äußersten Fall auch militärisch. Soweit der Auszug meiner Kolumne “NATO sucht den Super-Gegner”.

Und nun lassen sich die Europäer wieder in einen Wirtschaftskrieg mit Russland reinziehen. Warum schreibe ich “wieder”? Weil sich das ganze Embargo-Spektakel Anfang der 1980er Jahre schon einmal abspielte. Das Drehbuch wurde damals ebenfalls von den USA geschrieben. Ich hatte nicht im Traum daran gedacht, dass meine VWL-Diplomarbeit, die ich im Februar 1988 abgegeben habe, nach dem Zusammenbruch des Warschauer Paktes und der Auflösung der Sowjetunion noch irgendeinen Erkenntnisgewinn haben könnte. Wie man sich irren kann. Entsprechend lange musste ich in meinen alten Uni-Unterlagen suchen, um das Werk zu finden. Thema der Arbeit: “Das Erdgas-Röhrengeschäft zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Sowjetunion in seiner wirtschaftlichen und politischen Problematik”, eingereicht bei meinem Lieblingsprofessor Peter Knirsch – Spezialist für osteuropäische Wirtschaft am Osteuropa-Institut der FU-Berlin. Das Schriftbild meiner Arbeit dürfte den C64-Veteranen bekannt vorkommen :-) – nur so eine kleine Randnotiz.

Zur Erinnerung. In der aktuellen Krise haben die USA die Staaten der EU zu Handelsbeschränkungen im Energie-, Finanz- und Waffensektor “ermutigt”.

Wie liefen nun die von den USA angestoßenen Sanktionen wegen der Unterdrückung der polnischen Gewerkschaftsbewegung Solidarność ab? US-Präsident Ronald Reagan beschloss im Dezember 1981 ebenfalls eine Reihe von Sanktionen gegen die Sowjetunion, darunter ein Verbot des Exports von Energietechnologie!!! Merkwürdig war die Beschränkung auf Technologien. Ein Getreideembargo klammerte die amerikanische Führung aus. Immerhin lieferten die USA mehr als drei Viertel ihrer Getreideausfuhren in die UDSSR. Die Boykottmaßnahmen konzentrierten sich auf technische Geräte und das traf vor allem den Maschinenbau und die Stahlindustrie. Schaut man sich die Exportbilanzen an, wird die Pharisäerhaftigkeit der USA deutlich. Innerhalb der US-Exporte nahmen die Rohstoffverkäufe – überwiegend Weizen – den größten Anteil ein, während bei den westeuropäischen Exporten verarbeitete Produkte und Zulieferungen für langfristig vereinbarte Kooperationsprojekte dominant waren. Entsprechend störanfällig waren die Geschäfte der Westeuropäer – das galt vor allem für Deutschland. Meine Diplomarbeit werde ich hier jetzt nicht vollständig ausbreiten. Die Schlussbemerkung über die Wirkung der Embargo-Politik will ich Euch aber nicht vorenthalten, weil man sie recht schön mit der aktuellen Lage vergleichen kann.

Abhängigkeiten sind nicht notwendigerweise Verwundbarkeiten, und selbst Verwundbarkeiten bieten keine Gewähr für den Erfolg von Wirtschaftssanktionen. In der Politik wurden Anfang der 1980er Jahre die Möglichkeiten von Wirtschaftssanktionen überschätzt. Gerade durch die größten Rohstoffvorkommen der Welt besaß die Sowjetunion und besitzt Russland auch ein Stück Unabhängigkeit.

“Und wenn es darauf ankommt, vollzieht sich diese Unabhängigkeit und Selbständigkeit auch auf dem technologischen Sektor. Einige Erdgaspipelines hat die UDSSR ohne westliche Hilfe fertiggestellt”, schrieb ich 1988.

Der Ost-West-Handel eigne sich nicht als Reservespieler der Außenpolitik, er ist kein politisches Wundermittel und kein schlagkräftige Druckmittel. Geschädigt wurden vor allem Unternehmen wie Mannesmann, die Ruhrgas AG und viele mittelständische Unternehmen in Deutschland, die Spezialwerkzeuge, Maschinen und Komponenten für die Energieprojekte der Sowjetunion liefern sollten. Politisch ist das Embargo verpufft.

Und wie sieht es heute aus? Einzelne Firmen oder Branchen könnten in Deutschland deutlich heftiger getroffen werden als die Gesamtwirtschaft, berichtet das Heute Journal:

“Für die deutsche Schlüsselbranche Maschinenbau ist Russland zum Beispiel der viertgrößte Exportpartner, und die Maschinenbauer verbuchen schon jetzt deutlich rückläufige Russland-Exporte.”

Wie sich die Geschichte doch wiederholen kann.

Vielleicht sollten sich auch die Spiegel-Redakteure meine Diplomarbeit mal durchlesen: “Der SPIEGEL spricht sich in seiner Titelgeschichte dafür aus, Putin und den prorussischen Separatisten in der Ukraine Einhalt zu gebieten – und zwar ausschließlich mit harten wirtschaftlichen Sanktionen und ausdrücklich nur mit nichtmilitärischen Mitteln.” Deshalb sei der Spiegel kein Kriegstreiber. Trotzdem singt man das Embargo-Lied von USA und NATO.

Siehe auch:

Wie der „Spiegel“ mit dem Vorwurf der „Kriegshetze“ umgeht.

Gespräche und Intuition statt Marketing-Hohlheiten: Schielt nicht auf die proaktiven Zahlenspielchen der Excel-Exegeten @monitoringmatch

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Hohl kann durchaus schön sein

Hohl kann durchaus schön sein

Unternehmen sollten viel häufiger den Versuch wagen, einfach nur mit ihren Kunden ins Gespräch zu kommen, sie von Produkten und Diensten zu überzeugen, Kritik nicht als feindlichen Angriff zu werten, Anregungen zur Verbesserung der Angebote zu nutzen und Servicewünsche direkt ohne Warteschleifen-Bürokratie zu erfüllen. Wie in der Kneipe oder im Café, wenn man mit Bekannten, Verwandten oder Freunden zusammensitzt. Niemand würde dort von “multifunktionalen Servicemitarbeitern”, “intermodularen Potenzialen”, “multifokussierten Prozessen” und “proaktiven Content-Strategien” fabulieren, die Roland Kaehlbrandt als unfreiwillige Humorproduktion wertet. Die abstruse Überhöhung von Nichtigkeiten und Leerformeln ist nach Ansicht des Sprachkritikers in der Wirtschaft besonders ausgeprägt. Nachzulesen in der brandeins-Story: “Lachen? Oder weinen? Unternehmen produzieren jede Menge Komik – unfreiwillig”.

Positive Lehrbeispiele für die Kommunikation von Unternehmen liefern Crowdfunding-Kampagnen, wo man um jeden Unterstützer kämpfen muss, jeden Schritt des Projektes erläutert, damit die Community nicht auseinanderfliegt.

Es wäre ja schon mal ein großer Fortschritt, wenn Organisationen sich ihren Schönwetter-Gesprächsmodus abgewöhnen und normale Gespräche mit der Netzöffentlichkeit führen würden. Als weiteren Indikator könnte man die Aktivitäten der Unternehmen und sonstigen Organisationen in sozialen Medien und Blogs heranziehen. Wie oft sprechen denn Mitarbeiter und Vorstand mit Interessenten, Kunden und Kritikern? Wie oft werden Kundenanfragen auf Facebook und Co. beantwortet und wie zufrieden sind die Anfragenden? Wie dauerhaft wird über Themen gesprochen, die in Corporate Blogs präsentiert werden? Wie viel wird in externen Blogs über eine Marke geschrieben? Wer erhebt die Daten? Wird die Methodik ausreichend beschrieben? Wie in analogen Zeiten wird die Fliegenbein-Zählerei von jenen Agenturen durchgeführt, die auch für die Social-Web-Kampagnen verantwortlich sind. Dann könnte man auch die eigene Oma fragen, wie sie denn ihren Lieblingsenkel beurteilt.

Für pragmatische und bodenständige Unternehmen bietet die direkte Kommunikation über Social-Web-Plattformen gigantische Möglichkeiten. Macht Expertenrunden via Hangout on Air mit Euren wichtigsten Kunden, setzt auf die Zusammenarbeit mit externen Fachleuten, macht virtuelle Stammtisch-Runden mit Bloggern, die fachlich zum eigenen Angebot passen. Kuratiert kritische Erfahrungen der Kundschaft und beantwortet die Serviceanfragen über YouTube-Videos. Macht die Super-User zur wichtigsten Anlaufstelle beim Abtesten von neuen Diensten sowie Produkten und mahnt sie nicht ab, wie es IKEA getan hat.

Hier finden sich vielleicht auch die wichtigsten so genannten Influencer, über die Su Franke in ihrem Blogbeitrag reflektiert: Mitarbeiter, Stammkunden, Partner oder Zulieferer.

“Sie mögen die Firma/das Produkt tatsächlich und man muss die Reichweite, Sympathie und Aussagekraft von anderen womöglich gar nicht ausleihen.”

Wenn also Tools zum Einsatz kommen, dann nicht für irgendwelche idiotischen Lead-Generierungs-Attacken im Verbund mit Stalking-Mails, sondern für die Analyse von einflussreichen Bloggern, Kunden und Geschäftspartnern. Darüber diskutiert gerade eine Blogparade (@MonitoringMatcher), die Stefan Everts gestartet hat und an der man sich noch bis zum 18. August beteiligen kann.

Verschwendet kein Geld für x-beliebige iPad-Verlosungen, sondern bastelt endlich eine Kundenversteher-Meta-App, die als personalisierter Concierge funktioniert – anbieterübergreifend! Schickt auf Facebook & Co. keine Marketing-Jünglinge ins Feld, sondern das Führungspersonal des Unternehmens, um nicht mehr mit dem Rücken zum Kunden zu stehen.

Schielt nicht auf die Zahlenspielchen der Excel-Exegeten, sondern erfreut Euch über jeden einzelnen Dialog, der Kunden zufriedenstellt. Nehmt Euch bewusst die großen Konzerne mit ihren Marketing-Truppen nicht zum Vorbild.

Probiert einfach mal etwas anderes aus: Schmeißt die strategischen „Prozessempfehlungen“ der Consulting-Schmierlappen in den Müll und setzt auf Euren gesunden Menschenverstand. Bauchgefühl schlägt die Scheinrationalität der Zahlendreher. Hier liegt die hohe Kunst, die der Bäckermeister intuitiv besser versteht als hoch dotierte Konzernchefs:

„Marketing zwar machen, aber unbewusst, aus der Intuition heraus; und dabei das eigene Handeln noch nicht einmal als Marketing zu verstehen“, schreibt „Wiwo“-Autor Thomas Koch, dessen Werbesprech-Kolumnen als Buch erschienen sind mit dem Titel „Werbung nervt“.

Die oberste Führungsetage in großen Unternehmen gehört in die erste Reihe, gehört mit der Nase in die Belange des Kunden gedrückt, um die richtigen Entscheidungen zu treffen. Nicht Monologe, die allein dem Ego des Top-Managements dienen, wären plötzlich Maß aller Dinge, sondern Dialoge mit Stammkunden, „mit den Begeisterten und den weniger Begeisterten. Gespräche. Respekt. Empathie“, so Koch. Etwas, was in Bäckereien, Kneipen oder Friseurläden jeden Tag praktiziert wird – ohne infantiles Facebook-Werbesprech. Wie das geht, wird ausführlich im Livestreaming-Opus erläutert, das Hannes Schleeh und ich geschrieben haben. Es erscheint am 4. September im Hanser-Verlag.

Heute Abend werden wir die Marketing-Disputation in einem Live-Hangout fortsetzen. Thema: Sind Internet-Marketer die neuen Strukkies, die uns mit ihrer offensichtlichen Geldgier nerven? Oder gibt es auch einen vernünftigen Gebrauch der neuen Techniken? Dieses Thema diskutiert Hans-Peter Zimmermann live mit diesen Experten für Internet-Marketing: Hannes Schleeh, Gunnar Sohn, Robert Hecht, Mario Wolosz und Marcel Schlee. Beginn: 19 Uhr.

Siehe auch:

Facebook erstmals der wichtigste Servicekanal (eigentlich kein Kanal, aber da schreibe ich mir wohl noch die Finger wund).

Warum die PR jetzt runter muss von der Insel (nicht nur die PR).

Apple to acquire Swell talk radio and podcast app for $30 million

Galerie

Ursprünglich veröffentlicht auf 9to5Mac:

Apple appears to be looking to further improve the iTunes Radio service through the $30 million acquisition of a radio application called Swell, Re/code reported early Monday morning. Unlike the $3.2 billion Beats Electronics (and Beats Radio) buyout, however, this purchase centers more on talk radio than music.

Swell currently carries news from sources such as NPR, ABC, ESPN, the BBC, and more, and uses a user’s listening history to create personalized content playlists. Apple, on the other hand, only recently jumped into the streaming news market through iTunes Radio with ESPN and NPR stations, including over 40 local stations.

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Verborgene Chronik 1914

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Ursprünglich veröffentlicht auf Wortspiele: Ein literarischer Blog:

Nahaufnahmen aus dem Ersten Weltkrieg

1. Weltkrieg
Ich meine mich zu erinnern, in der letzten „Wortspiel Radio“-Sendung, bei Interesse nachzuhören in meinem Beitrag „Mit dieser Welt muss aufgeräumt werden“, auf das baldige Erscheinen der Publikation Verborgene Chronik 1914bereits hingewiesen zu haben – jetzt liegt sie vor – als Buch im Galiani Verlag aus Berlin und als Hörbuch in derHörverlag aus München.

Das Material und das editorische Konzept dieser Sammlung von Stimmen „normaler“ Menschen, die den Kriegsauftakt und dessen erste Monate erlebten, lässt sich kaum besser darstellen, als es die Herausgeber Lisbeth Exner und Herbert Kapfer im Vorwort zur Buchausgabe erklären.

In diesem Buch kommen nur unveröffentlichte Tagebücher zu Wort. Es beginnt am 27. Juli 1914, einen Tag vor der Kriegserklärung Österreich-Ungarns an Serbien, es endet mit dem ersten Tag des zweiten Kriegsjahrs, am 1. Januar 1915. Es berichtet von den spontanen und inszenierten Kundgebungen und Truppenverabschiedungen an Bahnhöfen, von…

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