Barcamps neu denken #nöccn15

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Ursprünglich veröffentlicht auf Netzökonomie-Campus mit Käsekuchen:

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Einige Gedanken von Winfried Felser, um die Unkonferenz-Idee namens Barcamp weiterzuentwickeln. Man fährt zur Veranstaltung, hört mit anderen Teilnehmern von einem „Experten“ eine Frontal-Präsentation. Von der Einweg-Berieselung bleibt nicht viel übrig.

Was früher einmal ausreichte, ist im neuen Zeitalter ungeeignet. Barcamps als offene Formate mit freier Themenfindung und größer Interaktivität stellen hier schon eine wesentliche Innovation dar, weil sie sowohl von der Themenfindung als auch vom wirklichen Kompetenz-Transfer durch Interaktivität eine höhere User Centricity darstellen. Aber auch ihnen fehlen oft die Nachhaltigkeit und Vernetzung mit anderen relevanten Aktivitäten der Teilnehmer. So findet in der Regel keine Vorbereitung und Nachbereitung des Events statt. Das Matchmaking erfolgt nur über die Themen einzelner Sessions. Die Teilnehmer sind sich oft unbekannt und können auch wechselseitig ihre Herausforderungen und Kompetenzen nicht einschätzen. Der Anschluss eines Barcamps an die Probleme sowie Anforderungen der Nutzer und den Transfer in die Praxis sind gering. Von der kollaborativen Kompetenzentwicklung…

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Was die Netflix-Aufladekarte bei Penny mit der Netzökonomie zu tun hat #nöccn

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Man sieht, hört und streamt sich.

Man sieht, hört und streamt sich.

Maschinenbauer, Schraubenhersteller und auch eine Vorzeigefirma wie Würth glauben nach wie vor, dass ihre Geschäftsmodelle den persönlichen Austausch bedingen. Ihre Leistungen würden online nicht funktionieren, lautet ein typischer und reflexartiger Satz von Industrievertretern.

„Das kollidiert doch mit der Welt, in der ich die Netflix-Aufladekarte mittlerweile an der Penny-Kasse bekomme oder meine Schrauben günstiger bei Amazon bestellen kann“, sagt Marco Petracca, Berater für B2B-Markenführung.

Netzszene muss praxisrelevante Vorschläge machen

Diese Welt ist dem Mittelstand fremd. Genauso fremd sind der Netzszene praxisrelevante Lösungsvorschläge, um Änderungen zu bewirken.

Der blinde Fleck in der Digitalisierung liegt also nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch an der Mangelhaftigkeit der netzökonomischen Kompetenz von digitalen Diskursen. Wir sollten also weniger über die digitalen Vorzeigeprojekte von Red Bull, Coca Cola & Co. sprechen oder stupides Online-Marketing-Blabla durch die Gegend pusten, sondern über handfeste digitale Strategien für Firmen wie EDAG Engineering in Fulda nachdenken.

Die neue Plattform-Logik

Besonders die neue Logik des Netzes muss eindringlicher vermittelt werden, denn sie betrifft auch das B-to-B-Segment. Wie aber reagiert man auf die neuen Herausforderungen? Im Zusammenhang mit der digitalen Transformation fällt immer öfter der Begriff „Plattform“. Häufig wird dabei an Google, Apple oder Uber gedacht. Plattform-Theoretiker wie der US-Ökonom Van Alstyne gehen weit darüber hinaus.

„Ich definiere eine Plattform als einen veröffentlichten Standard, mit dem sich andere verbinden können, zusammen mit einem Governance-Modell, also den Regeln, wer wie viel bekommt“.

Praktiker wie Zhang Ruimin erkennen ein völlig neues Management-Konzept:

„In Zukunft gibt es nur noch Plattform-Inhaber, Unternehmer und Mikrounternehmer. Unsere fünf Forschungszentren weltweit funktionieren heute schon wie Plattformen, auf denen Unternehmer zusammenarbeiten. Die Firma der Zukunft hat keine Angestellten mehr“, erklärt der Haier-Chef gegenüber der Wirtschaftswoche.

Eine solche Plattform-Sichtweise hinterfragt nach Ansicht des Netzwerk-Spezialisten Winfried Felser alle Unternehmen.

„Es geht nicht mehr nur um die eigenen Ressourcen und Kompetenzen, sondern immer mehr auch um den Zugang zu Netzwerken. Hier gilt es die Qualität der eigenen Plattform- und Netzwerk-Kompetenzen ebenso zu gestalten wie man bisher die Kernkompetenzen gemanagt hat.“

Innen und Außen seien Begriffe der alten Ökonomie. Der Nutzer werde zum Produzenten und die Schnittstelle geht von der reinen Transaktion in Richtung Co-Produktivität.

NetzökonomieCamp als Plattform für die Plattform-Ökonomie

Der Wandel betrifft dabei alle bisherigen Wertschöpfungs-Strukturen. Auch Veranstaltungen werden neu definiert. So wird bei Barcamps bereits unter Beweis gestellt, wie aus passiven „Konferenzkunden“ kreative „Mitproduzenten“ werden können, die Themen selbst bestimmen und sich interaktiv organisieren. „Kunden sind aber auch nicht nur Mit-Gestalter, sondern auch Mit-Akquisiteure, wenn sie beispielsweise Empfehlungen zum Unternehmen aussprechen oder die sogar die Empfehlungs-Akquise immer mehr aus dem Netzwerk der eigenen Promotoren erfolgt“, resümiert Felser, Mitorganisator des NetzökonomieCamps, das am 21. und 22. November in Köln stattfindet. Das erste netzökonomische Barcamp ist deshalb sowohl der richtige Ort, um der klassischen Wirtschaft gemeinsam einen neuen Geist einzuhauchen und eine Veranstaltung zu etablieren, die nach den Prinzipien der neuen Denke zu realisieren ist.

Wie das konkret gelingen soll, ist Thema des nächsten Netzökonomie-Campus mit Käsekuchen am 7. Juni.

Ausführlich nachzulesen in meiner morgen The Euroepan-Kolumne.

Power von Live-Content nicht unterschätzen – Nekrologe liegen falsch @ruhrnalist @netzpiloten

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Livestreaming Battle

Trotz Hype interessiert sich angeblich niemand für die Livestreaming-Apps Periscope und Meerkat, die erst seit wenigen Wochen auf dem Markt sind. Zu dieser These versteigt sich zumindest Daniel Kuhn in einem Netzpiloten-Beitrag.

Etwas apodiktisch formuliert, aber anregend für tiefergehende Fachdebatten – etwa auf Facebook. Als Beleg für seine These stützt sich Kuhn auf die Zahl der Downloads. Beide Dienste müssten nach der medialen Welle eigentlich in den Appstores auf Spitzenplätzen liegen.

“Schaut man sich die Bestenlisten allerdings genauer an, muss man lange suchen, um die Apps zu finden. Laut App Annie ist die zu Twitter gehörende App Periscope in Deutschland nur auf Platz 329 und in den USA auf Platz 161 der beliebtesten iOS-Apps zu finden. Eine Android-Version gibt es bisher nicht. Der direkte Konkurrent Meerkat hat zwar bereits den Weg in den Google Play Store gefunden, belegt dort in den USA aber nur Platz 475 und unter den iOS Apps sogar nur Platz 1469.”

Als weiteren Indikator wählt Kuhn die Anzahl der Tweets, die spontane oder geplante Livestreams (was bei Meerkat möglich ist) anzeigen. Auch da sieht der Netzpiloten-Autor keine bemerkenswerte Ausschläge nach oben. Über die tatsächliche Entwicklung der Livestreams sagt diese Statistik nur bedingt etwas aus, da nicht alle Videoübertragungen über Twitter angezeigt werden – man hat die Wahlfreiheit.

Noch weniger sagt das Zahlenwerk von Kuhn über die Zuschauerquote und die Interaktionen via Chat aus. Und da gab es einen mächtigen Sprung nach vorne. Seit nunmehr drei Jahren schaue ich mir das Jedermann-TV-Phänomen über Angebote wie Hangout on Air und Co. an. Im Vergleich zum Google-Dienst haben Periscope und Meerkat zu einer Zuschauer-Explosion geführt – da kann der Anlass der Liveübertragung noch so profan sein, es schaut immer jemand zu. Gut vernetzte User wie Sascha Pallenberg schaffen mit spontanen Events regelmäßig 300 bis 400 Zuschauer – was beispielsweise Periscope an die Grenze der Server-Kapazitäten bringt. Ähnliches vollbringen auch andere bekannte Figuren der Netzszene wie Brian Solis oder Guy Kawasaki. Wer mal ohne Vorankündigung einen Live-Hangout über die Eventseite von Google Plus gestartet hat, weiß, welchen Qualitätssprung Periscope und Meerkat mit der Anbindung an Twitter geschafft haben.

Über Google Plus sitzt man häufig allein vor der Kamera und kann Selbstgespräche ohne jegliche Reaktion aus dem Social Web führen. Und selbst mit fleißiger Einladungspolitik gelingt es nur selten, fünf oder zehn Interessenten an die Bildschirme von stationären oder mobilen Bildschirmen zu bekommen. Nur die Aufzeichnungsfunktion via Youtube macht für mich Hangout on Air attraktiv, weil ich mir die aufwändige Postproduktion meiner Videos erspare – ich favorisiere ja die Quick-and-Dirty-Variante :-) Über Longtail-Effekte mit der komfortablen Einbettungsfunktion von Youtube kommt man dann auf Zugriffszahlen, die über Periscope und Meerkat liegen.

Den Nekrolog von Daniel Kuhn halte ich für falsch. Dennoch gibt es einige Sachargumente, die die Grenzen der Livestreaming-Apps aufzeigen:

Mein Kollege Kai Rüsberg hat einige Schwachpunkte zusammengetragen.

“Für die Massenkommunikation sind Meerkat und Periscope noch nicht geeigent. Bei 2800 Nutzern ist Schluss.”

Periscope

Bei der Chatfunktion ist sogar schon viel früher das Ende der Fahnenstange erreicht.

Häufig ist die Liveübertragung schon beendet, ehe man irgendwas mitbekommt.

“Viele Nutzer sind zu sehr mit dem Kommentieren und Antworten beschäftigt, als dass sie sich um die Bildgestaltung kümmern”, so Kai Rüsberg.

Die Beschränkung auf Hochkant-Aufnahmen verschwendet nach seiner Ansicht die Bildschirmfläche mit Unwichtigem oder ungenutzten Flächen. Zudem erzeuge man damit eher einen Schlüsselloch-Effekt. Interviews mit mehreren Personen kann man getrost vergessen.

Bei zu viel Chat-Kommunikation ist kaum mehr ein sinnvolles Bild zu erkennen – zumindest bei Periscope, wo noch die dämlichen Herzchen die Übertragung stören.

Pallenberg Chat

“Die Bildqualität ist bislang viel zu schlecht. 480p ist Mindestanforderung für Miniplayer/Smartphone Bildschirme. 720p für professionelle Maßstäbe”, meint Kai Rüsberg.

Kai bringt auch positive Argumente:

“Spontane Livestreams eignen sich für Peer-Groups. Das hat bei #GNTM vor allem über Snapshat gut funktioniert, wo sich die Jugendlichen selbst ihre Freunde oder Bekannten als Berichterstatter gesucht haben. Das ist dann sehr authentisch. Als Instrument der direkten Kommunikation mit hoher Interaktion sind die neuen Dienste sinnvoll.”

Generell bewegt sich einiges beim Thema Livestreaming jenseits von aufwändigen Technik-Equipments und schwerfälligen Ü-Wagen.

“So sind neue Redaktionsdienste für Live-TV der großen Sender im Kommen: Reporter senden per Tagesschau-App oder Agenturen wie AP haben Dienste wie IRIS entwickelt, die zu mehreren Reportern schalten und per Intercom mit ihnen verbunden sind. Die Deutsche Welle steht vor der Einführung des Dienstes”, sagt Rüsberg.

Sein Fazit:

“Gut gemachtes Video-Livestreaming wird das große Ding in den nächsten Monaten, wenn es gut gemacht ist. Wer attraktive Streams anbietet, ist in der Lage Content auf die eigene Seite zu stellen, den kein anderer hat und der nicht so schnell kopiert werden kann. Er muß aber eine Weile abrufbar bleiben.”

Wer jetzt lamentiert, dass Livestreaming nicht funktioniert, hat die Power von gutem Live-Content nicht verstanden. Wir gehen auf Sendung.

Etwa am 7. Juni bei unserem Livestreaming-Workshop in Herne. Es gibt noch ein paar Karten.

Im Live-Hangout haben wir erläutert, was Euch erwartet.

Man hört, sieht und streamt sich :-)

Doppelte Ignoranz: Monströse Netzszene und selbstverliebte Ingenieure #rp15 #Netzökonomie #nöccn

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Wer ist monströser in der Digitalisierungsdebatte?

Wer ist monströser in der Digitalisierungsdebatte?

Von den wenigen netzökonomischen Impulsen, die jenseits der Lieblingsthemen der re:publica in Berlin in diesem Jahr vermittelt wurden, hat Ole Wintermann in einem Blogbeitrag die wichtigsten Erkenntnisse für die Wirtschaft zusammengetragen:

“Wir müssen gegen die Vorstellung der Traditionalisten argumentieren, die meinen, dass es sich bei den Folgen der Digitalisierung allein um eine Skalierung oder lineare Fortschreibung vorhandener Prozesse handeln würde.Es herrscht im Einklang damit ein relativ großes Unverständnis über die Bedeutung der digital ermöglichten Disruption und ihre Bedeutung für angestammte Tätigkeitsfelder eines Unternehmens oder auch einer Institution. Die Gesellschaft der zwei Geschwindigkeiten findet sich zunehmend auch innerhalb von Unternehmen. Die von Zuckerman beschriebene Systemkrise infolge von steigendem Misstrauen dürfte als Nächstes die Unternehmen treffen. Arbeiten 4.0 widerspricht systematisch (da dezentral, kreativ, flach, netzwerkbasiert, multikausal) dem in der deutschen Industrie sehr stark verankerten Ingenieurs-Denken. Dieser Widerspruch dürfte für Deutschland bald zum Problem werden. So wie der Wechsel auf digitale Plattformen die Macht der Kunden (Renzensionen, Transparenz, öffentlicher Druck) gegenüber den Konzernen gestärkt hat, wird Arbeiten 4.0 die Position der Arbeitnehmer gegenüber dem Arbeitgeber verändern.”

Sind deutsche Unternehmen auf diesen Wandel vorbereitet, fragt sich Wintermann. Ist die Netzszene darauf vorbereitet? Wer ist eigentlich das Monster in diesem Zustand des gegenseitigen Nichtverstehens? Diesen Aspekt behandelte Marco Petracca in einem bemerkenswerten re:publica-Vortrag mit einem Lagebericht aus den Chefbüros mittelständischer Industrieunternehmens. Die Hidden Champions des produzierenden Gewerbes blicken auf ihre Erfolgsgeschichten und können mit den Themen der Blogosphäre wenig anfangen.

“Sind wir in der Netzszene nicht viel monströser? Wir treiben mit hoher Geschwindigkeit die digitalen Themen voran und vergessen schlichtweg, diese Leute in der Provinz abzuholen”, kritisiert Petracca.

Die Lebenswelten von Mittelstand und Netzaktivisten klaffen weit auseinander. Firmeninhaber, Techniker und Ingenieure haben eine eher verschlossene Mentalität und sehnen sich nach Stabilität, die man in der Provinz noch vorfindet. Die Kommunikation endet häufig am Ortsausgangsschild. Das steht nach Auffassung von Petracca im krassen Widerspruch zu dem, was wir im Netz machen.

“Wir reden über Dialog und den Austausch von Wissen. Viele Unternehmen tun sich hingegen schwer, das zu kommunizieren, was sie aus ausmacht. Das ist kulturell tief verankert. Mittelständler sind sehr stark von ihrer Leistung geprägt, von Innovationen und Patenten. Das soll aber keiner wissen. Wir sind angetrieben von Denkansätzen wie Sharing, Share Knowledge, Big Data und einer Kultur der Beteiligung. Da ist der Kollisionskurs vorprogrammiert.”

Betriebsgeheimnis soll Betriebsgeheimnis bleiben.

“Bei uns ist jede Information auch eine Transaktion”, erklärt Petracca.

Was auf Konferenzen wie der re:publica abläuft, sei hochgradig spannend, hat aber nur wenig mit dem Erfahrungshorizont der Hidden Champions zu tun. Was wir offerieren, passe nicht zu den Anforderungen der Unternehmen. Der Austausch wäre jedoch wichtig. Spätestens wenn die Betriebe auf Wettbewerbsprobleme stoßen, die die digitale Sphäre auslöst. Wenn etwa Kunden der Hidden Champions Anlagen direkt über chinesische Absatzmärkte oder indirekt über eine Plattform wie Alibaba ordern und das deutsche Unternehmen mit dem dreifachen Preis auf der Strecke bleibt.

Der blinde Fleck in der Digitalisierung liegt also nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch an der Mangelhaftigkeit der netzökonomischen Kompetenz von digitalen Konferenzformaten. Wir sollten also weniger über die digitalen Vorzeigeprojekte von Red Bull, Coca Cola & Co. sprechen, sondern über digitale Strategien für Firmen wie EDAG Engineering in Fulda nachdenken.

Schöner Denkanstoß von Marco Petracca, den wir beim nächsten Netzökonomie-Campus mit Käsekuchen am Sonntag, den 7. Juni aufgreifen und auch bei unserem Kölner Barcamp für Netzökonomie im November vertiefen werden.

Siehe auch:

DIE DIGITALE UND INNOVATIVE SPALTUNG: ALTEN UNTERNEHMERN FEHLT DIE NETZ-ERLEBNISWELT – NETZÖKONOMIE-CAMPUS WILL DAS ÄNDERN.

rivva

Schaut Euch doch mal regelmäßig die “ökonomischen” Themen auf Rivva an, die den Sprung in den News-Aggregator schaffen. Eher ärmlich.

Über die Schmerzgrenzen der Pauschalunterwerfung in Unternehmen

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Ursprünglich veröffentlicht auf Netzökonomie-Campus mit Käsekuchen:

Arbeitsplatz ohne Pauschalunterwerfung Arbeitsplatz ohne Pauschalunterwerfung

Was an Freiheiten im Bürokomplex zugelassen wird, sind reine Simulationsübungen, um die Mitarbeiter bei Laune zu halten.

„Die Pauschalunterwerfung des Arbeitnehmers ist so groß wie eh und je“, bemerkt der Soziologe Dirk Baecker.

Das dürfe man allerdings nicht mit einer Totalunterwerfung verwechseln. Innerhalb der so genannten Indifferenz-Zone sind Mitarbeiter bereit, Anweisungen zu befolgen, die der Arbeitsvertrag und die Stellenbeschreibung vorab nur zum Teil definieren können.

„Die Details und Entwicklungen des täglichen Arbeitslebens sind umfangreicher und unbestimmter, als sie formal festgehalten werden können“, sagt Baecker.

Diese Indifferenz-Zone, die Chester I. Barnard in der Blütezeit der Industrialisierung vor rund 80 Jahren definiert hat, sei heute wesentlich größer. Die Anforderungen, sich außerhalb der eigenen Kompetenzen zu bewegen, seien deutlich gestiegen. Was Karl Marx so schön das “Engagement mit Haut und Haaren” genannt hat, ist nach Aussagen von Baecker mittlerweile Realität. Das ist ein dauerndes Spiel zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer um…

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