Blogs, Buzzfeed und die Vokuhila-Strategie: Gedanken für eine gesellige Marketing-Akademie

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Kein klassischer Vokuhila

Kein klassischer Vokuhila

Jonah Peretti vergleicht nach einem Bericht der FAZ sein Portal Buzzfeed mit einer Vokuhila-Frisur, nur umgekehrt: “vorne verwuschelt und rebellisch, hinten, hinter dem ‘News’-Reiter, seriös. Für Letzteres ist seit einem Jahr Pulitzer-Preisträger Mark Schoofs zuständig, er soll das journalistische Angebot ausbauen. Reporter von Buzzfeed sind dieser Tage in Syrien und im Irak, in der Ukraine und in den Ebola-Gebieten in Afrika unterwegs”, so die FAZ.

Angefangen habe alles mit einem E-Mail-Wechsel zwischen Peretti und Nike.

“Als der Turnschuhhersteller um die Jahrtausendwende jenes Programm einführte, mit sich Kunden Turnschuhe individuell bedrucken lassen können, bestellte Peretti ein Paar mit der Aufschrift ‘Sweatshop’ – ausgerechnet dem Wort also, das für die fragwürdigen Herstellungsmethoden von Konsumgüterherstellern in Entwicklungsländern steht. Nike lehnte den Auftrag ab, weil es sich um „Slang“ handele, wie Peretti erzählt. Er schrieb zurück, das Wort stehe im Wörterbuch, wo das Problem sei. So ging das eine Weile hin und her. ‘Irgendwann haben sie nicht mehr geantwortet.’ Peretti fasste das Ganze in einer launigen E-Mail an seine Freunde zusammen, die diese wiederum an ihre Freunde weiterleiteten, und nicht viel später saß Peretti vor einem Millionenpublikum in der ‘Today Show’ von NBC. Seitdem treibt ihn die Frage um, wie im Internet aus bestimmten Themen und Texten eine Massenbewegung wird”, führt die FAZ weiter aus.

Von Werbung hatte Peretti keine Ahnung und die klassische Werbung lehnte er ab. Also setzt er auf Native Advertising, also Beiträge, die wie Artikel wirken, aber eigentlich Werbung sind. Das Finanzierungsmodell interessiert mich an dieser Stelle nicht besonders. Kann man blöd finden oder auch nicht. Aber wie steht es mit der Vokuhila-Strategie? Eine Melange aus ernsthaften Nachrichten und putzigen Katzenvideos. Für das deutsche Feuilleton sicherlich eine Zumutung, für Peretti eine sehr menschliche Komponente:

„Verlegerische Tätigkeit ist wie ein Pariser Café: Man kann dort ein philosophisches Buch lesen oder die Tageszeitung. Am Nebentisch sitzt dann ein süßer Hund. Macht es uns dümmer, wenn wir ihn streicheln? Nein. Es macht uns menschlicher.“

Bei einer Nachrichtenseite sei die emotionale Intelligenz deshalb ebenso wichtig, wie der IQ. Es gehe nicht immer um den Informationswert, sondern genauso um die gemeinsame Verbundenheit der Nutzer. Eine Buzzfeed-Lektion sollten vor allem Unternehmen lernen, meint Soziopod-Blogger Patrick Breitenbach: “Content Will Kill Your Ad Agency.”

“Ich stelle als Marke meinen Mem-Pool der Öffentlichkeit zur Verfügung und sie kann ihn nach Belieben remixen”, so Breitenbach.

Der memetische Code wird nicht mehr bewacht, sondern freigegeben. Das sei ein radikaler Paradigmenwechsel im Vergleich zu den Dogmen, die in der Werbeindustrie immer noch gehegt und gepflegt werden:

“Es muss die Freiheit eingeräumt werden, mit der Marke zu spielen, wie bei den Hope-Plakaten des Obama-Wahlkampfes, wo sich eine völlig neue Ästhetik entwickelt hat.”

Unternehmen sollten sich von der ganzen Kampagnen-Denke verabschieden, um irgendwelche Botschaften in den Markt zu drücken. Es dominiert aber in den meisten Organisationen immer noch die Sehnsucht nach einer kontrollierbaren Welt in völliger Harmonie. Schönwetter-Philosophien ohne Ecken und Kanten. Wo aber keine Kritik und keine Gegnerschaft existieren, da gedeihen auch keine Fans. In einer Wohlfühl-Kontrollblase findet keine Kommunikation statt, so meine Ausführungen, die ich hier im vergangenen Jahr publizierte.

Das gilt für das Marketing und auch für die Blog-Präsenzen der Unternehmen, die ein kümmerliches Dasein im Zero-Comments-Gefängnis fristen. Besonders Corporate Blogs würden sich anbieten, ein wenig spielerischer mit der eigenen Expertise umzugehen, einen neuen Ton in der Kommunikation mit Kunden zu wagen und etwas prägnanter das eigene Tun zu beschreiben. Siehe auch: Tote Unternehmensblogs als Marketing-Indikator.

Werbeerlöse müssen diese Blogs ja nicht erzielen, so dass man sich nicht mit Native Advertising und dergleichen herumschlagen muss. Sie könnten als Experimentierlabor genutzt werden. All das sind ein paar Ideenskizzen zur Vorbereitung meiner Dozententätigkeit für den Xengoo Campus in Düsseldorf. In dieser neuen Akademie für digitales Marketing werde ich mich mit Corporate Blogs auseinandersetzen – ohne irgendwelche Erfolgsformeln oder sonstige Gewissheiten vorzutragen. Es geht mir eher um ideale Geselligkeit in einer idealen Akademie, wie es Friedrich Schleiermacher im 18. Jahrhundert ausgedrückt hat: Es geht um geselliges Denken, Reden und Entwerfen. Und es geht um interdisziplinäres Arbeiten, was man an der Auswahl der Dozenten ablesen kann.

Die Präsenzveranstaltungen finden am Freitag, den 24. Oktober, von 14-18 Uhr und am Samstag, den 25. Oktober, von 9-16:30 Uhr in Düsseldorf statt.
Eine Woche vor den Präsenzveranstaltungen erhält man zur Vorbereitung ein eBook (puh, da muss ich noch einiges vorbereiten). Nach den Terminen in Düsseldorf wird der Stoff drei Wochen im eLearning vertieft und mit praktischen Übungen versehen. Also beste Bedingungen für eine berufsbegleitende Fortbildung. Der Preis liegt bei 1.500 Euro, den man aber um die Hälfte reduzieren kann. Freiberufler sowie Mitarbeiter von klein- und mittelständischen Unternehmen erhalten einen Bildungsgutschein (das gilt allerdings nur für NRW!). Bis Ende nächster Woche kann man sich noch anmelden.

Alles weitere hat Xengoo-Mitgründer Jan Steinbach im ichsagmal-Gespräch ausgeführt:

Hier das Fortbildungsprogramm.

Wenn Ihr Anregungen für meine Dozenten-Tätigkeit habt, würde ich mich sehr über Ratschläge freuen.

Über diese Anzeigen

Wer ist Herr Latz, warum gibt es vom SuizidPod nur eine Folge und was machen Silver Nerds im Karneval? #SocialTV-Show beim #sck14

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Johannes über suizidale Podcast-Formate

Johannes über suizidale Podcast-Formate

Das SocialTVShow-Experiment beim Kölner Startcamp ist richtig gut gelaufen. Die Aufgabe:

In der einstündigen Session basteln wir in zehn Minuten einen “Redaktionsplan”, wählen einen Moderator aus und machen dann mit den weiteren Teilnehmern der Session eine kleine TV-Show, live gesendet via Hangout on Air. Schnelle Interview-Wechsel, vielleicht auch Außenreportagen via Smartphone und weitere Elemente, um eine abwechslungsreiche Sendung zu produzieren. Vom Startcamp in Köln gibt es während der Übertragung eine Liveschalte zum Barcamp in Essen. Zudem stelle ich eine Quizfrage, bei der die Startcamp-Teilnehmer unser Livestreaming-Buch gewinnen können.

Ein Laptop, zwei Mikrofone, Mischpult, LAN-Anschluss und Logitech-Kamera. Mehr brauchten wir nicht, um in guter Bild- und Tonqualität ein rund halbstündige Übertragung auf die Beine zu stellen. Die Moderation übernahm Ute Blindert von Campus2Company. Sie machte das glänzend. In der Vorbereitung konnten wir gerade noch festlegen, wer vor die Kamera geht und was wir inhaltlich aufgreifen wollen: So ging es um den Suizidpod von Johannes Wolf, bei dem sich der Podcaster in der ersten Folge umbringt und deshalb keine zweite Folge zustande bringt.

Dann folgte mit kleinen technischen Schwierigkeiten eine Außenreportage von Kai Rüsberg, der parallel zu unserer Session auf dem Barcamp Essen ebenfalls das Konzept der SocialTVShow vorstellte. Bei der Spontan-Podcast-Aufgabe für ein Krimistück fielen dann überraschend die Stichworte “Mord”, “Tod”, “Toaster”, “Badewanne” und “Gewürzgurke”. Was nun Johannes aus diesen Begriffen zaubert, werden wir wohl demnächst hören können.

Romeo wird die Zeit bis zum finalen Krimi-Podcast damit überbrücken, in dem er Rembrandts Nachtwache von Amsterdam nach Kölle via Schiff verfrachtet und das Ganze dramaturgisch einer Melodie folgend via Twitter postet. Und da die Münchner so verrückt sind, exportiert Nicole Hundertmark den Vinewalk in die bayerische Landeshauptstadt und verbindet die Kurzfilm-Kunst mit dem Streamcamp.

Vom Silver Surfer zum Silver Nerd

Vom Silver Surfer zum Silver Nerd

Ilse Mohr erläuterte, was Silver Nerds mit dem Karneval in Zukunft vorhaben. Alexa war vom Startcamp-Geschehen so überwältigt, dass sie kaum zum Twittern kam. Sie hängt auch nicht den kompletten Tag auf Facebook, Google Plus oder Twitter rum, was sie immer schon mal der Weltöffentlichkeit mitteilen wollte.

Und wer Herr Latz ist und wer die Frage stellte, wer Herr Latz sei, verrate ich jetzt nicht.

Schaut Euch einfach die SocialTV-Startcamp-Show an. War insgesamt ein tolles Barcamp zu Kultur- und Kunst-Themen. Nächstes Jahr werde ich wieder dabei sein und ein größeres Stativ im Gepäck haben :-)

Und wer mehr zu SocialTV erfahren möchte, sollte sich unser Workshop-Konzept anschauen.

Und wer direkt mit Livestreaming-Formaten experimentieren möchte, sollte zum Streamcamp am 18. und 19. Oktober nach München kommen.

Kommuniziert wie Menschen – nicht wie PR-Berater

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Ursprünglich veröffentlicht auf Christoph Deeg:

Liebe Leser,

in den letzten Monaten ging es in meinen Workshops immer wieder um die Frage, wie man denn nun in den sozialen Medien kommunizieren darf? Soll man Duzen oder Siezen? Soll man eher “locker” oder eher “seriös” schreiben? Diese Fragestellung scheint für viele Menschen relevant zu sein, und es gibt sogar spezielle Workshop-Angebote dafür. Ich selber biete keine Workshops für diesen Bereich an, denn ich glaube, dass man diese Workshops nicht braucht. In diesem Beitrag möchte ich kurz erläutern wieso ich dieser Meinung bin und was meiner Meinung wirklich wichtig bei der Kommunikation in den sozialen Medien ist.

In vielen Fällen entsteht der Wunsch nach solchen Workshops aus einer Unsicherheit gegenüber dem vermeintlich neuen Medium. Ein Workshop soll helfen, diese Unsicherheit los zu werden. Ein Dozent wird ja wohl wissen, wie man im Netz spricht und wie nicht. Das Problem ist aber, dass ein Dozent vielleicht Tipps geben kann…

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Das Büro 2. Schmutzige Hände

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gsohn:

Der erste Band hat mich schon mächtig begeistert.

Ursprünglich veröffentlicht auf Wortspiele: Ein literarischer Blog:

Zur Präsentation der Werkausgabe des niederländischen Kult-Autors J.J. Voskuil im Verbrecher Verlag

Die Akteure des Abends v.l.n.r.: Bernt Hahn, J.J. Voskuil, Ulrich Faure, Gerd Busse © Wolfgang Schiffer

Die Akteure des Abends v.l.n.r.: Bernt Hahn, J.J. Voskuil, Ulrich Faure, Gerd Busse © Wolfgang Schiffer

Ob es angesichts des offensichtlich äußerst begrenzten Wortschatzes des Autors überhaupt Literatur sei, so fragten einige missmutige Kritiker, als der siebenteilige Romanzyklus Das Büro in den Jahren 1996 bis 2000 in den Niederlanden erschien – und andere, die ihm diesen Rang nicht absprechen wollten, hielten das mehr als 5000 Seiten umfassende Œuvre zumindest für derart ur-niederländisch, dass man es, selbst wenn man sich fahrlässiger Weise an eine Übersetzung traute, woanders wohl gar nicht verstehen könne.

Nun – die auch dramaturgisch gelungene Vorstellung des zweiten Bandes der Heptalogie am gestrigen Abend im Literaturhaus Köln durch den Übersetzer Gerd Busse und den herausgebenden Lektor Ulrich Faure, unterstützt von dem Schauspieler Bernt Hahn, zerstreute all solche Bedenken über das, was sich der niederländische Autor

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Siegburger Livestreaming-Lesung im Quadrat und warum man Seeromane nicht am Meer lesen sollte

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Lesung

“Herzlich willkommen, meine Damen und Herren, hier im R², der Literaturbuchhandlung in Siegburg, dieser schönen zwischen Bergischem Land und Siebengebirge gelegenen Stadt, und draußen im World Wide Web, wo der heutige Abend live zu verfolgen ist – zu Gast sind in Persona hier vor Ort der Wirtschaftsjournalist und Blogger mit einer allerdings deutlichen Affinität zu Kultur und Literatur Gunnar Sohn und via Video-Live-Schaltung Hannes Schleeh, Medienberater, Landwirtschaftskenner, Social-TV-Experte und designierter Leiter des Existenzgründerzentrums in Ingolstadt. Die beiden betreiben seit etwa genau 2 Jahren das Bloggercamp-TV, eine Live-Diskussionssendung im Internet zu einer Vielfalt von Themen – und resultierend u. a. aus diesen Erfahrungen haben sie nun im Hanser Verlag ein Buch publiziert, das wir Ihnen heute vorstellen wollen: Live Streaming mit Hangout on Air – Techniken, Inhalte, Perspektiven für ein kreatives Web TV”, so leitete Wortspiele-Blogger Wolfgang Schiffer die erste Lesung unseres Fachbuches ein.

Ein eher technisches Buch in einer ambitionierten Literaturbuchhandlung vorstellen, wo über Kafka, Schiller, Goethe, George, über philosophische Weltprobleme, Kunst, Musik und Lyrik gesprochen wird? Und das mit einem Moderator, der sich im Hörspiel und der Literatur bestens auskennt, auf dem Feld von Bits und Bytes aber nicht zu Hause ist? Oder in den Worten des früheren WDR-Hörspielchefs:

“Mein Name ist Wolfgang Schiffer, ich habe das Vergnügen, mich mit den beiden Autoren zu unterhalten und Sie durch die Präsentation des Buchs zu führen, aber ob dies auch für Sie ein Vergnügen wird – da mache ich mal aus Selbstschutz ein kleines Fragezeichen, denn mit mir hat man, wie man so schön sagt, den Bock zum Gärtner gemacht, will sagen, als hauptberuflich derzeit nur noch als Lyriker und Übersetzer tätiger Mensch habe ich a) – wiewohl ich in dem Buch sogar Erwähnung finde – von den vielfältigen Möglichkeiten des Internets selbst nur eine äußerst begrenzte Ahnung und b) stehe ich mit jeglicher moderner Technik auf Kriegsfuß: ich muss einen Rechner nur etwas länger anschauen, schon reagiert er in der Regel mit äußerst ungewollten Arbeitsschritten, im Ernstfall verweigert er seine Arbeit sogar ganz. Wir wollen hoffen, dass Letzteres heute Abend nicht der Fall ist, und dass mein Unwissen sich auch für alle anderen weniger Versierten produktiv, sagen wir mal, zumindest in ein Grundwissen über das spannende Instrument des Live Streamings wandelt.”

Genau das macht den Charme solcher Veranstaltungen aus. Das Antizyklische, Deplatzierte und Überraschende regt zum Nachdenken an. Es legt Schichten frei, die man sonst nicht sieht, wie es Ulrich Raulff in seinem herrlichen Buch “Wiedersehen mit den Siebzigern – Die wilden Jahre des Lesens” ausdrückt:

“Instinktiv hatte ich begriffen, dass man Seeromane nicht am Meer und Schweizer Autoren nicht in den Alpen lesen soll.”

So verlief denn auch der Abend in Siegburg. Man muss sich erklären, kann nichts voraussetzen und darf die Zuhörer nicht mit Fachjargon nerven. “Was ist Live-Streaming? Was ist Hangout on Air? Der Namen klingt ja zuerst einmal ein wenig merkwürdig, vielleicht sogar abschreckend…Kann das ein jeder? Und was braucht man dazu an technischem Equipment?”, so lauteten die ersten Fragen von Wolfgang Schiffer. Hannes und meine Wenigkeit sind da hoffentlich keine Antworten schuldig geblieben.

“Aber wieso kann es ein jeder? Es ist doch eine Art Rundfunk… Gibt es denn da keine rechtlichen Barrieren? Braucht man dazu keine Lizenz? Wir haben doch, das weiß ich als ehemaliger öffentlich-rechtlicher Radiomensch, Rundfunkgesetze? Rundfunkstaatsverträge? Und Landesmedienanstalten, die penibel über deren Einhaltung wachen? Ich habe Eurem Buch entnommen, dass Ihr am Anfang durchaus derlei Genehmigungsprobleme hattet, die Euch letztlich sogar in Kontakt mit Philipp Rösler, dem damaligen Wirtschaftsminister, und mit der Kanzlerin Angela Merkel gebracht haben – und Mediengeschichte haben schreiben lassen… Vielleicht sagt Ihr etwas dazu, und Du Gunnar, magst uns vielleicht etwas vorlesen aus dem entsprechenden Kapitel des Buchs? Es hat den Titel: ‘Wie wir Kanzlerin Merkel besiegten’.”

Das tat ich dann brav, obwohl Wolfgang der viel bessere Vorleser ist. Dann folgte ein Stückchen Emanzipationstheorie. Im Prinzip gehe ein Traum in Erfüllung, den vor allem so manche Schriftsteller bereits in der Pionierzeit des Radios gehabt haben…

“Und natürlich auch später noch! Bertolt Brecht zum Beispiel war einer derjenigen, die das Radio schon sehr früh zu einem Kommunikationsapparat gewandelt sehen wollten, in dem alle Menschen eine Stimme haben, indem er, der Apparat, die Trennung zwischen Produzent und Rezipient überwindet…Sind wir jetzt auf dem Weg dahin? Oder anders gefragt: für wen macht man es, und wer beteiligt sich denn tatsächlich”, fragte Wolfgang.

Schließlich landeten wir auch bei Literatur.

“Verändert das Instrument des Live-Streamings den Umgang mit Literatur oder sogar deren Entstehung und deren Charakter? Es gibt ja inzwischen Thesen, die sagen, dass vielen Menschen der Genuss eines Buches nicht mehr ausreichend sei – der Leser will auch an seinem Entstehungsprozess teilhaben können, er will das gemeinsame Erlebnis… Vielleicht teilt Ihr uns hierzu kurz Eure Gedanken mit…”

Stichworte der Diskussion: Arbeitsprozesse der Schwarmintelligenz / wenn Literatur Software wird / Medien verändern die Gesellschaft / Literatur-Diskussionen / virtuelle Literatursalons.

Und schön waren denn auch die Abschiedsworte unseres wortmächtigen Moderators:

“Alles, was dieses Buch, über das wir hier reden, an Technik-Empfehlungen, Erläuterungen, Anleitungen und Möglichkeiten für alle möglichen Formen des Live-Streamings und Web-TVs enthält – für den Laien wie für den bereits etwas erfahreneren Profi – das können wir hier in der gebotenen Zeit gar nicht vorstellen – da hilft nur eigenes Lesen, zu dem wir sie, meine Damen und Herren, mit diesen ersten Eindrücken hoffentlich animiert haben.”

Wir hoffen auf weitere überraschende Präsentationen unseres Buches. Nun kaufet denn unser Opus und erfreut die Welt mit weiteren Formaten für Jedermann-TV.

Und am Schluss noch ein letzter Gruß an den lieben Ossi.

Du wirst uns fehlen :-(