HACK TECH BIZ CREATIVITY: Ausblick auf das Interactive Cologne Festival – #Bloggercamp.tv am Mittwoch um 11 Uhr

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Vom 19. bis 25. Mai geht die INTERACTIVE COLOGNE in die nächste Runde! Nach dem erfolgreichen Auftakt mit 3.000 Teilnehmern im vergangenen Jahr wird das Festival nun im Mai 2014 fortgesetzt. INTERACTIVE COLOGNE bietet vielfältige Plattformen für die Player der Internetbranche, um sich in kreativer Atmosphäre auszutauschen, voneinander zu lernen, zu experimentieren und Inspirationen für eigene Projekte zu sammeln. Die Konferenz bietet ein umfangreiches Programm für Designer, Denker, Entwickler, Start-ups und Investoren zu aktuellen und zukunftsrelevanten Digital-Themen – kombiniert mit Workshops, Coachings, Meetups, Networkings und einem Hackathon-Event. Ein umfangreiches Satelliten- und Entertainment-Programm vervollständigen eine Woche randvoll mit digitalen und analogen Begegnungen sowie Erfahrungen der ganz besonderen Art, heißt es in der Ankündigung.

Am Mittwoch, um 11 Uhr sprechen wir in Bloggercamp.tv mit den Veranstaltern über die diesjährigen Höhepunkte. Wer Fragen während der Liveübertragung hat, kann das über Twitter mit dem Hashtag #Bloggercamp tun oder die Frage-Antwort-Funktion von Google Plus verwenden.

Um 16 Uhr folgt dann unsere 150. Sendung – wir feiern virtuell ein kleines Jubiläum :-)

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Ab sofort gibt es Schockbilder auf ichsagmal.com…

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natürlich nicht. Das überlasse ich den Verbotsaposteln des EU-Parlaments, die im Anti-Raucher-Chor mit heulen. Rührend ist es ja auch, wenn die Elite von Wirtschaft und Politik auf sündhaft teuren Kongressen von der digitalen Revolution überzeugt werden soll mit irgendwelchen Schockmeldungen über traditionelle Branchen, die kurz vor dem Untergang stehen. Die Halbwertzeit dieser Botschaften hat ungefähr die Wirkung von Filmen über die Amputation von Raucherbeinen. Sie reicht bis zur nächsten Kaffeepause, in der man sich in aller Gemütlichkeit einen Glimmstängel anzündet und die Chefsekretärin am Handy zusammenscheißt, weil sie den Rückflug nicht schon umgebucht hat.

Deshalb lasse ich ja heute in meiner heutigen Kolumne den Anti-Streber hochleben, der solche hausmeisterlichen Gesänge nicht benötigt. Wäre schön, wenn ihr meine kleinen Provokationen weiterdiskutiert. Vielleicht bin ich ja mit der Jedermann-Ökonomie zu optimistisch – vielleicht auch nicht. Eine Prognose ist das nicht, nur meine Meinung.

Mein Opus “Wie die deutsche Elite im Digitalen versagt – Abstiegsplatz für die Netzökonomie” ist übrigens auch bei Carta gelaufen und wird kräftig kommentiert. Wer Lust hat, kann da noch in den Diskurs-Reigen einsteigen :-)

Netzökonomie, Anti-Streber, Payback und der klassische Einzelhandel #Bloggercamp.tv

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Netzökonomie braucht Anti-Streber

Netzökonomie braucht Anti-Streber

In der Weltwirtschaft nimmt Deutschland immer noch einen Spitzenplatz ein. Betrachtet man die Leistungen, die wir netzökonomisch auf die Beine stellen, droht der Absturz ins Mittelmaß. Spätestens, wenn sich der froschgrüne Fuhrpark des neuen Lebensmitteldienstes „Amazon Fresh“ in deutschen Städten in Bewegung setzt, dürfte es auch den Handelsbaronen der Discounter dämmern, dass kein stationäres Geschäftsmodell vor den Online-Angreifern sicher ist. Und das ist nur ein kleines Beispiel von vielen, wie wir die digitale Revolution verpennen.

Aber man soll ja nicht nur mosern, die digitale Inkompetenz der politischen und wirtschaftlichen Elite beklagen oder den Status quo beweinen. Es gibt auch Stimmen im Land, die die richtigen Konsequenzen aus der Veränderung des Wirtschaftslebens ziehen. Zu ihnen zählen Christoph Giesa und Lena Schiller Clausen, die in ihrem Opus „New Business Order“ (Hanser Verlag) dokumentieren, wie die von vielen belächelte unternehmerische Startup-Szene Wirtschaft und Gesellschaft verändern.

Die Ökonomie der Selbermacher braucht keine BWL-Lehrsätze

Was die beiden Autoren schreiben, wird den Prozess-Gurus, Powerpoint-Strategen und den Change-Managern mit ihren Innovations-Lippenbekenntnissen nicht gefallen. Prozessoptimierer, die mit ihren auswendig gelernten BWL-Lehrsätzen zunehmend ins Leere greifen, müssen erkennen, dass sich in einer vernetzten Welt alles sehr leicht kopieren lässt. Jeder benutzt die gleichen Tools und die gleiche Software. Natürlich können wir von Bits und Bytes nicht leben. Wir brauchen auch in Zukunft Energie, Finanzdienstleistungen oder Lebensmittel, aber eben keine Energiekonzerne, Banken oder Supermarkt-Ketten im alten Stil. Nachzulesen in meiner Anti-Streber-Mittwochskolumne für das Debattenmagazin “The European”.

Wie sich nun der Einzelhandel auf die Vernetzung vorbereitet – und wir wollen doch das Ganze jetzt nicht mit Multichannel-Geblubber kommentieren – diskutieren wir am Mittwoch in unserer 16 Uhr-Sendung von Bloggercamp.tv mit Dr. Oliver Bohl, Director Digital Business Development bei PAYBACK. Wie ergeben sich neue digitale Geschäftsmodelle für „althergebrachte“ Unternehmen?

Hashtag für Twitter-Zwischenrufe während der Liveübertragung wie immer #Bloggercamp. Ich bin als Außenreporter zugeschaltet aus Frankfurt von der Konferenz “Ökonomie neu denken”. Mal schauen, wie viele neue Gedanken wir zum Einzelhandel entwickeln? Man hört und sieht sich bei Bloggercamp.tv.

Cebit-Blogparade: Die schöne neue Arbeitswelt im Konjunktiv @Web_and_Mobile

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Büro-Dasein in Teutonien

Büro-Dasein in Teutonien

“Das Internet, die Entwicklung im mobilen Bereich und neue Arbeitsmodelle – das alles verändert unseren Arbeitsplatz.” So wird zur Cebit-Blogparade eingeladen, um sich über den Arbeitsplatz der Zukunft Gedanken zu machen. In Deutschland sollte dieser Satz im Konjunktiv formuliert werden. Es dominiert der klassische Büroarbeitsplatz mit Anwesenheitswahn, wie es Arbeitsministerin Andrea Nahles treffend ausgedrückt hat. “Ich sitze im Büro, also arbeite ich” ist immer noch das Leitmotto der von Organisationen der Wirtschaft und des Staates – trotz gegenteiliger Verlautbarungen auf Konferenzen und Präsentationen über die schöne neue Arbeitswelt:

„Enterprise 2.0 sucht die schöpferische Kraft der Mitarbeiter umfassend zu nutzen, indem es ihnen die Möglichkeit bietet, jenseits eines engen Aufgabengebietes freiwillig mehr Verantwortung zu übernehmen, Meinungen kundzutun und sich im beruflichen Alltag stärker als bisher von persönlichen Neigungen leiten zu lassen. Freie Zusammenarbeit von möglichst vielen Benutzern ist gewollt – weitgehend ohne Einschränkungen durch Organisationen, Prozesse oder Techniken“, erklärt Zeit-Redakteur Götz Hamann.

Eine gewollte Wirkung von Enterprise 2.0 sei der Verlust von Kontrolle in ihrer bekannten Form. Erfassung von Arbeitszeit, Abteilungsgrenzen, enge Aufgabengebiete und in größeren Konzernen die Trennung in viele Tochtergesellschaften verhindern die im Enterprise 2.0 gewollten Netzwerkeffekte ziemlich gründlich. Wie sich neue Technologien und das Internet auf Unternehmen auswirken werden, ist nach Ansicht von Aastra-Chef Jürgen Signer noch schwer zu beantworten:

„Die Erwartungshaltung von jungen Leuten, die ins Berufsleben starten, ist riesengroß. Was sie im privaten Umfeld an Kommunikationstechnologien nutzen, erwarten sie auch am Arbeitsplatz. Hier müssen sich die Firmen erst herantasten.”

Viele Geschäftskunden seien bei diesem Thema noch sehr zögerlich. Man müsse alle Mitarbeiter mitnehmen, nicht nur die Nachwuchskräfte. Eine deutlich gestiegene Nachfrage sieht Signer bei Systemen für Videokonferenzen. Dazu habe sicherlich der Erfolg von Skype beigetragen. Vor zehn Jahren musste man noch einen gewaltigen Aufwand mit proprietären Systemen an den Tag legen, um Videokonferenzen zu ermöglichen.

„Die haben richtig viel Geld gekostet. Heute habe ich eine Webcam auf dem Laptop und kommuniziere über offene Standards. Die Bereitschaft bei den Führungskräften ist vorhanden, die Voraussetzungen für moderne Arbeitsmethoden zu bieten. Es gibt sehr viele Pilotprojekte. Am Ende des Tages zählt allerdings der Erfolg für das gesamte Unternehmen und die Profitabilität der neuen technologischen Werkzeuge“, betont Christian Fron, Geschäftsführer von DeTeWe.

Arbeiten in der Cloud, Netzwerkstrukturen, flexible Arbeitszeiten, weniger Stau im elenden Berufsverkehr und Abkehr vom Anwesenheitswahn sind wohl nur in kleinen Schritten umsetzbar. In deutschen Unternehmen, die noch nach der Industrielogik des Fordismus ticken, sieht die Realität anders aus. Da reagiert man eher mit Pawlowschen Reflexen auf die Initiative der Arbeitsministerin, wie etwa Wirtschaftswoche-Chefredakteur Roland Tichy:

„Ohne diejenigen, die sich am Morgen mehr oder weniger begeistert auf den Weg ins Büro, zur Fabrik oder in den Außendienst machen, ohne diese Menschen im Wahn könnte Frau Nahles ihre großzügigen Wahlgeschenke wie die Mütterrenten und die fantastische Rente mit 63 nicht einen Tag lang finanzieren.“

Auf welchem Planeten lebt der Wiwo-Chefredakteur?

Eine semantische Stinkbombe, die noch den Generaldirektoren-Geist der 50er verströmt. Anwesenheit mit Arbeit gleichsetzen? Tichy könnte ja mal den Roman in Tagebuchform von Zoé Shepard studieren:

“Wer sich zuerst bewegt hat verloren” – oder die Kunst, in Büros Arbeit vorzutäuschen.

Wie man aus jeder Geschäftsreise eine Weiterbildungs-Exkursion macht, aus jeder Notiz einen Bericht zur Projektprüfung, aus jedem Telefonat eine Telefonkonferenz und aus jedem niedergelegten Gedanken ein Strategiepapier.

Wir leiden unter einem Anwesenheitswahn, in der Tat. Und der drückt sich auch in Zahlen aus: Einer Zeitreihe zufolge, die das Statistische Bundesamt für die “Welt” erstellt hat, lag der Anteil der abhängig Erwerbstätigen, die “manchmal” oder “hauptsächlich” im Homeoffice arbeiten, 2012 bei nur noch 7,7 Prozent. 1996, als die Werte erstmals ermittelt wurden, waren es 8,8 Prozent gewesen.

Formierte Angestellte in formierten Büros

Über die Gründe könne nur spekuliert werden. Vielleicht seien ja die Beharrungstendenzen in der Wirtschaft größer als gedacht. Die Industriegesellschaft habe die Präsenzkultur mit sich gebracht und die könne man nicht so einfach ändern. Das Motto „Ich sitze im Bürohaus, also arbeite ich” scheint noch in den Köpfen vieler Arbeitgeber herumzuschwirren. Die formierten Angestellten sollen in greifbarer Nähe verharren, um sie unter Kontrolle zu halten – ob sie dabei in der Nase bohren oder irgendwelche Scheintätigkeiten verrichten, spielt keine Rolle.

„Dazu passt, dass in einer repräsentativen Umfrage des IT-Branchenverbands Bitkom aus dem vergangenen Jahr immerhin jeder vierte Arbeitnehmer fürchtet, es werde sein berufliches Vorankommen bremsen, wenn er seine Erwerbstätigkeit nicht unter den Augen seines Chefs verrichtet”, berichtet die Welt.

Auf der Suche nach dem Büro-Loser

In Anlehnung an den Shepard-Roman gibt es in manchen Organisationen einen recht merkwürdigen und bizarren Wettbewerb, der selbst in Bundesbehörden vorherrscht:

„Wer zuerst den Firmen-Parkplatz mit seinem Auto verlässt, hat verloren”.

Da wartet man lieber noch ein Stündchen mit einem Tässchen Café in der Hand und schaut aus dem Bürofensterchen, bis sich der erste Angestellte erbarmt und das Bürogebäude verlässt:

„Da ist er, der Loser.”

Souveränität in der Arbeitswelt sieht anders aus. Der Wandel vom Konzern-Kapitalismus zur Netzwerk-Ökonomie, wie ihn Christian Papsdorf in seinem Opus „Wie Surfen zu Arbeit wird” vor einigen Jahren skizziert hat, steht zumindest in Deutschland bei Arbeitgebern und Gewerkschaften nicht auf der Agenda. Die Arbeitskultur verbessert sich durch diese starre Haltung mitnichten. Etwa in der Service-Branche, wie Thomas Dehler, Geschäftsführer von Value5 in Berlin, bestätigt:

„Es fällt zunehmend schwerer, die besten Talente an nur einem Ort zu gewinnen. Bei der Rekrutierung von Mitarbeitern hält man sich häufig mit Verlegenheitslösungen über Wasser.”

Konkurrenzdruck in aseptischen Lichtsuppen-Büros

Hinzu kommt, dass Mitarbeiter in Großraum-Büros unter einem enormen Leistungsdruck stehen und häufig mit Ellbogen-Mentalität gegenüber ihren Kollegen reagieren. Teamarbeit und Wissensaustausch bleiben auf der Strecke – auch wenn in der Öffentlichkeit das Gegenteil behauptet wird. Selbst die viel beschworene Trennung von Beruf und Privatleben bleibt mit Smartphone und Co. eine schöne Illusion. Außerhalb der aseptischen Lichtsuppen-Büros bewegen sich die Angestellten in der Erreichbarkeitsfalle. Abschalten unerwünscht. Viele Dienstleister reagieren dennoch achselzuckend. Ein Achselzucken, das dem Verbraucher nicht verborgen bleibt.

„Entweder hört er es als Warteschleife, wenn während der Anrufspitzen nicht genügend Berater zur Verfügung stehen. Oder er hört das Achselzucken im Servicegespräch, wenn dürftig motivierte und unzureichend qualifizierte Berater nur unbefriedigende Antworten geben. Und an dieser Stelle bricht sich das Zufriedenheitsversprechen nicht selten das Genick”, betont Dehler.

Sein Unternehmen setzt auf Wort@Home – sozusagen Arbeiten in der Teamwolke. Vernetzung, Cloud Computing und Virtualisierung sind seit 2004 die technologischen Grundlagen für VALUE5, um elastische und atmende Service-Einheiten zu schaffen.

„Qualität ist keine Frage des Standorts – sondern der Talente. Durch den Abschied vom Standort-Denken gewinnt man die besten Talente dort, wo sie wohnen und leben”, so die Erfahrung von Dehler.

Flexibles Arbeiten hat nichts mehr mit der Wirtschaftswunder-Zeit von Ludwig Erhard zu tun. Wäre es nicht viel schöner, Herr Tichy, wenn wir uns am sieben Uhr morgens und fünf Uhr abends über leere Autobahnen und dem Abwesenheitswahn beklagen könnten?

Vielleicht treffen wir uns ja auf der Cebit in Halle 6, wo mobile Lösungen und Apps sowie Enterprise 2.0-Anwendungen gezeigt werden. Da könnte man dann weiter diskutieren und Anwendungen ausprobieren.

Manager und Unternehmer im Merkel-Neuland

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Neuland-Beine

Neuland-Beine

Aus der Sicht von Mirko Lange, der mit seiner Münchner Agentur talkabout namhafte Unternehmen in Sachen Content Strategie, Content Marketing und Social Media berät, ist das ganze Thema “Digitale Transformation” Merkelsches Neuland. Und für ihn ist die Hybris mancher Experten schädlich. Er empfiehlt die Leute da abzuholen, wo sie sind, und aufzuzeigen, wo die digitale Transformation ihre funktionalen Ziele unterstützt. Bei 95 Prozent verbietet es sich aus seiner Sicht überhaupt von „digitaler Transformation“ zu sprechen, schreibt Smarter Service-Blog.

Vielleicht ist auch diese Sichtweise falsch. Ist es wirklich eine Geheimwissenschaft, die internen und externen Abläufe in Organisationen mit den Mitteln digitaler Technologien zu verbessern, die Zusammenarbeit zu fördern, dezentrales Arbeiten zu ermöglichen, Wissen zu teilen, Kunden bei der Gestaltung von Produkten und Diensten zu beteiligen und generell in den Dialogmodus mit der Öffentlichkeit zu schalten? Besonders die Social Web-Technologien haben die Eintrittsbarrieren auf ein Minimum reduziert. Viel wichtiger ist wohl die Frage, wie die Ökonomie im Ganzen verändert wird, ob nun autoritäre Manager oder Unternehmer im Merkel-Neuland herumdümpeln oder nicht.

Die Kultur des Teilens im Social Web und die Transformation zu einer Ökonomie des Gebens und Nehmens werden vor allem aus machtpolitischen Motiven blockiert. Schließlich gehört Abrichtung und Dressur zu den Grundtugenden des alten Industriekapitalismus, der nach wie vor unsere Volkswirtschaft prägt. Muss es neues Unternehmertum geben? Auf jeden Fall.

Wie das aussehen kann, habe ich heute in einem längeren Beitrag in der Huffington Post beschrieben: Digitale Ökonomie – Das Ende des bürokratischen Manager-Kapitalismus.

Am Freitag werden wir uns in Bloggercamp.tv um 12 Uhr zu diesem Thema mit der Kölner Neuland-Agentur streiten :-)

Kunden wollen übrigens nicht nur meckern, sondern vor allem mitgestalten.